Perlewitz, P.: Ozeanograph, Versuche u, Beobacht, an Bord 8. M, Schiffe »Möwer u, »Zieten« 1sw. 3
Die Ergebnisse der Versuche sind in der zweiten Tabelle zusammen-
vestellt. Hierin bezeichnet h die ausgelassene Drahtlänge, d. h, die am Zählwerk
abgelesene Tiefe, bis zu der die Thermometer herabgelassen wurden, € bedeutet
die Temperatur in der Tiefe, d, h. die am geschützten Thermometer abgelesene,
nach Vergleich mit dem Fadenthermometer korrigierte Zahl, während tt’ die
korrigierte Ablesung am ungeschützten Thermometer ist; als Korrektion kann
hier der gleiche Betrag wie beim ersten Thermometer genommen werden, wenn
die Ablesungen der beiden Thermometer — mit ihren Fadenthermometern —
gleichzeitig geschehen, wie es bei diesen Versuchen stets der Fall sein wird. d ist
die Differenz ’—t und h’ die aus d nach der Tabelle I gefundene Wassertiefe,
Ohne Benutzung der Tabelle berechnet sich h’ leicht, wie folgt, z. B. für Versuch
Nr. 3: Nach der Eichungsangabe steigt das Thermometer um 10.75°C, bei Druck-
erhöhung um 100 GE oder bei Druckerhöhung durch eine 972,8 m hohe Wasser-
säule vom spezifischen Gewicht 1.028, Hieraus folgt, für d = 11.14°,
N == 10 972.8 m = 1008.1 m Tiefe,
OF
Tabelle IT.
v Ungeschütztes
ih ) Thermometer | ‚b I
* Nr. in m
HE
%
31 166 200 5.6 1,85 225
31 166 320 5.75 9.35 36
31165 1000 —0.58 10.56 11.14
31.166 1236 {(—08) 13.50
U
i]
{
AR
in m
204
326
1008
Die Ergebnisse zeigen eine Genauigkeit, die die Brauchbarkeit der unge-
schützten Tiefseekippthermometer als Tiefenmesser wiederum wie bei den
Ruppinschen Versuchen beweisen dürften. Beim vierten Versuch hatte sich der
Faden des Thermometers, der die richtige Tiefentemperatur t anzeigt, beim Um-
kippen nicht abgetrennt. Aus der am Zählwerk gemessenen Tiefe und der An-
zabe des ungeschützten Thermometers kann man jedoch hier umgekehrt auf die
Temperatur in der Tiefe schließen, Es muß nämlich für 1236 m Tiefe, in der
das Umkippen stattfand, die Standerhöhung des ungeschützten Thermometers
durch den Wasserdruck nach obiger Tabelle für diese Wassersäule vom spezifischen
Gewicht von etwa 1.028 14.3° betragen haben, so daß demnach dort die Tem-
peratur in der Tiefe 13.5° — 14.3° == — 0.8° gewesen sein muß.
2, Registrierendes Tiefenmanometer.
Das erste registrierende Tiefenmanometer von Schäffer & Budenberg-
Magdeburg, das bis 120 Atmosphären Druck geeicht war, wurde auf der Forschungs-
reise S, M. S, »Planet« von Dr. Brennecke erprobt, Die Ergebnisse der Versuche
sind bisher nur in einem vorläufigen Bericht!) veröffentlicht. Mit einem ähn-
lichen Manometer, das bis 180 Atmosphären geprüft ist und also einen Wasser-
druck bis 1800 m aushält, wurden von Bord S, M. S. »Möwe« auf der anfangs
erwähnten Fahrt zwei Versuche angestellt.
Am 26. Juli wurde das Manometer bis 1007 m Meerestiefe herabgelassen
und nach etwa einer halben Stunde wieder heraufgeholt, Es registrierte während-
dessen die Tiefe fortlaufend in Kurvenform auf einer in 6 Stunden einmal sich
drehenden Papierscheibe. Das Innere des -— nebenbei bemerkt, zu schwer ge-
bauten — Manometers, in dem sich die Registrierung und das Uhrwerk befinden,
erwies sich gegen den hohen Wasserdruck dicht, und die der Kurve entnommenen
Tiefenangaben stimmen mit denen des Zählwerks, das die Länge der ausgelassenen
Lotleine mißt, gut überein, Ein zweiter Versuch am 27, Juli bis 1540 m Tiefe
bestätigte die ersten Erfahrungen,
} Vol, sAnn, d. Hrdr. usw.c 1906, 5, 562.