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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

60 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1906. 
schließen. In diese Ecke der Tülle ist ein starkes Drahtstück fest eingelötet, 
das als Achse des Scharniers in zwei Löchern jener Blechwinkel spielt. 
An dem langen Stock (vom Querschnitt Fig. 6d) wird nach Anbringung 
des Scharniers auch das Zeug des Flügels durch Annähen des längsten Saumes 
(a, Fig. 8) mit großen Stichen befestigt. 
In der Tülle t des Scharniers (Fig. 9) sitzt der Arm h der Fig. 4C. Die 
Länge dieses Arms ist = be, in seine Spitze ist eine kleine Schraube einge- 
schraubt, auf deren Kopf eine Drahtöse gehakt wird, in die die beiden Lieke b 
und c der Fig, 8 endigen. In der Tülle s (Fig. 9) sitzt ein ähnlicher, etwas 
kürzerer Stab (k der Fig. 4C), der mit h einen Winkelhebel bildet und von 
dessen Spitze eine Schnur einerseits nach i auf dem Arm h geht, um diesen 
zu unterstützen, anderseits durch eine Kausch C, die auf dem Buchtstock des 
Drachens aufgelascht ist, nach einer am hinteren Ende dieses Stockes be- 
festigten Gummischnur De, Fig. 4C, welche Figur die Anordnung der doppelten 
automatischen Regulierung dieser Drachen mittels der Flügel und der Bucht 
darstellt. A ist das Kopfende, B das Schwanzende des unteren Mittelstocks 
(Buchtstocks) des Drachens, Die Schnüre von beiden Flügeln endigen bei D 
in eine und dieselbe besponnene Gummikordel, so daß beide Flügel stets genau 
dieselbe Stellung annehmen und eine Asymmetrie des Drachens, so lange nicht 
irgend ein Teil bricht oder reißt, ausgeschlossen ist. Damit die Flügel sich 
nicht zu früh zurücklegen und mäßige Winde voll ausgenutzt werden, erhält 
die Gummikordel eine Vorspannung, indem sie auch in der Ruhe etwas gereckt 
ist und dem Zuge erst nachzugeben beginnt, wenn er über 21, kg steigt. 
Der Querschnitt der Gummischnur beträgt etwa 25 qmm. Durch die Stellung 
und Länge des Schenkels k im Winkelhebel (Fig. 4C) kann die Wirkung der 
elastischen Schnur bei verschiedenen Stellungen des Flügels so reguliert werden, 
daß eine Drehung desselben durch Zunahme des Windes bei starkem Winde 
und ausgereckter Schnur nicht schwerer erfolgt, als beim Beginn ihrer Dehnung, 
entsprechend den von Knopp in den Ergebnissen der Arbeiten am Aeronautischen 
Observatorium für 1900 bis 1901, S. 58 bis 59, dargelegten Gesichtspunkten. 
Diese Regulierung, wie auch die Wahl des Durchmessers der elastischen Schnur, 
kann aber nur durch Probieren erfolgen, da wir von dem Winddruck auf die 
Flügel noch zu wenig wissen. 
Die Stäbe h und k sind in die Tüllen des Scharniers nur eingeschoben; 
h wird darin durch die Spannung des Zeuges des Flügels, k durch diejenige 
der Schnüre festgehalten, die von r nach i, nach u und nach den beiden Enden 
der Seitenstöcke des Drachens gehen; letztere zwei Schnüre sind deshalb not- 
wendig, weil sonst der Stab k unter dem Drucke von uri und dem des Windes 
nach vorn oder hinten ausweichen und abbrechen kann, wodurch Asymmetrie 
und »Schießen« des Drachens hervorgerufen würde, 
Alle drei Stäbe des Flügelgestells haben den Querschnitt der »Hilfs- 
stäbe« (Fig. 6d). Sie werden für die großen Drachen aus Föhre genommen, 
für die kleinen nimmt man h und k aus Rotholz und lascht das Scharnier 
direkt auf die Längsstäbe des Drachens (s. unten). Bei h und k bleibt nur 
die Basis, für die Tülle, vierkantig, nach der Spitze zu verjüngen sich diese 
Stäbe etwas und zwar erhält dort h runden, k vorn und hinten zugespitzten 
Querschnitt, wie die Streben im Drachen, Fig, 6c. 
Als Zeug für die Flügel verwenden wir meist der besseren Sichtbarkeit 
wegen schwarzen Cambric, Da dieser aber bedeutend schwächer ist als der 
weiße oder naturfarbene, so muß er an den Randlieken doppelt genommen 
werden. 
Bei der Wahl der Dimensionen der Flügel ist zu beachten, daß der 
Arm h (Fig, 4B und C) dem Längsstock an einer passenden Stelle und unter 
rechtem Winkel angesetzt sein muß, Durch den Druck des Windes auf die 
Flügel wird der Arm mit einer beträchtlichen Kraft gegen den Längsstock 
gedrückt und muß ihn daher an einer Stelle treffen, wo er genügend durch 
die Querstöcke unterstützt ist. Die Entfernung dieser Stelle vom Vorderende 
ist (Fig. 8) DB = ca. Wird c gleich der Breite des Zeuges — bei uns etwa
	        
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