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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

Die Witterung und phänologischen Erscheinungen zu Tsingiau im Fahre Dez. 1906 bis Nov, 1907, 109 
deutlich den herrschenden Windrichtungen. Es gelangten 8 Frosttage und 2 Eis- 
tage zur Auszählung. Auf den Stauwässern bildete sich gegen Ende des Monats 
eine dünne Eisdecke, die häufig während des Tages nicht ganz auftaute. 
Die monatliche Niederschlagsmenge erreichte eine Höhe von 12.9 mm gegen 
4.3 mm als den bisher beobachteten Mittelwert, 
Die Bewölkung war groß; es kamen 9 trübe und 10 heitere Tage zur 
Auszählung, 
Herbst1907, In den Mittelwerten der einzelnen meteorologischen Elemente 
wies der Herbst nur geringe Abweichungen von den in früheren Jahren gefundenen 
Normalwerten auf. Nur in dem Verlauf der die Extremtemperaturen darstellenden 
Kuryen kommt die außergewöhnliche Kälte des Monats November zum Ausdruck, 
Entsprechend der hohen Bewölkung von 5,2 Zehnteln blieb die Anzahl der heiteren 
Tage (16) um fast die Hälfte gegen die Durchschnittszahl (30) zurück; die Anzahl 
der trüben Tage betrug 19 gegen 12 als Mittelwert. Die in 12 Tagen gefallene 
Regenmenge von. 64,8 mm. zeigt gegen das Mittel früherer Jahre eine Abweichung 
von —24.8 mm; dieser Unterschied muß jedoch mit Rücksicht auf die große 
Veränderlichkeit, welcher gerade dieses Element in unserer Gegend unterworfen 
ist, als unbedeutend bezeichnet werden. In den Windrichtungen überwogen ent- 
sprechend der allgemeinen Luftdruckverteilung die nördlichen bei weitem; die 
mittlere Windstärke von 2.5 der Beaufort-Skala war etwas zu groß. 
Einige wenige Bäume, wie Akazie und Alnus, standen im September noch 
in vollem Wachstum. Gleichzeitig wurde auch der Samen der Akazie reif, Die 
Samenreife setzte ferner ein bei Pterocarge, Quercus serata und dentata, Kastanie, 
Acer, Rhus und Thuja. 
Im Oktober hatte das Wachstum aufgehört, Die Blätter der Bäume und 
Sträuche begannen sich zu verfärben, einige, wie Kirsche and Aijlanthus, ließen 
bereits das Laub fallen. Infolge des trockenen Herbstes war die Laubfärbung 
in diesem Jahre weniger schön und mur von kurzer Dauer, Der Kiefern- und 
Erlensamen wurde reif, Es folgten mit der Samenreife sämtliche Baum- und 
Straucharten, Die Chinesenfelder wurden abgeerntet, 
Die Vegetationsruhe trat im November ein, Das Laub von den Bäumen 
fiel ab oder hing vertrocknet an den Zweigen, Die Nadeln der Lärche wurden 
gelb und fielen ab, die Koniferen nahmen eine rotbraune Färbung an. 
Der Vogelzug verteilt sich infolge der häufigen Süd- und Südostwinde auf 
einen längeren Zeitraum, so daß an den einzelnen Tagen weniger Zugrögel beob- 
achtet wurden, Besonders traf dies für Waldschnepfen und Wachteln zu. Da- 
zegen war die Wildtaube zahlreicher als in den Vorjahren während der Zugzeit 
vertreten, Der Kartoffelkäfer setzte im Monat September sein Vernichtungswerk 
in der begonnenen Weise weiter fort. Ein neues Insekt, eine kahle grüne Raupe 
mit schwarzem Kopf und weißen Seitenstreifen, wurde durch Kahlfrafi an der 
Luzerne schädlich, In den Komposthaufen würden wieder wie in den Vorjahren 
erheblich viele Engerlinge gefunden, Die neue Generation der Kiefernraupe war 
wieder recht zahlreich vertreten. 
1906 Dezember 187,1 Std, 
907 Januar 133.0 «© 
Februar 102.1 « ! 
Winter 482% « | 
1007 
Dauer des Sonunenscheins. 
März 172.0 Std, | 1007 ‚IJnni 255,7 Std, 
April 295.1 & © Juh DS 
« Mai 2268 * < August 157,5 
Frühling 5239 « | Sommer 0080 
Jahr 22993 Sainaulen. 
107 
September 212,3 Stel. 
Oktober 1950 © 
November 1M05 
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