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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

162 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1908. 
wehte, wurde Kurs recht nach Westen aufgenommen und wahrscheinlich zwischen 
3h und 4 N am 2, November vor dem Zentrum vorbei gedampft, da man dann 
Winde antraf, die zur Westseite des Orkanfeldes gehörten, 
Ale andern Schiffe schnitten das Orkanfeld in größerer Entfernung vom 
Zentrum an, hatten einige Wachen stürmisches. Wetter, wobei alle Anzeichen 
eines vorhandenen Orkans beobachtet wurden (s. Journalauszüge) und liefen 
bald wieder aus dem Orkan heraus (s, Tafel 7). 
Auch in dem vorliegenden Falle wurde die zweimal tägliche Schwankung 
des Barometers von etwa 2 mm in jener Gegend gestört, was überhaupt als 
Warnung vor der Nähe einer atmosphärischen Störung gelten kann. Die folgende 
Tabelle gibt eine Zusammenstellung, auf welche ungefähre Entfernung vom 
Zentrum diese täglichen Luftdruckwellen auf den beteiligten Schiffen während 
der verschiedenen Orkanphasen gestört erschienen bzw. yanz verschwanden: 
Taten 
Oktober 22. 
2 
Y, 
vr 
Entfernmme vam Zentrum 
60 Bar 
j45 * 
1a x 
}i5 © 
160 « 
30 « 
193 
Datum 
Oktober 25. 
20, 
30, 
Neovemb. 1. 
Entfernung vom. Zentrum 
93 Sm 
{ 30 
4 
{23 « 
130 © 
35 
< A + 
Ein gutes Mittel, Unregelmäßigkeiten des Luftdruckes in den Tropen früh- 
zeitig festzustellen, besteht darin, daß man die augenblickliche Ablesung mit der 
vor 24 und 48 Stunden vergleicht; man ersieht daraus, indem man den Einfluß 
der täglichen Luftwellen ausscheidet, wie der wirkliche Luftdruck sich geändert 
hat. Eine Befolgung dieser Regel hätte vielleicht den Dampfer »Solo« zeitig 
genug darauf aufmerksam gemacht, daß er einem Orkan von achtern aufdanıpfte, 
Dort waren nämlich die Barometerstände: 
Öktober: 
2 
2. | 2% | 2% | 3. 
124 nachts} 705 750.0 | MA 
4b 532.1 ; 585 BT 
80V 30.4 | 308 | 58.1 
(21 mittags 39.1 | 5904 | 57.0 
4 X | 570 576 | 559 
Su N | | 3A‘ 585 | 576 ,; 
Besonders auf das Vorhandensein einer atmosphärischen Störung hindeutend, 
waren die schweren Platzregen, die die Schiffe beobachteten, die das Gebiet des 
sich bildenden Orkans in den ersten Tagen passierten. Die meisten Regengüsse 
wurden vom südlichen und östlichen Teil des Orkanfeldes gemeldet, Elektrische 
Erscheinungen waren im allgemeinen nicht sehr zahlreich, wodurch sich die 
Orkane dieser Gegend überhaupt auszuzeichnen scheinen. Die Richtung der 
Dünung war in der Regel 2 bis 4 Strich weiter nach rechts als die Richtung 
des Seeganges; in derselben Weise wich oft die Richtung der oberen Wolken 
von der Windrichtung ab (s auch die Journalauszüge). In der folgenden 
Tabelle ist zusammengestellt, in welcher Richtung und Entfernung die wahr- 
scheinlich mit dem Orkan zusammenhängenden charakteristischen Cirruswolken 
beobachtet wurden: 
vd 
_ 
Datum 
am Sb 
Zug der 
Wolken von 
Richtung u. Entfernüng: 
vom Zentrum 
Datum 
um 8&h V. 
Zug der 
Walken von 
‚Richtung ut. Entfernung 
vom YZentrun 
Öktaber 22, 
21. 
ONO ONO 2410 Sm 
OS 080 360 
— NO 300 
OXO ÖzX 660 
0 Ö 760 
= 0X 420 
= Ö 780 
Oktober 27, 
% 28. 
# 29, 
“ 30 
2 
080 
Xo 
x 
NXNO 100 Sm 
ON 240 « 
Ö 360 © 
SO 20 
NO 180 
1 
i 
Navemb. 1. 
ONO 150 Sm
	        
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