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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1908.
Kleinere Mitteilungen.
1, Beobachtungen mit Unterwasserglockensignalen. Nach einem Bericht
des Kaiserlichen Hafenkapitäns zu Kiel, Kapt, z. 8. z. D, Paschen.
Im Monatsbericht des Fenerschiffes Gabelsflach für Dezember befand sich
eine kurze Angabe, daß das Unterwasserglockensignal des Fehmarnbelt-Feuer-
schiffes am 20. und 23. Dezember 1907 deutlich gehört worden sei,
Da die Entfernung der Feuerschiffe voneinander 26,6 Sm beträgt und da,
meines Wissens, Unterwasserglockensignale zuvor niemals auf so große Ent-
fernungen gehört worden sind, so habe ich, um alle Zweifel über die Richtigkeit
der Angabe auszuschließen, eingehende Erhebungen mit folgendem Resultat
angestellt,
1. Das Unterwasserglockensignal wurde am 20, Dezember von 10% V, bis
34 N, und am 23, Dezember von 9 N. bis 10% N, in stets gleichmäßiger Stärke gehört.
2, An beiden Tagen wurde das Signal an der unbekleideten Bordwand
der Zimmermannslast vernommen und zwar: am 20, Dezember von einem Beamten
und sechs Mann der Besatzung, am 23. Dezember von nur zwei Mann der Be-
satzung, (Der größte Teil der Besatzung wird wohl schon geschlafen haben.)
8, Die Signale waren nur in der Zimmermannslast und nur zu den unter 1
angegebenen Zeiten zu hören,
4. Die Wind- und Stromverhältnisse waren, wie folgt;
Aroma
Ost 035 bis 1.0 Sm
NW ganz schwach
SO 0—0.5 Sm
Kein Stram
Fehmamibelt . .
Gabelsflach . . .
Fehmarnbelt . 2.
Cabheleflach
20. XI. SO—SW 1
© S0zS 0—1
23. XIL) SW—SSW 3— 1
SWzS 0—)J
5. Das Glockensignal vom Gabelsflach-Feuerschiff ist bisher niemals auf
dem Fehmarnbelt-Feuerschiff gehört worden, Die Wasserbauinspektion Flensburg
hat aber Auftrag gegeben, daß künftig auf die Signale vom Gabelsflach-Feuer-
schiff geachtet werden soll,
Der Umstand, daß die Glockensignale nur zu den unter 1 angebenen Zeiten
gehört worden sind, läßt sich nach meiner Ansicht dadurch erklären, daß die
Signale in den übrigen Zeiten durch das von Schiffsschrauben verursachte
Geräusch ausgelöscht worden sind,
2, Stromversetzungen des Dampfers »Brandenburg«, Kapt. E. Wolters-
dorf, auf den Wegen zwischen dem Englischen Kanal und der Ostküste von
Nordamerika, bearbeitet von E. Schwendig, Offizier beim Norddeutschen Lloyd,
Bei der Bearbeitung der Stromversetzungen des 7532 R-T,. brutto großen
Dampfers »Brandenburg« auf 43 Reisen zwischen dem Englischen Kanal und
Nordamerika kommt Herr Schwendig im wesentlichen zu den gleichen Ergeb-
nissen wie die Deutsche Seewarte in der Abhandlung »Versetzungen auf den ver-
einbarten Dampferwegen zwischen dem Englischen Kanal und der Ostküste Nord-
amerikas« — vgl. »Ann, d, Hydr. usw.« 1903, S. 281 fi, und »Dampferhandbuch
für den Atlantischen Ozeane, S. 124 u. 131 —, der Beobachtungen von 12 Dampfern
zugrunde liegen, Aus 794 einzelnen Versetzungen der »Brandenburge, von denen
260 auf die nördlichen vereinbarten Dampferwege, in die Zeit yon Mitte August
bis Januar, und 534 auf die südlichen Dampferwege, in die Zeit von Mitte
Januar bis August entfallen, leitet Herr Schwendig genau dieselben Beziehungen
zwischen den Windrichtungen und Stromrichtungen ab, nämlich Versetzungen
nach Lee oder nach rechts 64°%/,, Versetzungen in den Wind auf öder nach links
86%, Ergebnisse, die sich auch genau mit den früher von Dinklage gefundenen
— vgl. »Ann. d. Hydr. usw.« 1888, S, 1 ff, und ebenda 1895, 5. 427 IH. — decken,
Es erscheint beachtenswert, daß mehrjährige Beobachtungen ein und desselben
Dampfers offenbar genügen, um die tatsächlichen Strömungen einer bestimmten
Meeresgegend in genügender Weise klarzulegen.