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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

Tietz, G.: Orkan im Arabischen Meer vom 23, Oktober bis 3. November 1906, 163 
Herr P. H. Galle kommt aus seinen Untersuchungen zu folgender Nutz- 
anweisung: Schiffe, die von Ostasien, aus dem Golf von Bengalen oder dem OÖst- 
indischen Archipel auf der Heimreise in dieser Jahreszeit auffrischende und 
krimpende Winde und andere Anzeichen antreffen, die auf das Vorhandensein 
eines Orkanwirbels hindeuten, werden gut tun, nach Süden abzuhalten, Für 
Schiffe, die aus den nördlicheren Häfen der Westküste von Vorderindien oder 
aus dem Persischen Golf kommen, kann eine Anweisung nicht gegeben werden. 
Schiffe auf der Ausreise werden das Orkanfeld im allgemeinen schnell passieren; 
das Verhalten des Baromefers und die Änderung der Windrichtung werden am 
besten den Weg zeigen, den man einzuschlagen hat, um den gefährlichen Teil 
der Orkanbahn zu meiden, 
(Die deutschen Segelhandbücher empfehlen bei Nordwind Abhalten nach 
Süden, aber ehe der Nord- oder Nordwestwind nach Nordosten geholt hat, weil man 
mit einer Peilung der Orkanmitte von 6, vielleicht von 5 Strich zu rechnen hat.) 
10° N-Br. ist die südliche Grenze, wo ÖOrkane in dieser Jahreszeit beobachtet 
worden sind. G. Tietz. 
Ortsbestimmung auf See durch Standlinien unter Anwendung der Stunden- 
winkelformel und der Breitentabellen. 
Von Schiffsoffizier Raydt, Hamburg-Amerika Linie. 
In den letzten Jahren sind eine ganze Reihe von Versuchen gemacht 
worden, die Berechnung der Höhe, die bei Anwendung der Marcq St. Hilaireschen 
Methode zur Ermittelung der Standlinie nötig ist, zu vereinfachen, Herr J. Krauß 
arwähnt dieselben in seiner Abhandlung über die Verwendung von Höhentafeln 
zur Berechnung der wahren Höhen (»>Ann. d. Hydr. usw.« 1907, S, 568), Er geht 
auf die kürzlich erschienene Höhentafel von Frederick Ball näher ein und 
zibt ein sehr praktisches Verfahren zur Vereinfachung der Interpolationsarbeit 
bei Benutzung dieser Tafel. 
Ich war seit einem Jahre mit der Berechnung einer Höhentafel beschäftigt, 
als die Ballsche Tafel erschien. Die von mir entworfene Tafel sollte sich auf 
die Breiten von 60° N bis 60°S und die Deklinationen von 62,5° N bis 62.5° 5 
erstrecken. Ich berechnete die Höhen für Zeitintervalle von 2 zu 2 Minuten und 
für jeden vollen Grad der Breite und Deklination, Zum Interpolieren setzte ich 
neben jede Höhenspalte drei Spalten mit den entsprechenden Proportionalteilen 
für die drei Argumente, Hierdurch ermöglichte ich eine sehr schnelle und ein- 
fache Berechnung der Höhe, die sogar die Ausführung . 
dieser Rechnung mit vierstelligen Logarithmen nach Fig. 1, 
Bolte an Schnelligkeit übertraf, Ich wäre aber zu 
einem Tabellenwerk von nahezu 1800 Seiten gelangt. 
Dieser Umstand und das Erscheinen der ähnlichen 
Ballschen Tafel bestimmte mich. meine Arbeit ein- 
zustellen. 
Gegenwärtig ist wohl die bequemste Art der 
Höhenberechnung die vierstellig logarithmische Rech- 
nung nach Bolte. Auch reicht die Genauigkeit der 
zo ermittelten Höhe im allgemeinen für die Praxis aus, 
Es ist nun die Frage, ob es denn überhaupt 
nötig ist, gerade die Höhe zur Ermittelung der Stand- 
linie zu berechnen. 
In nebenstehender Fig, 1 sei R der Schiffsort en 
nach Besteck mit der Breite gp und der Länge ir, 
X ARC das Azimut der Sonne oder, ganz allgemein, eines Gestirns und AB die 
Höhengleiche (Standlinie), Bei der Methode Marcq St. Hilaire bestimmt man durch 
Berechnung des Azimuts, durch Berechnung der wahren Höhe des Gestirns für 
den Punkt R und durch Bildung der Differenz beobachtete Höhe-— berechnete 
MM
	        
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