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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

Kleinere Mitteilungen. 
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Auf dem Bremer Dampfer »Chemnitz«, der dem Zentrum dieser Depression 
am nächsten war und. mit ihr zum ‚folgenden Tage ostwärts sich bewegte, 
wurden die folgenden Barometerstände — reduziert auf 0° und den Meeres- 
spiegel — um 4, 8 und 12 Uhr vor- und nachmittags abgelesen: 
; am 25, am 26, 
mm 700 313 254 228 915 21.8 21,1 19.4 19.6 20.2 21.7 26.7 296 
Schon am 24, hatten auf diesem Schiff zeitweise sehr heftige Böen mit 
Regen geherrscht; um Mitternacht war bei schwachem, östlichem Winde die 
Dünung sehr hoch, das Schiff rollte und stampfte schwer. Bei fortdauernder 
sehr grober Dünung aus NO bis SO blies der Wind am 25. um 4% früh aus 
SW, Stärke 4 bis 7, um 8% aus SSO, mit zeitweise orkanartigen Regenböen; 
um 9b 10mP ging er in einer sehr heftigen Böe wieder nach SW um und blieb 
darauf zwischen S und WSW während dieses und des folgenden Tages. 
— Zunächst wurde nach 2®N, die Luft etwas klarer und der Wind in den 
Böen leichter; von Mitternacht an aber wehten wieder zeitweise orkanartige 
Böen mit hoher Dünung aus SW. 
Weiter vom Minimum, bei den Isobaren 730 bis 755, erreichte der 
Wind anhaltender große Stärken, als auf diesem im innersten Gebiet der De- 
pression befindlichen Schiff; hier wurden vielfach Windstärken von 10 und 
11 Beaufort geschätzt. 
| Am 26. bis 29. Dezember lag die Mitte des großen Tiefdruckgebiets 
beständig zwischen 30° und 40° W-Lg. und nördlich von 50° N-Br., mit sehr 
geringer Fortbewegung. Dafür wanderten an seiner Südseite Teilminima 
schnell von West nach Ost; das erste am 25. bis 30. von den Bermudas nach 
Norddeutschland, das zweite am 29. bis 31. von 38° W-Lg., 40° N-Br. nach 
18° W-Lg., 46° N-Br., das dritte am 28. bis 31. von Kanzas nach 45° W-Lg., 
45° N-Br. Das intensivste von ihnen war das zweite, das den Hamburger 
Dampfer »Schwarzburg« in 18° W-Lg., 46° N-Br. traf und auf ihm ebenfalls 
sehr niedrigen Barometerstand, aber nur für kurze Zeit, verursachte, Vom 
Mittag des 30, bis zum Mittag des Neujahrstages zeigte das Barometer, 
während das Schiff von 21.6° W-Lg., 44.7° N-Br. nach 11.5° W-Lg., 48.4° N-Br. 
fortschritt, folgende reduzierte Ablesungen von 4 zu 4 Stunden: 
am 30. am 31. ; am 1, 
700 + 39.5 40.9 40.6 37.6 31.7 27.6 30.0 30.0 142.8 144.9 "46.1 45.6 44,3 
Wind N5 Still SO2 SO4 SO0O4 SO4 W6 W10 SW7 SW4 SSW3 S5 S8 
In der Nacht vom 29. zum 380. beobachtete man auf diesem Schiff 
Blitzen im Osten in einer drohenden Wolkenbank. Am Nachmittag des 30. 
herrschte unregelmäßige Dünung aus NNO bis SSO. In der Nacht traten 
heftige Regenböen aus SO ein; der Vormittag des 31. verging unter an- 
haltendem schweren Regen, nach Mittag trat ein kurz dauernder Sturm mit 
gewaltiger See ein, die bis zum Abend andauerte, ; . , 
Von den zahlreichen barometrischen Minima, die sich. in dieser Woche 
auf dem Ozean tummelten, fand nur eines seinen Weg nach Europa, das sich 
am Südrande des großen Tiefdruckgebiets mit Schnelligkeit vom 25, bis 30. 
von den Bermudas bis Deutschland fortpflanzte. In den Tagen vom 25. bis 28. 
hatte es noch wenig individuelle Ausbildung und war nur auf seiner südlichen 
Seite die ihm entsprechende Luftbewegung voll entwickelt. Namentlich am 
28. zeigten die Nordwestwinde hinter diesem Teilminimum große Stärke und 
zum Teil eine auffallende, nach höherem Luftdruk gehende Richtung. Diese 
auffallende, von den Isobaren nach rechts statt nach links abweichende Richtung 
des Windes zeigt sich überhaupt an mehreren Stellen der Tafel an vereinzelten 
Beobachtungen, namentlich am 25,, 26., 28., 30. 
Diese Depression überschüttete im Laufe des 29. und 30, ganz Deutsch- 
land mit Niederschlag, der im Süden und äußersten Westen als Regen, im 
größeren übrigen Teile aber als Schnee fiel, so daß das darauf folgende, mit 
sehr schnellem Steigen des Barometers sich vollziehende Aufklaren das Land 
größtenteils unter einer Schneedecke vorfand und zu einer Periode allgemeinen 
scharfen Frostes führte. der erst am 4. und 5. Januar nach Östen zurück-
	        
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