Kurze Anweisungen für Segekchiffsreisen zwischen Australien and den Westküsten Amerikas. 147
lich von 150° W-Le. pflegt der Passat dann wieder etwas regelmäßiger aufzutreten,
Es kommt dann alles darauf an, die Breiten aufzusuchen, in denen er am stetigsten
weht, Steigen des Barometers deutet an, daß man sich seiner Südgrenze und
dem Stillengebiet dort zu sehr nähert, Fallen des Barometers deutet an, daß man
sich der Gegend der Passatstörung im Norden zu sehr nähert, Über die um
diese Zeit dort vorkommenden Orkane vgl, 8b.
32 bb. Reiseantritt von Mitte Februar bis Anfang September,
Südostpassat, Man suche den Strich Ifrischesten Südostpassates auf,
achme den Weg um die Nordseite der Paumotu-Inseln, steuere im frischen
Südostpassat nach Westen und wie wenn man von Britisch-Kolumbien käme um
die Nordwestseite der Fidji-Inseln weiter (vgl. dazu unter 8a), Die Entfernung
auf dem Wege 12b ist etwa 750 Sm größer als auf dem Wege 12a,
12€. Reiseantritt im September und vor Mitte Oktober:
Südostpassat, Wenn man Iquique in dieser Zeit verläßt, dürfte es am
besten sein, um die Nordseite der Paumotu-Inseln zu gehen, Kann man die
Fidji-Inseln dann noch im Oktober erreichen, so nehme man den Weg um deren
Nordwestseite, vgl. oben unter 12b und Ba; ist die Jahreszeit aber schon so
vorgeschritten, daß man die Fidji-Inseln erst im November erreichen. würde, so
steuere man um die Südseite der Tonga-Gruppe, halte sich aber zunächst noch
ziemlich nördlich und biege erst von etwa 160° O-Lg. geradenwegs auf den Be-
stimmungshafen, Die Entfernung auf diesem Wege ist etwa 500 Sm größer als
auf dem Wege 12a, und die mittlere Reisedauer von 5 Schiffen betrug 75 Tage,
65 die kürzeste, 91 die längste.
183. Von Valparaiso nach Australien
schlage man dieselben Wege ein wie von Iquique, hüte sich aber zu früh so
westlich zu steuern, daß man in das Stillengebiet auf der Östseite des Stillen
Ozeans gerät,
14. Von Guayaquil nach "Australien
schlage man dieselben Wege ein wie von Iquique aus, Nähere Angaben über
Wind-, Wetter- und Stromverhältnisse vgl. man im Segelhandbüuch und Atlas für
den Stillen Ozean, Die Deutsche Seewarte.
Zur Ozeanographie der nordeuropäischen Meere im Anschluß an Nansens
„Northern Waters“,
I.
Ehe Raoculd Amundsen seine für die Geographie so bedeutungsvolle
Forschungsreise 1902—1906 nach dem magnetischen Nordpol und durch die
Nordwestliche Durchfahrt antrat, unternahm er im Sommer 1901 vom 22, April
bis 4, September eine Probefahrt auf seinem kleinen Polarschiff »Göa« in die
nordeuropäischen Meere, um Erfahrungen mit seinem Schiff und über die auf
der Expedition anzustellenden wissenschaftlichen Beobachtungen zu sammeln.
Diese Vorexpedition führte ihn nach dem Vorschlage F. Nansens in die
Barentssee und in das europäische Nordmeer, um in bestimmten Teilen
dieser Meere genaue Temperatur- und Salzgehaltsbeobachtungen aus den ver.
schiedenen Tiefen zu gewinnen und um über die Strömungen und die Herkunft
der polaren Gewässer, besonders über den Ursprung des kalten schweren Boden-
wassers in der Barentssee wie im Nordmeer Aufklärung zu erhalten. >
Amundsen hat seine Aufgaben mit größter Sorgfalt zu lösen gesucht;
seine Beobachtungen hat er nach seiner Rückkehr Nansen übergeben, der sie
zusammen mit den von früheren Expeditionen her bekannten Beobachtungen in
einer 1906 erschienenen Schrift!) bearbeitet hat. Nansen ist hierin zu so
Northern Waters by Fridtijof Nansen, Chrietiania 1906.