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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

Kleinere Mitteilungen. 
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Eine, wenn auch nicht gerade starke, immerhin aber hervortretende Ab- 
weichung der Werte, die Herr Schwendig findet, von denen, die die Deutsche 
Seewarte für ihre obenerwähnte Veröffentlichung gefunden hat, zeigt sich auf 
den vereinbarten nördlichen Dampferwegen zwischen 50 und 60°W-Lg. Während 
die Deutsche Seewarte dort überwiegend nordöstliche Versetzungen gefunden 
hat, ist die »Brandenburg« dort vorwiegend nach Südosten versetzt worden. 
Man wird davon aber nicht überrascht sein, wenn man sich vergegenwärtigt, daß 
die Deutsche Seewarte vorwiegend Reisen zwischen dem Englischen Kanal und 
New York untersucht, die »Brandenburg« aber vorwiegend Reisen zwischen dem 
Englischen Kanal und Baltimore gemacht, zwischen 50 und 60° W-Lg. daher südlicher 
gestanden hat, als der durchschnittliche Weg der 12 Dampfer liegt, deren Ver- 
setzungen die Deutsche Seewarte untersucht hat. Die »Brandenburg« ist daher 
durchschnittlich etwas näher an dem Südrande des Golfstromes gewesen, wo sich 
erfahrungsgemäß Strömungen nach Südosten abzweigen. Und auf die südlichere 
Lage des durchschnittlichen Weges der »Brandenburg« dürfte es auch zurück- 
zuführen sein, daß bei diesem Schiffe ebenfalls auf dem nördlichen Wege die 
südwestlichen Versetzungen noch stärker hervortreten als auf Reisen nach oder 
von New York. Die mittlere Größe aller Versetzungen, obwohl bei der »Branden- 
burg« etwas kleiner als im Durchschnitt bei jenen 12 Dampfern, ist bei der 
‚Brandenburg « ebenfalls auf den südlichen vereinbarten Wegen größer als auf den 
nördlichen, und eine Durchsicht der Versetzungen bestätigt, daß die größten Ver- 
setzungen im Sinne der vorherrschenden Stromrichtung zu erfolgen pflegen, D.S. 
3. Eisberge auf der Höhe von Labrador. Nach einem der Deutschen 
Seewarte zur Verfügung gestellten Berichte S. M. S. »Bremen« über die Reise 
von St. Johns nach Nain und zurück nach Montreal im August 1907 wurden auf 
dieser wenig befahrenen Route in nachfolgenden Positionen Eisberge angetroffen: 
a, Zwischen St. Johns und Nain: 
Datum. Dppzeit 
1907 
N-Br. | W-Le. 
Bemerkungen Datum | Uhrzeit ' 
1907 
X.Br. | W.-Lz. 
Bernerkungen 
Aug. 31, 
vB 12. 
60h N, 
50h V, 
525b V. 
‚08h V, 
20h N. 1 
25h N. 
30h N. 
34 N. 
30h N. 
51025 | 54° 17 
52° 53 350 0 
580 10° | 549 42 
53° 30 | 35° 0 
53942 155° 5 
53° 55’ | 55° 5,5 
549 159 | 350 30 
54020550 6 
10907 35098 
| BKisbere 
! 
| 
Aug, 13, | 
56%h V,. 3592 
55h V, | 55° 40 
70h V, [55° 50 | 
7400 V, [55° 50 
33h V, F55° 51 
85h V. 535° AU 
11%) V, 55051 
57° 40 
57° 40 
58° 25 
38° 25 
399 10 
509 10 
509 30 
. Eisberg 
Gruppe von 
i2 Kisbergen 
Aug, 20 
+ 1 
d. Zwischen Nain und Montreal: | 
5 V, | 54° 20 157° 5011 Eisberg Aug. 20, | 10% VW, | 53° 26 /55°30 [1 Kisberg 
oh | 340 3 79 30 „21. 1265 V. [510415 156° 8 
Neuere Veröffentlichungen. 
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben. 
Amundsen, Roald: Die Nordwest-Passage. Meine Polarfahrt auf der »Gjöa« 
1903 bis 1907. Nebst einem Anhang von Premierleutnant Godfred Hansen. 
Übers. von Pauline Klaiber. Mit 140 Bildern und 3 Karten. 8° 5445, 
München 1908, Albert Langen, 12.00 £. 
Die Norwegische Polarexpedition auf der »Gjüöa« unter Amundsen ist zweifellos eine der 
jervorragendsten Großtaten auf dem Gebiet der Polarforschung, Kinerseits ist das seit Ende des 
16. Jahrhunderts angestrebte Ziel, die Umschiffung des Festlandes von Nordamerika, an das viele 
Expeditionen vergebens Tatkraft und Leben gewendet hatten (Untergang der Franklin-Expedition mit 
[34 Mann 1846), erreicht worden, andererseits ist mit der Umschiffung zugleich eine fast zwei Jahre 
umfassende, ununterbrochene Aufzeichnung der magnetischen Elemente in der mpeg des magne- 
tischen Nordpols gewonnen worden, Hierzu treten noch umfassende Kartierungen unbekannter Insel- 
zruppen sowie zoologische und ethnographische Sammlungen und systematische meteorologische Beob- 
achtungen, Kurz, die Bay hat in vollem Maße die Pan Ta zn aber nicht immer sich erfüllen 
lassende Forderung an polare Expeditionen angestrebt und erreicht: Erweiterung unseres Wissens 
äber die dem Pol benachbarten Landmassen und gründliches Studium der Probleme 
der Geophysik in den Polargebieten selbst.
	        
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