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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

104 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1908. 
Vegetation um etwa 8 Tage weiter voraus war, als in den früheren Jahren; die 
meisten Bäume und Sträucher entwickelten ihre Blätter; es blühten Magnolie 
Daphne, Acer Cereis, Forsythien, Pirus, Prunus, Pfirsiche, Aprikosen, wie die 
übrigen Obstarten und die Erdbeeren, 
Im Mai schritt die Entwicklung der Pflanzen rüstig vorwärts. Es blühten 
Pinus Massoniana und Densiflora, Rolimia Pseudoacazia, Querceusarten, Syringa, 
Ayalen, Spiräen, Philadelphus und die wilden Rosenarten. 
Im März fand ein reger Vogelzug statt. Wildgänse, Drosseln, Meisen und 
Finken wurden in größerer Zahl gesehen, vereinzelt Schnepfen und Brachvögel, 
Die Schlangen, Eidechsen und Frösche verließen ihre Winterquartiere, die Hasen 
rammelten, die Wachteln fingen an, sich zu paaren. Auch im April setzte sich 
der Vogelzug weiter fort. Die Bachstelzen und Schwalben trafen ein. Von 
Insekten zeigten sich vereinzelt die Schmetterlinge des Schwalbenschwanzes, 
Fuchses und Bläulinges. Die Kiefernraupe stieg um die Mitte des Monats. 
Im Mai war der Vogelzug beendet. Gegenüber früheren Jahren hatten sich 
im Forstgelände, namentlich im Forstgarten, eine Menge kleinerer Singvögel an- 
gesiedelt. Wachteln und Lerchen hatten bereits Junge. Der Kuckuck war seit 
Mitte des Monats hier, 
An den Kartoffeln schadete wieder wie im vorigen Jahre ein kleiner Käfer, 
der durch Sammeln des Insektes und Zerdrücken der abgelegten Eier vernichtet wird. 
Neben mehreren kleineren Waldbränden fand ein größerer Waldbrand am 
14. März statt, Durch denselben wurden etwa 2 ha gutwüchsige Laubholzkultur 
vernichtet. Die Entstehungsursache ist auf leichtfertiges‘ Umgehen mit Feuer 
beim Öpfern zurückzuführen. 
Juni 1907. Bezüglich der Wetterlage des Monats Juni ist hervorzuheben, 
daß die Luftdruckverteilung im großen und ganzen ziemlich gleichmäßig, und 
das Wetter meist klar und heiter war. Namentlich das letzte Monatsdrittel 
zeichnete sich durch eine große Anzahl heiterer Tage aus. Mehrere, in den 
Tagen vom 9. bis 11. und vom 15. bis 20, vorüberziehende flache Depressionen 
vermoöchten nicht, den Witterungscharakter wesentlich zu ändern. Erst die 
ganz am Monatsschluß auftretenden Luftdruckminima führten einen Witterungs- 
umschlag herbei. 
Was die monatlichen Durchschnittswerte der meteorologischen Elemente 
anbelangt, so waren Luftdruck, Temperatur und Bewölkung sowie Niederschlag 
annähernd normal. Entsprechend der ganzen Wetterlage, wehten fast 82%, aller 
Winde aus dem südöstlichen Quadranten mit einer mittleren Stärke von 3.1 der 
Beaufort-Skala. Sturmstärke wurde an keinem Tage erreicht, 
Die höchste Temperatur wurde am 13. mit 30.1°, die niedrigste am 6. 
mit 13.6°C. gemessen, Die mittlere Tagesschwankung betrug 6.7” C, Das Tages- 
mittel der Temperatur lag bei 19.9° C. Sommertage, das sind solche, an welchen 
das Thermometer bis 25° und darüber steigt, hatte der Monat 8. 
Bei einer mittleren Bewölkung des Himmels von 4.9 Zehnteln kamen 
6 heitere (davon allein 5 im letzten Monatsdrittel) und 7 trübe Tage zur 
Auszählung. 
Obgleich die gesamte Niederschlagshöhe mit 68.5 mm den im Jahrfünft 
1898/1903 gefundenen Mittelwert von 62.8 mm etwas übersteigt, trug doch der 
Monat das Kennzeichen großer Trockenheit. Bringt man nämlich von dem oben 
erwähnten Wert die in den beiden letzten Tagen des Monats gefallenen Regen- 
mengen von 33.4 mm (wovon allein 24,6 mın in der Nacht vom 30. zum 1. fielen) 
in Abzug, so stellt sich die auf 28 Tage verteilte Menge von nur 35.1 mm als 
sehr gering dar. Erheblicher, innerhalb 12 Stunden eine Höhe von 28.8 mm 
messender Regen fiel in der Nacht vom 8, zum 9. Nebel trat einmal, und zwar 
in den Abendstunden des 16. auf. Morgens wurden häufiger Dunststreifen wahr- 
genommen, Gewitter wurden in mäßiger Stärke beobachtet in den Nächten vom 
29. zum 30. und vom 30, zum 1, Juli. 
Juli 1907, Die am Schluß des vorigen Monats auftretenden Depressionen 
beherrschten noch bis zum 21, dieses Monats mit nur kurzen Unterbrechungen 
die Wetterlage. Die Witterung war daher größtenteils bei meist bedecktem
	        
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