Ewald, W. F.: Über ein Wasserphotometer.
127
Öffnung geschlossen, mithin der Anschlag T (Fig. 2) fast bis an die Stelle des
Anschlages A gerückt ist. Hier wird die Scheibe durch einen dritten, auf der
Abbildung nicht sichtbaren Anschlag festgehalten. Nun wird der Sperrzahn des
Hebels H so weit nach links gebogen, daß er über den Anschlag T fest herab-
gedrückt werden kann und die Scheibe in dieser Lage festhält, Man läßt nun
den Apparat herab, und zwar mit möglichster Schnelligkeit, Eine zweite Person
hat sich ein wenig zur Seite aufgestellt und hält die mit dem Hebel H ver-
bundene kurze Schnur in der Hand; sobald der Apparat unter der Wasserober-
fläche verschwunden ist, wird die Schnur mit kurzem Ruck angezogen und dann
einfach fortgeworfen; da sie nur so lang ist wie die Entfernung zwischen dem
Bordrand (Reeling) des Schiffes und der Wasseroberfläche, so verwickelt sie sich
nicht mit dem Stahlkabel. Nun würde, wenn der Apparat nicht in mäßiger Ab-
wärtsbewegung erhalten würde, die Scheibe E durch das Gegengewicht G in die
in Fig. 2 skizzierte Lage zurückgleiten; doch wird sie durch die Schaufeln S
daran gehindert, und der Apparat bleibt geschlossen, solange er fällt. (Diese
Lage ist in Fig. 2 durch punktierte Linien angedeutet.) Erst in dem Augenblick,
wo er in der bestimmten Tiefe angelangt ist und angehalten wird, kann die
Scheibe zurückrotieren und dadurch die Öffnung freigeben. In dieser Lage wird
sie nun durch den Arretierhebel H festgehalten, dessen Sperrzahn über den Keil K
fest zwischen diesen und den Anschlag A gerät, wie in Fig. 2 dargestellt, Nach-
dem die Exposition beendet ist, läßt man von oben den Deckel herab, der den
Apparat genügend verschließt, Der Deckel braucht pro Meter etwa 2° Fallzeit,
was für den Zeitpunkt des Loswerfens von Bedeutung ist.
Am besten nimmt man nun den ganzen Apparat, event. ohne das Blei-
gewicht, das man mitsamt dem trichterförmigen Boden sogleich abnehmen kann,
in einen verschließbaren Raum und wechselt abermals das Papier,
Das exponierte Papier zeigt eine Reihe von Ziffern, die durch das Filter
hindurch exponiert wurden, Die höchste ablesbare Zahl gilt als Maßzahl der
in der betreffenden Schicht herrschenden Lichtintensität. Erhält man die Grenz-
werte 0 oder 9, so muß man es noch einmal mit längerer bzw, kürzerer Be-
lichtangszeit versuchen. Alle Zahlen werden auf 1"i“ Belichtungszeit reduziert.
Die Ablesung erfolgt am besten unter Rauchglas, in 25 cm Augenentfernung, um
nur undeuntlich sichtbare Ziffern auszuschließen, Sollte es zu unbequem er-
scheinen, den Apparat mit Kabel in einen geschlossenen Raum zu nehmen — was
auf einem Dampfer immer möglich sein wird —, so kann man über die Öffnung
des Zylinders ABCD einen Beutel schieben, der an beiden Seiten durch ein
Gummiband geschlossen ist. Durch die zweite Öffnung steckt man die Hand,
zieht innen den kleinen Eimer mit dem Glaszylinder heraus, bedeckt dessen
Öffnung mit der Handfläche und kann nun Faust und Eimer aus dem Beutel
herausnehmen und irgendwo die Neuladung vornehmen. Ebenso verfährt man
beim Einsetzen des Glases.
Um die Auslöseschnur zu vermeiden, habe ich auch eine Ablaufvorrichtung
erdacht, aber nicht ausprobiert (die Schnur funktionierte ganz sicher und zu-
[Iriedenstellend). Sie besteht in einem Rahmen aus Bandeisen, der in einem dreh-
baren Zapfen an der Bordwand befestigt wird und beim Rollen des Schiffes frei
nach außen schwingen kann. Er trägt zwei Schienen, in denen der Apparat zu
Wasser gleitet; in einstellbarer Tiefe (bei Seegang bis zu 1’/, m) wird der Arretier-
hebel durch einen Anschlag ausgelöst. Oben ist an dem Rahmen eine Rolle be-
festigt, über die das Kabel gelegt wird; doch wird es, sobald der Apparat in
der richtigen Tiefe angelangt ist, aus dieser Rolle herausgehoben.
Als Papier benutzte ich für Tiefen bis zu 10 m gewöhnliches Zelloidin-
papier, für das Belichtungszeiten zwischen */, und 30"i* (in 10 m Tiefe)
ausreichten. Für größere Tiefen verwendete ich das von der englischen Firma
Wynne für ihr Aktinometer hergestellte »Rapid Deadmatch Paper«, das offenbar
ein Chlor-Bromsilberpapier mit Chromzusatz ist. Es ist das empfindlichste der
mir bekannten Papiere und gab in 30 m Tiefe noch Expositionen. Die Neue
photographische Gesellschaft in Steglitz bei Berlin fabriziert ein Chlor-Bromsilber-
papier, das zwar nicht ganz so rapid ist, aber den Vorteil hat, daß man es auf