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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1908,
Die Temperaturen lagen durchweg über den bisher beobachteten Mittel-
werten, nur die Tage am 7, 13,, 22, und 23, zeichneten sich durch sehr geringe
Morgentemperaturen aus, Die monatliche Schwankung der Temperatur betrug
17.67 C, zwischen der höchsten von 25.4°C. am 3. und 78°C, am 922, Die
Änderungen der Temperatur von Tag zu Tag schwankten zwischen 0.0° und 7.79
und erreichten ihren größten Wert der Jahreszeit entsprechend in den Morgen-
stunden,
Die im Monat Oktober gefallene Regenmenge von 20.2 mm verteilt sich
auf 6 Tage und zeigt gegen den bisher beobachteten Mittelwert eine Abweichung
von — 31.4 mm.
Gewitter wurden keine beobachtet; Wetterleuchten am 1., 2. und 4, in der
nördlichen Hemisphäre. Nebel trat gar nicht, diesige Luft häufiger in den
Morgenstunden auf,
Die mittlere Bewölkung des Himmels war verhältnismäßig groß, es kamen
4 trübe und nur 4 heitere Tage zur Auszählung, gegen 4.4 und 11.2 als bisher
beobachteten Mittelwert.
November 1907. Die Witterung war vorwiegend kalt und stürmisch,
namentlich die zweite Monatshälfte war durch eine Reihe außerordentlich kalter
Tage ausgezeichnet, Was die Wetterlage im einzelnen betraf, so waren zwei
verschiedene Perioden deutlich erkennbar, Die erste, die Tage vom 1. bis 14.
umfassend, charakterisierte sich durch die überwiegend aus südlichen Richtungen
wehenden Winde und verhältnismäßig hohe Temperatur, In der zweiten, vom
15. bis zum Monatsschluß reichenden Periode wehten die Winde ausschließlich
aus nördlichen Richtungen, und starker Rückgang der Temperaturen, bei denen
an mehreren Tagen selbst das Maximum unter + 0° lag, war die Folge, In den
ersten Tagen des Monats zeigte sich in der Luftdruckverteilung ein Kern höheren
Druckes über den nördlichen Küstenmeeren und den Japanischen Inseln; die
DÖruckunterschiede waren nur gering, die Winde daher meist schwach. Diesem
langsam ostwärts sich verlagernden Hochdruckgebiet folgte am 6. und 7. eine von
Westen heranziehende tiefere Depression, welche in. Tsingtau zunächst stürmischen
südlichen, später zu schwerem Sturm sich entwickelnden nordwestlichen Wind
hervorrief; die Temperatur sank unter dem Einfluß der aus dem kalten Innern
des Kontinents erfolgenden. Lauftzufuhr um mehr als 11°C, Bereits am 8. zeigte
die Luftdruckverteilung wieder das gewohnte Bild, geringe Druckunterschiede
verursachten. schwache, meist südliche Winde und normale Temperatur. Eine
Änderung der bestehenden Witterungsverhältnisse erfolgte erst am 15. An
diesem Tage breitete sich ein Gebiet tieferen Luftdruckes von Süden her nord.
wärts aus und rief in Wechselwirkung mit einem über dem nördlichen Fest.
lande sich entwickelnden Hochdruckgebiet stürmische nordwestliche Winde hervor;
die Temperatur ging unter ihrer Wirkung erheblich herab, so daß in der Nacht
vom 17, zum 18. Frost einsetzte, Der 21. brachte noch einmal bei frischen
nordöstlichen Winden erhöhte Temperatur, Eine flachere Depression ging an
diesem und den folgenden Tagen das Yangtse-Tal abwärts und brachte vorüber-
gehend auch Tsingtau unter ihren Einfluß; es fielen geringe Niederschläge, Mit
dem Umholen des Windes auf mehr nördliche Richtungen am 23, ging jedoch
die Temperatur schnell wieder zurück, Bei andauernd unveränderter Lage des
Hochdruckgebietes über dem nördlichen Festlande herrschten noch bis zum Monats-
schluß fast ununterbrochen frische bis stürmische nördliche Winde bei ungewöhnlich
niedriger Temperatur,
Die Mittelwerte der einzelnen meteorologischen Elemente wiesen, abgesehen
vom Luftdruck, durchweg erhebliche Abweichungen von den bisher beobachteten
Werten auf,
Schwerer Sturm herrschte in der Nacht vom 6. zum 7, Steife bis stürmische
Winde ferner am 6. aus südlicher, am 7, 14, 16, 23, 24, und 29, aus nördlicher
Richtung; der stürmische NW des 23. führte erhebliche Sandmengen mit sich,
Die mittlere Tagestemperatur lag mit 7,6° um fast 2° unter dem Normal-
wert, Das Maximum der Temperatur trat am 1. mit 19.4°, das Minimum am 29.
bei —4,7° ein, Der Verlauf der höchsten und niedrigsten. Temperaturen folgte