610 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1906.
Severn usw. beobachtet wird. Unterstützt wird die Beschreibung durch Bilder und Zeichnungen, so
daß der Leser einen genauen Einblick in die Ursachen erhält, die die Flutbrandung hervorrufen. Es
folgt darauf eine kurze Auseinandersetzung der Berechnung der Gezeitentafeln, auch die von Sir
W. Thompson im Jahre 1872 erfundene Maschine zur Berechnung der harmonischen Konstanten
findet Erwähnung; im Anschluß hieran werden dann die gebräuchlichsten Flutmesser besprochen, Das
vorletzte Kapitel bringt eine Beschreibung der Seiches, wie sie von Forel im Genfer Sce beobachtet
worden sind. Ferner werden die zeitweise auftretenden sekundären Schwankungen der Wasseroberfläche,
wie sie in den großen Binnengewässern Nordamerikas bemerkt worden sind, angeführt, die
häufig die Nähe größerer atmosphärischer Störungen anzeigen sollen, noch bevor das Barometer den
herannahenden Sturm ankündigt. Im Schlußkapitel gibt der Verfasser kurze Hinweise auf die technische
Ausnutzung der Gezeitenwellen. Der Anhang enthält hauptsächlich eine ziemlich lange Liste
von englischen und einigen französischen Schriften, die die Gezeiten und verwandte Erscheinungen behandeln.
Von deutschen Autoren, die sich mit der Theorie der Ebbe und Flut befaßt haben, werden
außer Kepler nur noch die Gebrüder Weber genannt. Sk.
Purey-Cust, H. E,, Captain R. N.: Sumners Method. 8°. 24p. Portsmouth
1906. Griffin & Co. 1sh.
Der Verfasser sucht dem Leser die Vorteile der Sumner-Methode, über deren Wesen viele
falsche Vorstellungen existieren sollen, klar zu machen und ihre Überlegenheit über andere Standlinienmethoden
darzutun. Empfohlen wird für Azimute unter 45° die Breitenmethode, für Azimute über 45°
die Längenmethode, beide als Tangentenkonstruktionen; bei Azimuten unter 10° kann man auch mit
Hilfe von Ex Meridian Tables oder mit der Koppeltafel die Breite berechnen. Die Formel zur Berechnung
der Breite nach der Breitenmethode ist so gewählt, daß das nach der Sinusregel ermittelte
Höhenzeitazimut zur Ermittlung der Meridianabschnitte mit verwandt wird. Zur Beseitigung des KEinflusses
der Instrumentalfehler, Refraktionsanomalien usw. empfiehlt der Verfasser drei oder vier gleichmäßig
über den Horizont verteilte Sterne zur Standlinienkonstruktion zu verwenden. Bei genügend
kleinen Zenitdistanzen der Sonne soll man auf niederen Breiten die Höhengleichen direkt in die Karte
einzeichnen. Wd.
Colecciön de Tablas Näuticas redactadas de orden de la Superioridad por
Fr. Graifio, Hon. Cornejo, Leön Herrero, Luis de Ribera, 8°. 258 y
34p. Ferrol 1905. 12 Fr.
Der erste 129 Seiten starke Teil dieser Tafelsammlung bringt die Logarithmen der Zahlen und
der trigonometrischen Funktionen auf 5 Dezimalstellen, sowie Additions- und Subtraktionslogarithmen,
Abweichend von den anderen Tafelwerken werden auch die Funktionen sin? 3 cos Z, tang? S cot? 3
gegeben, was manchem Rechner eine angenehme Zugabe sein wird und einen ausgedehnteren Gebrauch
der Tafeln ermöglicht. Der zweite Teil bringt die zur Ortsbestimmung nötigen Tafeln. Der Schnitt
dieses Teiles ist des leichteren Auffindens wegen rot gehalten. Taf. XXI (a) gibt die mittleren Örter
von 68 Sternen und zugleich die Daten, wann diese Sterne um 4h, &h, 12h, 16h, 20 kulminieren. Im
Aritten Teile folgen die trigonometrischen Funktionen mit 5 Dezimalstellen, eine Tafel der Quadrate
aller Zahlen von 1 bis 1399 und mehrere Reduktionstabellen. Die entsprechenden Vorzeichen der
trigonometrischen Funktionen für den ersten und zweiten Quadranten sind den Überschriften beigefügt.
Auch hier hat man, wie im ersten, Teil, dem Argument ein um 90° bzw. 6h vermehrtes Argument beigegeben
mit den entsprechenden Änderungen in den Spaltenüberschriften. Für ungeübte Rechner dürfte
diese Neuerung sehr willkommen sein. Ausführliche Schalttafeln befinden sich am Fuße der Tafeln.
Anweisungen zum Gebrauch der Tafeln und ausführliche Beispiele bilden den Schluß der Sammlung.
Infolge des mangelhaften Papiers scheinen Ziffern und Linien der Seiten durch, Wd.
B. Neueste Erscheinungen im Bereich der Seefahrt- und der Meereskunde
sowie auf verwandten Gebieten.
a. Werke.
Witterungskunde.
Bezold, Wilh. v.: Gesammelte Abhandlungen aus den Gebieten der Meteorologie und des
Erdmagnetismus. 8% VII, 448 8. m. 66 Abb, u. 3 Taf. Braunschweig 1906. F. Vieweg
& Sohn. 14.4.
Ficker, Heinr. v.: Der Transport kalter Luftmassen über die Zentralalpen. (S-A,. Denkschr,
k. Akad. Wiss. Wien.) 4°, 708. Wien 1906. A. Hölder. 7.50...
Kon. Nederl. Meteor. Inst.: Observations Neerlandaises pour les etudes internationales
des nuages en 1896—1897. 4%. X, 79 p., 1pl. Utrecht 1904. H. G. Bom. 1f.
Meereskunde.
Thilenius, (Gi.: Die Bedeutung der Meeresströmungen für die Besiedelung Melanesiens.
(S-A. Jahrb. d. hamb. wiss. Anst.) 5% 215. m. 5 Abb. Hamburg 1906. L. Gräfe & Sillem. 1.4.
Cori, Carl J.: Ein österreichisches Forschungsschiff. Projekt eines solchen für die Zwecke der
ozeanographischen und biologischen Erforschung der Adria. 8%. 268. m. 8 Abb. u. 1 Karte,
Wien 1906. W. Braumüller. 0.70 ,%.
Geinitz, F. E.: Die Eiszeit, 8%, XIV, 195 8. m. 25 Abb. i. Text, 3 farb. Taf. u. 1 Tab. Braunschweig
1906. F. Vieweg & Sohn. 7...