Die Witterung und phänologischen Erscheinungen zu Teingtau im Jahre Dez, 1906 bis Nov, 1%7. 105
Himmel feucht und verhältnismäßig kühl; reichlicher Niederschlag war zu ver-
zeichnen, Im letzten Monatsdrittel hatte sich der Luftdruck über größeren
Gebieten ausgeglichen; schwache, veränderliche Winde mit geringen Nieder-
schlägen waren vorherrschend. Eine am 29, bis 31. in.größerer Entfernung
südlich von Tsingtau vorüberziehende Depression brachte etwas auffrischende,
von SO rückdrehende auf NO gehende Winde und geringen Niederschlag.
Der Durchschnittswert des Luftdruckes war zu hoch, die Mitteltemperatur
zu niedrig, der Niederschlag auch in diesem Monat zu gering.
Im allgemeinen herrschten der Jahreszeit entsprechend meist südliche, mit
dem Vorüberziehen verschiedener Depressionen südlich von Tsingtau, zurück-
drehende Winde in mäßiger Stärke.
Unter dem Einfluß der Feuchtigkeit und der die Sonnenstrahlen hemmen-
den größeren Bewölkung erreichte die Höchsttemperatur im Mittel nur einen
Wert von 24.8°C. Die mittlere Tagestemperatur betrug 22,4° C., das Minimum
im Mittel 20.1° C,, die mittlere tägliche Temperaturschwankung war also nur 4.7°.
Sommertage, das sind solche, an welchen das Maximum der Temperatur 25° und
darüber erreicht, hatte der Monat 19.
Das Mittel der Bewölkung betrug 6.7 Zehntel. Heitere Tage kamen 1,
trübe 10 zur Auszählung.
An 11 Tagen mit mehr als 0.2 mm Niederschlag erreichte die Gesamt-
niederschlagsmenge 113.9:mm, gegen 165.9 mm als den bisher in diesem Monat
gefundenen Mittelwert. An zwei Tagen war die Maximalniederschlagsmenge höher
als 20 mm. Im Vergleich mit früheren Jahren ist also auch der Juli, wie bisher
alle Monate des Jahres, als recht trocken zu bezeichnen,
Abgesehen von vorübergehenden Nebelbänken trat länger andauernder
Nebel nicht auf.
Ein schwaches Gewitter herrschte abends am 14. im Südostquadranten,
Wetterleuchten wurde am 1, und 23, in südlicher, am 31. in nördlicher Richtung
wahrgenommen. ;
August 1907. Die Witterung stand während des vergangenen Monats
vielfach unter dem Einfluß der zahlreichen Depressionen, welche die Küsten-
gebiete in nördlichen Richtungen durchzogen und große Feuchtigkeit und teil-
weise starke Niederschläge mit sich führten. Ein am 2. im mittleren China
erschienenes Gebiet tieferen Luftdruckes breitete sich in den folgenden Tagen in
nordöstlicher Richtung weiter aus und brachte in Tsingtau feuchtes, regnerisches
Wetter bei mäßigen südöstlichen Winden. Am 10, hatte sich ein Östlich von
Japan auftretendes Hochdruckgebiet in westlicher Richtung vorgeschoben und
beherrschte bis zum 17, die Wetterlage. In dieser Periode stieg die Temperatur
unter dem Einfluß der geringeren Bewölkung auf «ihren höchsten Stand. Schon
am 11, war ein Maximum von 31,8°C. (der höchste Stand des Jahres) und am
15, ein solches von 30.7° C. zu verzeichnen. Die Winde wehten auch in dieser
Zeit in mäßiger Stärke aus dem südöstlichen Quadranten,
Mit dem 17. gewannen wieder, und zwar bis Ende des Monats, Depressionen
Einfluß auf die Witterung. An diesem Tage zog ein flacheres Tiefdruckgebiet
aus südlicher Richtung heran und bedeckte bis zum 22, die nördlichen Küsten-
gebiete. Heftige Regengüsse kamen nieder; am 19, erreichte die innerhalb
24 Stunden gefallene Regenmenge die außerordentliche Höhe von 106.6 mm. Ein
am 23, über Innerasien erschienenes Gebiet höheren Luftdruckes und mehrere
in nördlicher Richtung über Japan fortziehende Depressionen brachten in ihrer
Wechselwirkung für Tsingtau nochmals höhere Temperatur bei frischen nord-
westlichen Winden und geringerer Bewölkung. Vom 27, an bestimmten jedoch
die östlich vorüberziehenden Tiefdruckgebiete wesentlich den Witterungscharakter,
Die Temperatur erreichte am 30. mit 18,5° C. ihren niedrigsten Stand, Am Schluß
des Monats war der Luftdruck über größeren Gebieten ziemlich ausgeglichen,
wechselnde leichte Winde herrschten vor,
Der monatliche Durchschnittswert des Luftdruckes war etwas zu niedrig,
die Temperatur etwas zu hoch; es kamen 31 Sommertage, das sind solche, an
welchen die Temperatur über 25° ist, zur Auszählung. Die gesamte Nieder-