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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

Ann. d. Hydr. usw., XXXVL Jahrg. (1908), Heft IV. 
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Kurze Anweisungen für Segelschiffsreisen zwischen Australien 
und den Westküsten Amerikas. 
Vorwort, Die folgenden Anweisungen sollen, ohne auf Einzelheiten der 
Reisen einzugehen, nur einen schnellen Überblick über die oben bezeichneten 
Seglerwege im Stillen Ozean geben. Mit den auf solchen Reisen zu erwartenden 
meteorologischen und hydrographischen Verhältnissen sollten sich die Kapitäne 
und Schiffsoffiziere nach dem von der Deutschen Seewarte herausgegebenen 
‚Segelhandbuche für den Stillen Ozean« und dem dazugehörigen Atlas möglichst 
vertraut machen. 
1. Von Newcastle oder Sydney nach Kalifornien. Oregon oder Britisch-Kolumbien. 
1a. Reiseantritt von April bis Oktober, 
Westwindgebiet, Man nehme den Weg nördlich von Neu-Seeland ent- 
lang, dann halte man gut Süd und segle bei östlichen Winden lieber auf B-B.- 
Halsen als auf St-B.-Halsen, selbst wenn auf B-B.-Halsen zunächst kein Ost gut 
gemacht wird, um nicht schon westlich von 167° W-Lg. über 331/,° S-Br. nach 
Norden gedrängt zu werden. 
Südostpassatgrenze. Weiterhin nehme man den Weg im Westen der 
Paumotu-Inseln, dazu schneide man 30° S-Br. in 158° W-Lg. und 25° S-Br, in 
153° W-Lg. oder etwas östlicher, namentlich etwas östlicher im April und Anfang 
Mai oder Ende September und im Oktober, weil dann der Passat weit nach 
Süden reicht. Wird man westlich von Tahiti gedrängt, so bleibe man gut 30 Sm 
davon entfernt, um nicht in Lee der Insel in Windstille zu geraten, 
Südostpassat. Um die Linie in 149° W-Lg. oder östlicher zu schneiden, 
halte man im Südostpassat Ost an; wenn es aber nicht ohne Beeinträchtigung 
der Fahrgeschwindigkeit geht, so lasse man es darauf ankommen, jene Länge im 
Öststrom noch nördlich der Linie gewinnen zu können, Hat man sie schon, so 
durchfahre man das äquatoriale Gebiet der flauen Winde auf dem kürzesten Wege, 
Nordostpassat, 5° N-Br. sollte man im April, Mai and Juni in 145° O-Le. 
zu schneiden suchen, weil der Nordostpassat dann schral ist, in den spätern 
Monaten kann man nördlich von 5° N-Br. noch Länge holen und sollte bestrebt 
sein, 10° N-Br, nicht westlich von 147° W-Lg. zu schneiden, Unter mittlern 
Windverhältnissen im Nordostpassat würde man von 10° N-Br. und 150° W-Lg. 
aus indessen noch 100 Sm luvwärts von Hawai bleiben, 
Westwindgebiet. An der Nordgrenze des Nordostpassates steuere man 
nicht gleich zu Östlich, sondern suche namentlich im Juli, August und September 
um die Nordseite des dort lagernden Hochdruckgebietes zu segeln, wenn man 
dabei auch 40° N-Br. überschreitet, Ist es nicht nötig, so nördlich zu gehen, so 
sollte man doch nicht früher auf die Küste zu biegen, als bis man den Be- 
stimmungsort rechtweisend Ost oder südlich von Ost von sich hat, Die mittlere 
Reisedauer nach Kalifornien auf diesem Wege beträgt etwa 67 Tage. 
1 b. Reiseantritt von November bis März, 
Westwindgebiet, Man nehme den Weg südlich von Neu-Seeland um 
die Südseite der Snares, und halte sich bis 135° W-Leg, südlich von 40° S-Br. 
Trifft man dabei Ostwind mit hohem Barometer, so segle man auf B-B.-Halsen, 
bis der Wind raumt. 
Grenze des Südostpassates, 30° 5S-Br. steuere man in etwa 123° W-Le. 
an, trifft man dort nördlichen Wind bei rasch fallendem Barometer, so springt 
der Wind wahrscheinlich bald um, fällt das Barometer bei nördlichem Winde 
nicht, so segle man auf St-B.-Halsen nach der Westseite der Depression in die 
dort südlichen Winde, Ist das Wetter stürmisch, so muß man natürlich dabei 
vorsichtig sein, 
Der Südostpassat ist jetzt auf der westlichen Hälfte des Ozeans und 
auch noch an der Ostseite der Paumotu-Inseln manchmal gestört, darum suche 
Ann, ad, Hydr. usw. 1908, Heft IV.
	        
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