Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1906,
Weiter kann man die Distanz im Hauptbogen, die Breite des Scheitels,
den Längenunterschied des Scheitelmeridians vom Meridian des Abfahrtsorts
und die Breiten der Schnittpunkte des Hauptbogens mit einem beliebigen
Meridian bestimmen. Fällt man nämlich ein Lot von B auf den Meridian von
A, so hat man folgende beiden Gleichungen:
8 18 tx
X 082 sin 00° — 2)
cos A sin (90° — A}
eotg d = = Pal AN
IX — gan) tg (x —
Hier bedeutet x den Abstand. den der Fußpunkt des von B auf’den
Meridian von A gefällten Lotes vom Äquator hat, und d die Distanz im
Hauptbogen von A nach B. Sind g@, und @, ungleichnamig, so ist in der
Gleichung für cotgd, weil x negativ ist, x +, zu setzen. Wenh 2 stumpf
ist, So ist auch x stumpf usw.
Man findet x durch das Diagramm, wenn man g, auf der Ordinaten-
achse und 90-— 2 auf der Abszissenachse aufsucht und beide Punkte ver-
bindet; dann ist der Winkel, den diese Linie mit der Abszissenachse bildet,
gleich x, Jetzt berechnet man x + g,, sucht 90°-— A, oder, wenn A stumpf
sein sollte, A— 90° auf der Abszissenachse und x + #, auf der Ordinaten-
achse auf und verbindet beide Punkte; dann ist der Winkel, den diese Linie
mit der Abszissenachse bildet, gleich d. Ist cotg d negativ, so ist d stumpf.
Um die Lage des Scheitels zu bestimmen, hat man folgende Gleichungen
aufzulösen, in denen g@, die Breite des Scheitels, 4, den Längenunterschied
des Scheitelmeridians und des Meridians von A bedeutet:
si sin (90 — vr
eotg Ay = a Ay) vote Fr = SM er A
Man sucht g©, auf der Abszissen-, 90° — A auf der Ordinatenachse; die
Verbindungslinie dieser beiden Pünkte bildet mit der Abszissenachse einen
Winkel, der gleich 4, ist. Ferner sucht man 90° — 2, auf der Abszissenachse
p, auf der Ordinatenachse, verbindet beide Punkte; dann ist der Winkel, den
diese Linie mit der Abszissenachse bildet, gleich x.
Bezeichnet man den Längenunterschied eines beliebigen Meridians und
des Scheitelmeridians mit An, die Breite, in der dieser Meridian den Haupt-
bogen zwischen A und B schneidet, mit &@m, SO ist:
to __ cos Am __ sin (90° — Am)
X Pm — Col pr tz (90 Fa a
Sucht man also 90° — Zn auf der Abszissenachse, 90° — g, auf der
Ördinatenachse, so ist der Winkel, den die Verbindungslinie dieser Punkte mit
der Ordinatenachse bildet, gleich gm, d.h. die Breite, in welcher der fragliche
Meridian vom Hauptbogen geschnitten wird.
Durch das Diagramm lassen sich überhaupt alle Winkel bestimmen,
deren Tangente oder Kotangente durch einen Bruch bestimmt ist, dessen
Zähler der sin, cos, sec oder cosec eines Winkels, dessen Nenner die tg oder
cotg eines Winkels ist. Selbstverständlich können auch die Funktionen im
Zähler und Nenner vertauscht werden,
Beispiel: Montevideo liegt auf 34.9°S 56° 15’ W, das Kap der Guten
Hoffnung auf 34.4°S 18° 30’0. Es soll Kurs und Distanz im Hauptbogen
von Montevideo nach dem Kap der Guten Hoffnung bestimmt werden.
Das Diagramm gibt mit %, = 34.9°8S, 9, = 34.4°8 und i = 74.8” zu-
nächst den Anfangskurs bei Montevideo gleich S67°0O, den Endkurs N 66°0.
Mit 90° — A = 28° und g#, = 34.9° findet man Z, = 36,5°, und mit 90° — £
= 53.5° und g, 34.9°, die Breite g, des Scheitels gleich 4178
2, = 563° W
Ar = 36.5° 0
Länge des Scheitels = 19.8° West:
Für die Länge von 50° W ist An = 30.2°. Es ist also 90° — im = 59.8
und 90° — m, = 49°, Damit findet man mn — 36.9°85