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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

Kurze Anweisungen für Sexelschiffsreisen zwischen Australien und den Westküsten Amerikas. 145 
Se. Reiseantritt von Mitte November bis Mitte Februar, 
Nordostpassat. Wenn man den Nordostpassat sehr frisch trifft, so kann 
man in dieser Zeit statt des unter 8b) gegebenen Weges auch den folgenden ein- 
schlagen. Man laufe geradenwegs zwischen den Gilbert-Inseln und den Marschall- 
Inseln durch nach 0° Br. und 169° O-Lg. Von da steuere man zwischen den 
Salomon- und den Santa Cruz-Inseln durch nach dem Ende des D’Entrecasteaux- 
Riffes im Nordwesten von Neu-Kaledonien und, ohne gleich zuviel Ost zu ver- 
geben, von da nach dem Bestimmungsorte. Man gelangt auf diesem Wege etwa 
zwischen der Linie und 10° $S-Br. in das Gebiet des 
Nordwestmonsuns: sollte dieser so schral sein, daß man die Westseite 
der Santa Cruz-Inseln nicht anholen kann, so gehe man östlich davon entlang, 
Der Südostpassat ist in ungefähr 14° S-Br. zu erwarten, 
9. Von Kalifornien nach Australien, 
Man laufe mit den nordwestlichen Küstenwinden auf dem kürzesten Wege 
in den Nordostpassat und verfahre nach 8a, b und ce, wie wenn man von Britisch- 
Kolumbien käme, 
10. Von Mexiko nach Australien. 
10%. Reiseantritt von April bir September, 
Man steuere, ohne sich unnötig nach Süden drängen zu lassen, auf dem 
kürzesten Wege in den Nordostpassat, dort nach dem Schnittpunkte 10° N-Br. 
in 146 oder 156° W-Le, (vgl. 8a) und, wie dort angegeben ist, um die Nordwest- 
seite der Fidji-Inseln weiter, Wird man, besonders von Ende Juni an, gleich im 
Anfang der Reise in den über die Linie als Südwind herübergreifenden Südost- 
passat gedrängt, so suche man auf B-B.-Halsen möglichst schnell in den Strich 
des frischesten Südostpassates zu gelangen, segle in diesem nach der Nordseite 
der Fidji-Inseln und nach 8a weiter. 
10 b, Reiseantritt von Oktober his Februar, 
Küstenwinde. Man steuere über etwa 10° N-Br, und 120° W-Lg. den 
Gürtel der äquatorialen Mallungen an, überschreite ihn auf dem kürzesten Wege 
und nehme den Weg nach der Südostseite der Paumotu-Inseln. 
Südostpassat. Bei hohem Barometerstande und frischem Südostpassat 
biege man zeitig nach Westen und steuere zwischen den südöstlichsten Inseln 
der Gruppe durch, bei niedrigem Barometer und unstetem Passat steuere man 
erst weiter südlich nach Westen. Auf dem Wege nach Westen lasse man sich 
nicht aus dem Passat nach Süden, aber auch nicht nördlich in das Gebiet der 
Passatstörungen drängen, vgl. dazu 8b und 12a. 
10€. Reiseantritt im März. 
Es dürfte am besten sein, in diesem Monat, ohne sich zu zeitig südlich 
drängen zu lassen, nach 10° N-Br. und 142° W-Lg. zu steuern und von da nach 
8b zu verfahren, 
Die Reise von Guaymas nach Sydney ist in 47 Tagen zurückgelegt worden, 
die längste der Deutschen Seewarte bekannt gewordene Reise dauerte 83 Tage 
von Salina Cruz nach Sydney. 
11. Von Zentralamerika nach Australien. 
Windstilles Äquatorialgebiet. Alle Segler müssen zunächst danach 
streben, möglichst schnell aus dem windstillen Gebiet, und zwar je nach der 
Jahreszeit oder nach der Lage des Abfahrtsortes, in den Nordostpassat oder in 
den Südostpassat zu gelangen. Dabei müssen sie den gerade angetroffenen Um- 
ständen weitgehend Rechnung tragen, und sollten sich auch nicht scheuen, von 
den folgenden Anweisungen, die nur für mittlere Verhältnisse als allgemeine 
Anhaltspunkte gegeben sind, abzuweichen, um eine gerade angetroffene Gelegenheit 
voll auszunützen, wenn dabei nur im Auge behalten wird, daß der eingeschlagene 
Weg aus dem Stillengebiet führt.
	        
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