accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

38 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1906. 
2. alle Drähte sind zum Nachspannen eingerichtet; die Verbindungs- 
stücke (Drahthaken) geben bei stärkeren Zügen (Aufprallen auf den Boden) 
elastisch oder dauernd nach, so daß der Drache zwar dem Winde gegenüber 
starr, einem Stoß an den Erdboden gegenüber aber biegsam ist, 
Die Aufgabe der zwei zwischen rechts und links gezogenen Drähte ist, 
die rechtwinkelige Form des »Tragschnittes« zu sichern; die der vier Drähte 
in den Ebenen der Zugflächen ist es, eine Torsion des Drachens um seine 
Längsachse zu verhindern; von den drei Drähten in der Symmetrieebene des 
Drachens (Fig. 4A) ist der vorderste die direkte Fortsetzung des vorderen 
Astes der Bucht; er verhindert die beiden Längsstöcke, sich voneinander zu 
entfernen, und schafft eine ununterbrochene elektrische Leitung bis zur Drachen- 
spitze; die beiden letzten Drähte endlich verhindern eine Verschiebung des 
Rechtecks des Drachen-Längsschnittes in der Vertikalebene und dienen dazu, 
dem Drachen eine leichte Konvexität nach abwärts zu verleihen, jedenfalls 
jede Einbauchung seiner beiden Mittelhölzer zu verhindern, da durch eine 
solche sofort eine Neigung zum »Tauchen« oder Vornüberschießen entsteht, die 
die Verwendbarkeit des Drachens sehr beeinträchtigt. Die Diamantdrachen 
der Seewarte haben nach einigem Gebrauch eine Ausbauchung nach unten 
bzw. nach der Bauchseite des Drachens von etwa 10 mm Pfeilhöhe, und diese 
geringe Krümmung genügt, ihnen eine sehr befriedigende Stabilität in der 
Vertikalebene zu geben und das früher häufige »Tauchen« einzelner Drachen 
zu verhindern. Auch bei den sogenannten Malay-Drachen, die diese letztere 
Unart oft zeigten, dürfte sie durch Befestigung der beiden Äste der Bucht 
näher zur Mitte des Längsstocks vermieden werden können. 
Nach mancherlei Versuchen sind wir auf folgender Befestigungsweise 
der Drähte stehen geblieben: die Drähte werden in abgemessenen Längen mit 
Augen an den Enden hergestellt, deren eines in ein Häkchen aus Stahldraht 
eingesplißt ist, während an das andere ein ebensolcher Haken mittels einer 
kurzen Schnur, deren Länge reguliert werden kann, gebunden ist. An die 
Innenseite der Längsstöcke sind an bestimmten Stellen entsprechende aus Stahl- 
draht gebogene Ösen gelascht, in die jene Haken eingehakt werden. 
Diese Rahmen brechen viel seltener beim Landen, als diejenigen der 
früher von uns benutzten Drachenformen, was teils der günstigen Stellung 
der Diagonalstäbe, teils dem Umstande zuzuschreiben ist, daß bei der an- 
gegebenen Befestigungsweise der Spanndrähte der Drache, wie schon erwähnt, 
nur gegen die geringeren deformierenden Kräfte des Winddruckes steif, gegen 
einen Stoß auf den Boden aber nachgiebig ist. Dagegen ist wiederholt ein 
Zerdrücken der Vorderzelle in der Luft vorgekommen, weshalb man nicht 
unterlassen darf, die beiden vorderen Querstäbe stärker zu wählen, als die 
übrigen, was dadurch geschieht, daß man sie sowie den unteren Längsstock 
(Buchtstock) aus Föhre nimmt, während alle anderen Hölzer aus Rotholz sind. 
Der Bezug besteht für jede Zelle aus einer Bahn leichten Baumwollstoffs, 
deren Breite etwa 0.6 a oder *%/,„ der Länge des Drachens beträgt, so daß 
etwa */,, seiner Länge auf die offene mittlere Zelle und die 2 bis 3 cm über- 
stehenden freien Enden der Längsstöcke bleiben. Die genaue Breite wird 
derjenigen des Zeuges in der Weise angepaßt, daß ein Verlust an Stoff ver- 
mieden wird; bei uns beträgt sie, mit den Säumen, bei den größeren Drachen 
?/,, bei den kleineren !/, der Zeugbreite, die zwischen 98 und 109 cm schwankt; 
das gibt für die gesäumten Zeugbahnen eine Breite von 63 bis 68 und 48 
bis 52 cm, . 
Die Zeugbahnen werden von Säumen eingefaßt, in die als Lieke Bind- 
faden oder Schnur von 1!/, mm Durchmesser gezogen ist; Bindfaden schrumpft 
durch Nässe weniger als Schnur, da aber an den Enden der Bahn das Liek 
herausragen muß und zusammengebunden wird, damit seine Spannung reguliert 
werden kann, macht sich das leichte Zerfasern des Bindfadens hier lästig be- 
merkbar. An den Längsstöcken ist die Bahn durch etwa 6 cm breite Streifen 
desselben Zeuges gefüttert, weil hier das Zeug zuerst zu reißen pflegt. Es 
wird mit kurzen Stiften in Abständen von etwa 10 em an die Längsstöcke 
angenagelt.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.