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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1906.
vom Windenhause getrennten Lage ohnedies unbrauchbar. In diesem um-
zäunten Teile befinden sich auch die meteorologischen Beobachtungsinstrumente.
Der übrige Raum ist nicht eingezäunt, um das Manövrieren mit den Drachen
möglichst wenig zu behindern,
An meteorologischen Instrumenten sind gegenwärtig folgende auf-
gestellt. Bei c, Fig. 1, eine sogenannte englische Hütte mit Psychrometer,
Maximum- und Minimum- Thermometer darin. Das Psychrometer wird um
81 V., und 2h N, abgelesen, die Extrem-Thermometer werden um 8% V, ein-
gestellt. Zwischen dieser und dem Hause sind ein »Bessonscher Wolken-
rechen« zur Beobachtung der Richtung und scheinbaren Geschwindigkeit des
Wolkenzuges und zwei Regenmesser aufgestellt (s. Fig. I, linker Rand). Die
Beschreibung des Wolkenrechens findet man u. a. in der Meteor, Zeitschr. 1903,
S. 404. Der Horizontalstock befindet sich 4m über der Augenhöhe des
Beobachters. Der Vertikalstock ist durch eine 3 m lange Bambusspiere ver-
längert, die dem Ganzen das Aussehen eines Schiffsmastes gibt und einen
Flügel zur bequemen Bestimmung der Windrichtung trägt. Eine metallene
Windfahne ist ferner auf dem hinteren Giebel des drehbaren Windenhauses auf-
gestellt, einerseits um die Windrichtung während der Aufstiege auch an diesem
Punkte schnell und sicher zu erkennen, anderseits um auf ihr den Drachen-
Meteorograph drelıbar und in normaler Stellung dem Winde aussetzen zu können.
Zu diesem Zweck ist die Fahne mit einem Korbe aus Bandeisen versehen
worden (s, Fig. IV). Auf dem höchsten Punkte des festen Stationsgebäudes
ist ferner ein Robinsonsches Schalenkreuz angebracht, dessen Umdrehungen
im Gebäude elektrisch registriert werden, Endlich ist an der Nordwestecke
desselben Gebäudes ein Assmannuscher Aspirations-Meteorograph von Fueß
aufgestellt. Diese schönen Apparate waren nach der Auflösung der Urania-
säulen-Gesellschaft zum Preise von nur 275 Mark das Stück, gebrauchsfähig
wiederhergestellt, käuflich, Leider konnte allerdings eine ständige künstliche
Aspiration auf der Drachenstation nicht hergestellt werden, da hier weder
elektrische noch Wasserkraft zur Verfügung steht. Man mußte sich deshalb
damit begnügen, den Gang der Temperatur und Feuchtigkeit der Luft während
der regelmäßigen Drachenaufstiege am Vormittag hinreichend richtig an dem
Apparat zu erhalten, neben einer Luftdruckkurve, die überhaupt von diesen
Fehlern frei ist. Zu diesem Behufe ist der Kasten des Meteorographs in die
NW-Ecke des Gebäudes so eingebaut, daß die Registrierungen sich bequem
aus dem Innern des Gebäudes übersehen und beschicken lassen, während das
außerhalb der Wand sich befindende Rohr, das die aufnehmenden Instrumente
enthält, einen Aufsatz trägt, dessen oberer Teil durch eine empfindliche Wind-
fahne stets mit der Öffnung gegen die Luftströmung gedreht wird, so daß
diese durch das Rohr streicht. Diese Ventilation dürfte für trübe Tage sowie
an klaren für die Zeit, wo Rohr und Kasten nebst Umgebung im Schatten
sind, — nämlich von 8*!/, h V. bis 1% N. ausreichen, besonders da windstille
Tage für Drachenaufstiege nicht in Betracht kommen; daß sie im Sonnen-
schein nicht genügt, zeigt die Thermographenkurve an heiteren Sommertagen
durch den plötzlichen Abfall um mehrere Grade nach 8 V. freilich deutlich
genug. Dies war auch nicht anders zu erwarten und für klimatologische
Zwecke sind die Aufzeichnungen keineswegs bestimmt.
2. Die Drachen.
Die bis Anfang 1902 auf der Drachenstation der Seewarte verwendeten
verschiedenen Drachenformen sind in meinem Bericht im »Archiv der See-
warte«, Jahrgang 1901, besprochen. In einem Nachtrag (siehe ebenda, Rück-
seite des Inhaltsverzeichnisses) ist dort auch erwähnt, daß die Bemühung, die
Vorteile des Treppendrachens mit denjenigen der anderen Drachenformen zu
verbinden, mich im Frühling 1902 zur Konstruktion eines als »Treppen-
kasten« bezeichneten Drachens geführt haben. Dieser zeichnet sich durch
leichtes Steigen und, bei sehr mäßigem Zug, durch großen Höhenwinkel aus.
Er ist deshalb besonders für Handbetrieb sehr geeignet, bei dem es sich
darum handeln muß, mit möglichst geringer Anstrengung möglichst große