Jahresbericht der Deutschen Seewarte für 1905,
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2 Aufstiegen; da 6 Sonn- und Feiertage waren, so gab es unter 24 Werktagen 5,
oder 21% (Z. 7) ohne Aufstieg. Die Summe der erreichten Höhen — ein Maß
für die Intensität des Gesamtbetriebes, betrug im Juni 43.6 km (Z. 8). Im Mittel
wurde die Höhe 2249 m (Z. 9) mittels Auslassens von 5080 m Draht (Z. 11) er-
reicht, was 44m auf 100m Länge macht (Z. 12) und wozu 22 qm Drachenfläche
(Z. 16) erforderlich waren, also wegen der geringen Windgeschwindigkeit (Z. 22) oder
vielmehr der vielen Tage mit schwachem Wind, pro qm nur 101m Höhe (Z. 17),
und schon in 650m Abstand vom Ende mußte der erste Nebendrache angesetzt
werden (Z. 18). Unter diesen Umständen gelang der Aufstieg 6 mal nur mit Vor-
spann (Z. 20), und 1 mal konnte kein zweiter Drache mehr gehoben werden; 1 mal
erreichte dabei das Instrument noch nicht 500m Höhe, 13 mal überschritt es
2000 m, 1 mal 4000 m. Die größte erreichte Höhe war 4330 m (Z. 10), der mitt-
lere Zug im Moment, wo die größte Drahtlänge L ausgesteckt war, vor Beginn
des Einholens 38 kg (Z. 21).
Viel häufiger, nämlich 55 mal, sind Nebendrachen weggeflogen, meistens in
der (zum Schutz des. Hauptdrahts) vorgesehenen Weise durch Bruch der Sicher-
heits-Vorrichtung. Es findet also unter je 10 Aufstiegen 1 großer Abreißer und
bei jedem 4. Aufstieg das Fortfliegen eines oder mehrerer Nebendrachen statt.
Das letztere ist indessen unbedenklich, da die Drachen meist ohne Beschädigung
im zusammengelegtem Zustand der Drachenstation durch die Post wieder zugehen
oder zurückgeholt werden. Verloren gegangen sind im Berichtsjahre nur drei
Drachen.
Gegen das Vorjahr hat die mittlere Zahl der Drachen bei einem Aufstieg
kaum, die verwendete Drachenfläche dagegen von 14 qm auf 17 qm zugenommen,
der Zug im Augenblick vor dem Einholen aber war 46 kg statt 30, was sich in
der Hauptsache durch die größere Höhe der Aufstiege erklärt; doch auch die
mittlere Höhe pro Quadratmeter Drachenfläche war diesmal 131 statt 108. Auf-
stiege mit nur 1 Drachen wurden fast nur im Januar, während des Handbetriebs,
gemacht (im vorigen Jahre 44).
Zu der beträchtlichen Zahl der Unfälle im Berichtsjahr gehören auch 8 Male,
in denen der Instrumentdrache in der Luft zerbrach und 6, in denen er bei Sturm
heruntergeschossen ist.
Von den 22 Fällen des Abreißens des Hauptdrachens wurden 3 durch Blitz-
schläge verursacht, nämlich am 11. Februar, 31. März und 3. Mai. Am interes-
santesten war der letzte von diesen, weil der Blitz etwa 200m vor der Winde
sich teilte und einerseits den Draht bis zu dieser selbst zerstörte, andrerseits auf
den dürren Wipfel einer einzelnstehenden hohen Eiche übersprang, den der tief-
hängende Draht fast oder ganz berührte, und eine ca. 3 cm breite Furche in Rinde
und Holz bis zum Boden herab einriß.
Eine wesentliche Erweiterung erfuhr die Tätigkeit der Drachenstation durch
ein Uebereinkommen mit dem 'hamburgischen physikalischen Staatslaboratorium
über gemeinsames Auflassen von Registrierballons, vorzugsweise an den inter-
nationalen Tagen. Es wurden dazu’ die bekannten geschlossenen Gummiballons
verwendet, in den ersten Monaten je zwei als „Tandem“, später nur je einer von
150 cm Durchmesser mit Fallschirm. Merkwürdiger Weise waren die erreichten
Höhen beim letzteren System nicht geringer, als beim ersteren, und ist der einzige
Fall des Verlusts von Ballon und Instrument zufällig bei einem Tandem geschehen.
Die erreichten Höhen: betrugen, mit Ausnahme eines mißglückten Versuchs,
zwischen 9 und 17km. Die bekannte Temperaturumkehr in den Höhen von