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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

Die Witterung zu Tsingtau im März, April un Mai 1905 usw. 
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Vom Morgen bis zum Mittag war die Atmosphäre fast durchweg 
dunstig, die entfernter liegenden Gebirge, Lauschan und Perlgebirge, er- 
schienen meist wie mit einem Schleier bedeckt. 
Die relative Feuchtigkeit der Luft, im Durchschnitt 77 °%, betragend, 
war im letzten Drittel des Monats am größten, durchschnittlich 86 °/,. 
An 5 Tagen, von denen 4 auf das letzte Monatsdrittel entfallen, regnete 
es; die Gesamtniederschlagsmenge betrug 28.8 mm. Wie sich aus folgender 
Zusammenstellung ergibt, weisen die Niederschlagsmengen im Monat März 
der verschiedenen Jahre große Abweichungen untereinander auf. 
So fielen im Monat März 
1899: 5.5 mm Regen, | 1901: 0.0 mm Regen, | 1903: 48.1 mm Regen, 
1900: 32 &« 1902: 108.7 - 1904: 3.0 « 
Die Winde entwickelten eine mittlere Stärke von 2.3 der Beaufort-Skala, 
sie wehten zum weitaus überwiegenden Teile aus den Richtungen zwischen Ost 
und Süd. Stärkere Winde wurden zur Zeit der täglichen 3 Beobachtungs- 
termine beobachtet: am 14. NNO Stärke 6, am 25. O Stärke 7 und am 31. 
N Stärke 6 und NNO Stärke 7. 
Das Herannahen des Frühlings wurde hauptsächlich durch den Zug der 
Wandervögel angekündigt. Am 7. nachmittags wurden die ersten KEinzel- 
schwärme wilder Gänse und Kraniche in nordöstlicher Richtung über Tsingtau 
ziehend beobachtet, denen nach längerer Pause am 20. und 23. zahlreiche 
Schwärme folgten. Am Ende des Monats stellten sich Finken, Drosseln und 
Würger, vereinzelt auch der Wiedehopf ein. 
An den geschützten Hängen blühte das wilde Veilchen und der Huf- 
lattig; die Weiden fingen an zu treiben. 
April 1905. Ebenso wie der vergangene Monat, war auch der April 
kühler als der gleiche Monat der früheren Beobachtungsjahre, Die Temperatur- 
schwankungen waren gering, selbst. bei besonderen Anlässen nur wenige Grade 
betragend; die Temperatur hielt sich gleichmäßig niedrig und nahm nur ganz 
iangsam gegen das Monatsende hin zu. 
Bei einer mittleren Tagestemperatur von 8.7° im Monat betrug das 
Maximum der Temperatur 15.5° am 11., das Minimum 1.1° am Morgen des 2. 
Vergleicht man diese Werte mit den weiter unten folgenden in früheren 
Jahren beobachteten, so erklärt sich das späte Erwachen der Natur und 
langsame Vorrücken des Wachstums zur Genüge, Im ersten Monatsdrittel 
blühten Aprikose und Küchenschelle, die Weiden bekamen Blätter, die Kirschen 
trieben; um’ die Mitte des Monats blühten dann ferner Kirsche und Flieder, 
gegen Ende des Monats die Weide; Akazie und Wintereiche, letztere das alte 
Laub abwerfend, fingen an zu treiben. Am 16. morgens waren die Schwalben 
wieder aus ihren Winterquartieren zurückgekehrt. 
Folgende Temperaturen wurden im April früherer Jahre beobachtet: 
1899 mittlere Tagestemperatur 11.85°, Maximum 926.1°, Minimum 0.7°. 
1900 # 10.1°, 22.19, 2.0°. 
1901 10.20, 20.99, 1,80. 
„902 9.69, 19.50, 3.00. 
‚903 10.89, 19.3°, 5.09. 
„904 94° 19.79 30 
Die mittlere Bewölkung des Himmels betrug 5.8 Zehntel bei 5 heiteren 
und 9 trüben Tagen. 
Bei einer durchschnittlichen relativen Feuchtigkeit der Luft von 75 °%, 
waren im Monat 7 regnerische Tage, mit insgesamt 20.9 mm Regenhöhe, zu 
verzeichnen. Die Regenmenge war zwar nicht sehr groß, verteilte sich jedoch 
sehr gut über den ganzen Monat und war somit immerhin für die Land- und 
Forstwirtschaft von Nutzen. 
Während der Vormittagsstunden war die Atmosphäre meist dunstig, 
am 13., 14. und 15. herrschte zeitweise dichter Nebel; am 6. morgens waren 
die Spitzen des Lauschan mit Schnee bedeckt.
	        
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