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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

[30 Ayınalen der Hydrographie und Maritinen Meteorologie, März 1908, 
hinzu, als wir mit Rücksicht auf die Inhomogenität des Feldes auf die Herr 
Dr. Meldau in unserer Korrespondenz über den Gegenstand selbst hingewiesen 
hat, die Feldkomponenten. nach magnetisch Ost und nach magnetisch Nord bei 
am den Winkeld aus dem magnetischen Meridian abgelenkter Nadel kennen 
müßten; statt dessen wissen wir nur, daß bei Lage der Nadel im magnetischen 
Meridian das Drehmoment und damit die dort nach magnetisch Ost gerichtete 
Feldkomponente proportional zu sin 2 ist, Warum man aus dieser Tatsache 
schließen soll, daß das oktantale (Hied der erzeugten Doviation = — ist, ist 
nicht ersichtlich, 
Die Lückenhaftigkeit im Nachweis für die Richtigkeit der 4-Korrektor- 
Methode (1907) wird wohl noch deutlicher, wenn wir uns die Veränderung über- 
legen, die beim Versetzen einer Kombination von Rose und Korrektoren von Land 
an Bord eintreten, Richtig ist, daß im Fall reiner Quadrantaldeviation an Bord 
die vom Schiff erzeugte nach magnetisch Ost gerichtete Feldkomponente pro- 
portional zu sin 2£ ist, Daraus aber, daß durch den 4-Korrektor-Versuch (1907) 
die von zwei Korrektoren an Land auf die im magnetischen Meridian fest- 
vehaltene Nadel ausgeübte nach magnetisch Ost gerichtete Feldkomponente eben- 
falls proportional zu sin 25 erwiesen ist, folgt nicht ohne weiteres, daß nach dem 
Versetzen der Kombination an Bord dieselbe Komponente auch dort proportional 
zu sin 2£ sei und infolgedessen das vom Schiff ausgeübte Drehmoment auf allen 
Kursen aufheben. könne, 
Wir müssen dabei zwischen der Nadelwirkung und der Feldwirkung unter- 
scheiden, (Ich gebrauche statt »Erdinduktion« den Ausdruck »Feldwirkung«, 
weil die Kombination an Bord nicht vom Erdfeld, sondern vom vereinigten Erd- 
und Schiffsfeld beeinflußt wird.) Der Sinn des Satzes von Herrn Dr. Meldau 
auf S, 74: »So liegt in dem praktisch wichtigsten Fall der Nadel- 
induktion die Richtigkeit der Vierkorrektormethode auf der Hand« 
könnte so verstanden werden: »In allen Fällen, in denen merkliche Nadel- 
induktion vorhanden ist, ist die Richtigkeit der 4-Korrektor-Methode (1907) er- 
wiesen, und in den praktisch wichtigsten Fällen braucht man sich um die Feld- 
induktion nicht zu künmern,.« Das wäre beides nicht richtig. Bewiesen ist nur: 
Derjenige Teil des erzeugten Drehmoments, der durch Nadelwirkung 
entsteht, ist an Bord wie an Land proportional zu sin 25, weil in der 
Tat auf gleichem magnetischen Kurs £ an Bord und an Land die Stellung der 
Korrektoren gegen die im magnetischen Meridian festgehaltene Nadel dieselbe 
ist. (vgl. Fig. 1 und 2). Für den durch Feldwirkung erzeugten Teil des 
Drehmoments fehlt aber der analoge Beweis, und Feldwirkung ist natürlich 
immer vorhanden. Wohl kann bei manchen Kompensationsmethoden die Nadel- 
wirkung größer sein als die Feldwirkung, so daß diese nur additiy oder subtraktiy 
zur Nadelwirkung hinzutritt; da ist sie aber immer, Denn was sollte uns ein 
Kompaß und was eine Kompaßkompensation an einem Orte, wo kein magnetisches 
Feld außer dem der Rosenmagnete vorhanden wäre? Dagegen kann Nadelwirkung 
sehr wohl fehlen, Mein Einwand bezieht sich also nicht auf irgend einen 
praktisch unwichtigen Spezialfall, sondern auf den allgemeinen, für jede Kompen- 
zationsart zutreffenden Fall, da auch Feldwirkung immer vorhanden ist, Und 
solange nicht auch das von Feldwirkung erzeugte Drehmoment an Bord als pro- 
portional zu sin 25 erwiesen ist, ist die 4-Korrektor-Methode für keinen Fall als 
richtig dargetan, 
Die Schwierigkeit, diesen fehlenden Beweis zu führen, liegt in folgendem: 
Das wirkende Magnetfeld ist an Bord nicht nach magnetisch Nord, sondern nach 
Kompaßnord des unkompensierten Platzes gerichtet (vgl, Fig. 1 und 2). Denken wir 
ans also an Bord wie an Land beim gleichen magnetischen Kurs 5 (Fig. 1 und 2) 
die Magnetnadel im magnetischen Meridian festgehalten, so ist die Konfiguration 
von Nadel, Korrektoren und wirkendem Magnetfeld an Bord eine ganz andere 
als an Land. Die Korrektoren stehen gegen die Nadel in beiden Fällen gleich, 
gegen das wirkende Feld aber ganz verschieden, Bezüglich der Feldwirkung auf 
die Korrektoren spielt an Bord offenbar der Kompaßkurs £ des unkompensierten
	        
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