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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 36 (1908)

Die Witterung und phänologischen Erscheinungen zu Tsingtau im Jahre Dez, 1906 bis Nov. 1907, 99 
Die höchste Temperatur wurde am 23, mit 13.4°, die niedrigste am 1. mit 
—5.8° beobachtet. Die mittlere Tagestemperatur betrug 3.5°, also 1.6° weniger 
als im Jahrfünft 1898/1903. Frosttage hatte der Monat 10, jedoch keinen Eistag. 
An Niederschlägen war der Monat, wie schon eingangs erwähnt, sehr arm. 
Die gesamte Niederschlagsmenge betrug 5.8 mm, die relative Feuchtigkeit der 
Luft im Mittel 72°%. 
An 8 Tagen herrschte Nebel. Die Bewölkung des Himmels betrug 5.8 Zehntel, 
Es wurden 8 heitere und 11 trübe Tage ausgezählt. 
April 1907, Das charakteristische Merkmal der Witterung im vergangenen 
Monat bestand in einer lang anhaltenden Trockenheit, Die Ursache hierfür war 
das Vorherrschen einer Wetterlage, welche über dem Festlande durchweg hohen 
Barometerstand mit mäßigen Windstärken und heiterem Himmel aufweist. Nur 
zweimal, in den Tagen vom 10. bis 13. und 24. bis 29. kam Tsingtau in den 
Bereich verschiedener Barometerdepressionen, welche das Yangtsetal abwärts vor- 
rückten und der Witterung einen unbeständigen Charakter gaben. 
Die Mittelwerte des Luftdrucks, der Windgeschwindigkeit, der Temperatur 
und der Bewölkung waren nahezu gleich den im Jahrfünft 1898/1903 gefundenen 
Mittelwerten. 
Steife und stürmische Winde traten am 2. und 3. aus südlicher und vom 
12, auf den 13. aus nördlicher Richtung auf. Doch wurde volle Sturmstärke nur 
einmal und zwar in der Nacht vom 12, zum 13. aus NNW erreicht, 
Als Maximum der Temperatur wurde 19.7°, als Minimum 2.5° beob- 
achtet, Die monatliche Schwankung betrug somit 17,2° C. Die mittlere Tages- 
temperatur lag bei 9.9° um 0.6° zu niedrig. 
Heitere Tage kamen 8, trübe Tage 5 zur Auszählung. Der Mittelwert der 
Bewölkung war mit 4.5 Zehnteln etwas zu klein. 
Am 12. wurden, als Begleiterscheinungen einer südlich vorüberziehenden 
Depression, 2 Ferngewitter, die ersten dieses Jahres, im nordwestlichen Quadranten 
wahrgenommen, 
Öbgleich die relative Feuchtigkeit der Luft mit 80%, im Mittel sogar etwas 
über dem Normalwert stand, blieb die gesamte Niederschlagsmenge mit 20,8 mm 
beträchtlich unter dem bisher in dieser Jahreszeit beobachteten Wert, 
Nebeltage waren der 12, 26. und 27, In den Morgenstunden wurden viel- 
fach Dunst und leichte Nebelbänke beobachtet, 
Mai 1907, Die Witterung stand während des vergangenen Monats größten- 
teils unter dem Einfluß barometrischer Minima, welche in mehrfacher Folge 
meist in östlichen Richtungen das nördliche Ostasien durchzogen und der ganzen 
Wetterlage das Gepräge der Unbeständigkeit gaben. 
Von den zu Zeiten der Terminbeobachtungen notierten Windrichtungen 
überwogen an Häufigkeit bedeutend die Winde des SO-Quadranten, während 
nördliche Richtungen verhältnismäßig wenig auftraten, 
Die mittlere Tagestemperatur betrug 16.1° C. Die Extremthermometer er- 
reichten am 10. mit 9.0° ihren niedrigsten, am 30, mit 27.0° ihren höchsten 
Stand, Es wurden im vergangenen Monat 4 Tage mit Temperaturen über 25° 
sogenannte Sommertage, ausgezählt. Bei 5.0 Zehnteln mittlerer Bewölkung betrug 
die Zahl der heiteren und trüben Tage je 8. 
Die monatliche Niederschlagsmenge erreichte in 8 Regentagen eine Höhe 
von 64.6 mm, Sehr ergiebiger, innerhalb 12 Stunden eine Höhe von 21 mm 
ergebender Regen fiel in der Nacht vom 4. auf den 5. 
Am 19, und 28, zogen starke Gewitter, mit teilweise recht heftigen 
elektrischen Entladungen, vorüber, 
Nebel trat einmal und zwar am 4, vormittags auf. Nebelstreifen wurden 
namentlich in den Morgenstunden häufiger wahrgenommen, 
Die auf alle Dekaden ziemlich gleichmäßig verteilte Regenmenge wirkte 
auf die Pflanzenwelt außerordentlich wohltätig. 
Frühjahr 1907, Im ganzen betrachtet, stellt sich die Witterung des ver- 
flossenen Frühjahrs als ziemlich kalt und sehr trocken dar,
	        
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