Ann. d. Hydr. usw., XXXWVI. Jahrg. (1908), Heft IIL
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Die Witterung und phänologischen Erscheinungen zu Tsingtau in dem
Jahre vom Dezember 1906 bis zum November 1907.
Aus den Berichten der Kaiserlichen Meteorologisch-Astronomischen Station zu Tsingtau
und des Forstamtes des Gouvernemente Kiautschou,
Die Tabellen geben eine Zusammenstellung der meteorologischen Beob-
achtungen von Tsingtau für die Monatsdrittel, die ganzen Monate, die Jahres-
zeiten und das ganze Jahr vom Dezember 1906 bis November 1907.
Dezember 1906. Vom Anfang bis zur Mitte des Monats hielt sich die
mittlere Tagestemperatur, unter dem Einfluß zum größten Teil nördlicher, zum
geringeren Teil südlicher Winde, ziemlich weit über dem 2.2° betragenden Monats-
durchschnitt. Sie erreichte bei fast durchweg steigender Tendenz am 17. mit
9.5° ihren höchsten Stand im Monat, Jetzt setzte eine Sturmperiode vom 18,
bis 23. ein, die einen Temperatursturz um 15,4° herbeiführte, Der tiefste Stand
der mittleren Tagestemperatur im Monat wurde für den 21. mit —5.9° notiert,
Von hier ab stieg dieselbe langsam, aber stetig und zeigte am Ende des Monats
2.6° über dem Gefrierpunkt. Die Extremthermometer zeigten am 16. mit 12,7°
den höchsten, am 24. mit —8.5° den tiefsten Stand; die Amplitude betrug dem-
nach 21,.2° im Monat; dieses entspricht absolut den Beobachtungen aus früheren
Jahren. Frosttage (niedrigste Temperatur unter 0°C.) gelangten 20 zur Aus-
zählung; von diesen waren 6 Eistage (höchste Temperatur unter 0°C).
Bei einer mittleren Bewölkung des Himmels von 3.5 Zehnteln ergaben sich
12 heitere und 5 trübe Tage,
Die relative Feuchtigkeit der Luft, im Durchschnitt 69%, betragend, nahm
mit dem Steigen und Fallen der Temperatur ab und zu,
An 3 Tagen traten kürzere Schneegestöber auf, die jedoch keinen meß-
baren Niederschlag brachten, während in der Nacht vom 17. zum 18. 9.3 mm
Regen niedergingen.
In den frühen Morgenstunden gehörten Reif, Dunst und Nebelbänke zu den
gewöhnlichen Erscheinungen; am 16. herrschte fast den ganzen Tag dichter Nebel,
Die Winde, zum überwiegenden Teil aus der nördlichen Hemisphäre
kommend, wehten mit einer Durchschnittsstärke von 3.7 der Beaufort-Skala,
Eine richtige Sturmperiode, in welcher der Sturm zeitweilig Stärke 11 erreichte,
umfaßte, wie schon eingangs erwähnt, die Zeit vom 18. bis zum 23. Frische bis
stürmische Winde wurden beobachtet: Am 7, SSW Stärke 6; am 8. N Stärke 8;
am 18, NNO Stärke 11 und N Stärke 7; am 20, N Stärke 9; am 21. NNO Stärke 8
und N Stärke 7; am 22, N Stärke 7; am 23, N Stärke 8; am 27. NNW Stärke 8
und am 30, SSW Stärke 7. Die Nord- und Nordwestwinde führten infolge der
Trockenheit häufig Staub mit sich.
Die Stauweiher waren zum größten Teil mit Eis bedeckt, dessen Stärke
bis zu 12cm betrug. In der Innenbucht bei Syfang staute sich Treibeis an.
Der Boden war bis 20 em tief gefroren. .
Januar 1907. Während des Monats Januar dieses Jahres hielt sich die
Temperatur der Luft im Durchschnitt höher als in den meisten der früheren
Beobachtungsjahre. Die mittlere Tagestemperatur, im Monat 1.2° betragend,
sank nur an 9 Tagen unter den Gefrierpunkt, Der 16, war mit 6,7° der wärmste,
der 29. mit —5.8° der kälteste Tag des Monats. Die absolut höchste, 9.5° be-
tragende Temperatur wurde am 3., die niedrigste, —10.6°, am 29, gemessen.
Während des Monats wurden 19 Frosttage gezählt, von denen 4 KEistage waren.
Die Bewölkung des Himmels, im Durchschnitt 5.0 Zehntel betragend, war
vom Anfang bis zur Mitte gering, nahm dann aber bedeutend zu, so daß an
6 Tagen die Sonne überhaupt nicht zum Vorschein kam. Es wurden 8 heitere
und 8 trübe Tage gezählt; erstere gehörten sämtlich dem ersten Monatsdrittel an,
Die relative Feuchtigkeit der Luft betrug durchschnittlich 78°, doch
ging sie auch zu Zeiten der an einigen Tagen auftretenden Regenschauer und
dichten Nebel bis auf 100%, hinauf, An 3 Tagen fiel meßbarer Regen in einer
Ann. dd. Hrdr, asw., 1908 Heft Z11,