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Annalen der Hydrographie und Maritiuen Meteorologie, Februar 1908,
Winde bis zur Stärke 7 und 8 nach der Beaufort-Skals auf, Besonders hervor-
zuheben sind der 5. und der 8, Tag des Monats, wo die stürmischen Winde in
größerer Verbreitung auftraten. Ihre Richtung war in beiden FäHen meist eine
südliche bis südöstliche, da sie an der Vorderseite von Depressionen zur Ent-
wicklung gelangten. Auch am 14. und 15. frischte der Wind vielfach zu steifen
and stürmischen Winden auf, da eine tiefe Depression südlich von Island her
Jurch. Deutschland hindurch zog und in Wechselwirkung mit dem gleichzeitig
sieh in ihrem Rücken von Finnland her südwestwärts ausbreitenden Hochdruck-
zebiet eine starke südöstliche bis nordöstliche Luftströmung hervorrief,
Jenes Hochdruckgebiet trennte die ostwärts abzichende Depression von
xner im Nordwesten neu erschienenen und trat mit einem. über der Biscayasee
velegenen Hochdruckgebiet in Verbindung. So bildete sich ein von Skandinavien
bis nach Oberitalien reichender Rücken hohen Luftdruckes aus, der, an Höhe
zunehmend, langsam ostwärts Fortschritt, Sein südlicher Teil breitete sich mehr
and mehr aus und bedeckte am 18. den ganzen Kontinent, Während dieser Tage
herrschte im deutschen Küstengebiet ruhiges und trockenes Wetter, und die
Temperaturen. sanken tiefer bei leichten inlandigen Winden.
Am 19. Tage des Monate begann sodann die zweite Regenperiode des
Dezember, die für die Nordseeküste ihren Abschluß bereits am 23,, an. der Ostsee-
küste jedoch erst am 28. fand. Die bereits erwähnte atlantische Depression ent-
sandte schon am Abend des 18, einen Ausläufer über die Nordsee und westliche
Dstsee hin, der sich zu einer breiten Rinne niedrigen Luftdruckes ausbildete,
während das südliche Hochdruckgebiet an Höhe abnahm und sich südwärts und
südostwärts zurückzog, Diese Furche hatte eine kräftigere südwestliche Luft-
strömung im Gefolge und verursachte bis zum 20. Dezember ergiebige Regen-
fälle, Am folgenden Tage entwickelte sich in der Furche im Osten der erwähnten
Depression ein Teilminimum, das ebenfalls mit Regenfällen über das deutsche
Küstengebiet hin nach dem Osten abzog und am 22, im äußersten Osten noch
stürmische nördliche bis nordöstliche Winde zur Entwicklung brachte, Ein neuer
um folgender Ausläufer hatte am 23, fast im gesamten Bereiche des deutschen
Küstengebietes starke Niederschläge zur Folge, die auch an den folgenden Tagen
im östlichen ÖOstseegebiet anhielten.
Am 24, kam alsdann zunächst das deutsche Nordseegebiet in den Bereich
tohen Luftdruckes, der vom Süden her über die Britischen Inseln vordrang und
in der Folge mit dem von Rußland über Skandinavien reichenden Hochdruck-
vebiet in Verbindung trat, Nach Abzug des erwähnten Teilminimums breitete
sich das yesamte Hochdruckgebiet von Nordosteuropa südwärts über die Küste
avs und brachte bei vorwiegend östlicher Luftströmung bis zum Ende des Monats
anhaltenden Frost, der im äußersten Osten zu ungewöhnlich tiefen Temperaturen
'ührte, die in Memel am 27. bis auf — 22,8° sanken; am 26. und 27, wehten die
Winde vereinzelt stürmisch. Am 28. hörten auch an der deutschen Ostseeküste
lie Niederschläge auf, und das Hochdruckgebiet teilte sich in zwei Teile, deren
westlicher sich nach der Nordsee verlagerte, so daß an den letzten Tagen des
Monats meist ruhiges und trockenes Frostwetter herrschte, Im äußersten Osten
dagegen führte währenddessen eine über Nordosteuropa auftretende Depression
üdwestliche Winde und erhebliche Abnalıme des Frostes herbei,
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