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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

Die Witterung und phänologischen Erscheinungen zu Tsingtau im Jahre Dex, 1906 bis Nov. 1907. 107 
zog dieselbe, geringe Niederschläge mit sich führend, vorüber; der Wind wehte 
an diesem und am folgenden Tage zeitweise mit fast Sturmesstärke aus NNW. 
Eine zweite tiefere Depression, welche an der Südküste Japans nordwärts zog, 
verursachte noch bis zum 20. mäßige nördliche Winde. Die Temperatur machte 
yon dieser Zeit an eine entschiedene Bewegung nach abwärts. Vom 20, bis 24. 
hatte sich der Luftdruck über den nördlichen Gegenden wieder ziemlich aus- 
geglichen; leichte bis mäßige südöstliche Winde bei gleichmäßiger Temperatur 
herrschten vor. Vom 25. bis zum Schluß des Monats zeigte die Luftdruckverteilung 
dasselbe Bild wie im ersten Monatsdrittel; hoher Druck über dem nördlichen 
China und nordöstlich von Japan, mit einer dazwischen liegenden Furche ge- 
ringeren Luftdruckes, welche von mehreren, aus dem Süden nordwärts sich be- 
wegenden Depressionen durchzogen wurde, Die Winde waren meist veränderlich, 
die Temperatur stetig fallend, die Bewölkung groß. 
Der Umschwung der gesamten Witterungserscheinungen, wurde durch den 
sich stetig aufwärts bewegenden Gang des Luftdruckes und das gleichmäßige 
Sinken der Temperatur deutlich erkennbar eingeleitet. 
Was die Mittelwerte der einzelnen meteorologischen Elemente anbelangt, 
so zeigten Luftdruck und Bewölkung einen etwas größeren, relative Feuchtigkeit 
und Niederschlagsmenge etwas kleineren als den im Jahrfünft 1898/1903 gefundenen 
Mittelwert. Die Temperatur war normal; die monatliche Schwankung betrug 
16.1°C. Sommertage, an welchen das Thermometer bis auf 25°C. und darüber 
stieg, hatte der Monat 18. 
Entsprechend der mittleren großen Bewölkung kamen im Monat nur 2 heitere 
und 6 trübe Tage zur Auszählung, gegen 6.6 und 4,2 als Mittelwerte. 
Gewitter traten keine auf; Wetterleuchten am 3. und 26. im südöstlichen 
Quadranten, 
Die monatliche Niederschlagsmenge verteilt sich auf 3 Niederschlagstage 
und zeigt eine Abweichung vom Mittel von 2 mm. 
Oktober 1907, Das in den letzten Tagen des vorhergehenden Monats 
aufgetretene Gebiet höheren Luftdruckes über den nördlichen Küstengebieten 
beherrschte noch bis zum 10. des Monats mit nur kurzer Unterbrechung die 
Wetterlage, Die Witterung war meist warm, leichte südöstliche Winde vor- 
herrschend; nur vorübergehend brachten eine am 5. und 6, aus westlicher 
Richtung über Tsingtau fortziehende flache Depression sowie ein zweites Gebiet 
tieferen Luftdruckes über dem westlichen Japan frische nördliche Winde hervor, 
unter deren Einfluß die Temperatur niedergehalten wurde, Mit dem 10. verlagerte 
sich das Hochdruckgebiet ostwärts, und ein weiteres Gebiet tieferen Druckes 
gelangte über dem nördlichen chinesischen Meer zur Entwicklung, Die hierdurch 
hervorgerufenen frischen nördlichen Winde führten erneuten Temperatursturz 
herbei; geringe Niederschläge fielen am 11. Mit dem Fortschreiten in östlicher 
Richtung verlor dieses Tiefdruckgebiet am 13. ganz seinen Einfluß auf 
die Witterung, und ein aus nördlicher Richtung vordringendes Gebiet hohen 
Druckes brachte für Tsingtau einige warme Tage mit schwachen südöstlichen 
Winden. Bereits am 17. nachmittags wurde wiederum eine Anderung der Wetter- 
Jage eingeleitet. Ein von Süden her sich ausbreitendes Tiefdruckgebiet und eine 
am 22. im mittleren Yangtse-Tal erschienene Depression führten anfangs leichte 
östliche, später auffrischende nordwestliche Winde herbei, Die Temperatur fiel 
in diesen Tagen auf 7.8°C„, den niedrigsten Stand des Monats; auch in dieser 
Periode waren die Niederschläge nur sehr gering. Mit dem 24, gewann wieder, 
und zwar bis zum Schluß des Monats, ein aus nordwestlicher Richtung Vor- 
dringendes Hochdruckgebiet Einfluß auf die Witterung, Das Wetter war in 
diesen Tagen warm und heiter, meist schwache veränderliche Winde vorherrschend, 
In seinen Mittelwerten charakterisiert sich der Monat Oktober durch zu 
hohen Luftdruck, Temperatur und Bewölkung und viel zu geringen Niederschlag, 
Die Winde wehten zum überwiegenden Teil aus südlichen Richtungen mit 
geringer Stärke; nur vorübergehend nahmen die im Rücken der Depressionen 
auftretenden nordwestlichen Winde am 11. und 12, und vom 21. bis 23. stürmischen 
Charakter an.
	        
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