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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

Neuere Veröffentlichungen, 
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hakenförmigen Stahlband, welches so um die Hüften gelegt wird, daß, wenn z. B. 
der Bruch linksseitig ist, das eine Ende unter dem rechten Hüftgelenk und das 
andere Ende auf dem Bruch in der Leistengegend sitzt. Ein von der Hastings 
Truss Co. in Philadelphia hergestelltes und mit Hartgummi überzogenes Band 
fand ich nun so stark magnetisch, daß es eine vertikal aufgehängte unmagnetische 
Nadel kräftig anzog und daß ich mit ihm die Rose eines Fluidkompasses im 
Kreise herumführen konnte. Dabei hatten die beiden Enden dieses eigenartigen 
Magnets Nordmagnetismus, während ein Südpol sich in der größten Biegung 
des Bandes befand. Dabei ist zu bemerken, daß von den fünf untersuchten 
Bruchbändern nur die getragenen magnetisch waren. 
Bei einem Versuche, bei dem sich ein Mann, der das oben erwähnte Bruch- 
band angelegt hat, 50 cm von einem Kompaß entfernt aufstellte, wurde die Nadel 
um die gewiß recht erhebliche Größe von 6° abgelenkt. Bei einer Entfernung von 
| m wurde die Nadel noch um 1° abgelenkt, und erst bei einer Entfernung von 
1.5 m verschwand der Einfluß dieses gefährlichen Magnets. Als solchen kann 
man dieses und auch gewiß noch manches andere Bruchband wohl bezeichnen, 
wenn man bedenkt, daß auf vielen, wenn nicht auf den meisten Schiffen, das 
Steuerrad um 50 bis 100 cm vom Steuerkompaß entfernt‘ angebracht ist, und 
daß der letztere meistens auch als Kontrollkompaß benutzt wird. 
Hans Metzenthin, 
Offizier der Hamburg— Amerika-Linie. 
Neuere Veröffentlichungen. 
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben. 
Berichtigung. Im Lehrbuch der Navigation, herausgegeben vom 
Reichs-Marine-Amt, 2, Auflage, Berlin 1906, muß es in Band II, Seite 283, $ 214 
bei Besprechung der Tafeln von Bossen und Mars im letzten Satz des ersten 
Absatzes 72° anstatt 40° heißen. 
Der Satz hat demnach zu lauten: 
»Man kann bei Benutzung der Tafeln Standlinien nach der Methode der 
Nebenmeridianbreite finden, die bis zu 72° Azimutunterschied haben.« 
W. H. Wheeler: A practical manual of Tides and Waves. 8° VIII, 201 p. 
w. ill. London 1906. Longmans, Green & Co. 7sh 6d. 
Von W. H. Wheeler, einem bekannten englischen Wasserbauingenieur, ist vor einiger Zeit 
ein Werk über die Gezeiten erschienen, das eine übersichtliche Darstellung der Ebbe und Flut des 
Meeres sowie der im Zusammenhange damit stehenden Erscheinungen in den Flüssen gibt, Das Buch 
ist vom rein praktischen Standpunkte aus geschrieben, und da es in erster Linie für Seeleute und 
Wasserbautechniker bestimmt ist, so sind die wenigen darin vorkommenden mathematischen Ent- 
wicklungen nur ganz elementarer Natur. 
Der Verfasser beginnt mit einer Geschichte der Gezeitenlehre, in der er die verschiedenen Er- 
klärungen und Theorien der Gezeitenerscheinungen vom Altertum bis in die neueste Zeit verfolgt; daran 
schließt sich — nach einer Erläuterung der in der Gezeitenlehre vorkommenden astronomischen und 
zeophysikalischen Begriffe .— eine kurze Darlegung der Newtonschen Gleichgewichtstheorie. Die Er- 
scheinung des regelmäßigen Hebens und Senkens der Wasseroberfläche in ihrer Abhängigkeit von den 
verschiedenen Stellungen des Mondes und der Sonne zur Erde wird durch Wort und Bild eingehend 
erläutert. Im Anschluß daran wird die Fortpflanzung der Gezeitenwellen besprochen und der Finfluß 
der Tiefe des Wassers und der Form der Küsten auf die Geschwindigkeit, mit der die Wellen fort- 
schreiten, hervorgehoben. Ferner werden die Entstehungsursachen des »doppelten Hochwassers« am 
Helder und in den.Häfen. in der Nähe des Solent klargelegt. Die Gezeitenströme, die Größe der 
Hubhöben und die Lagen der verschiedenen Hoch- und Niedrigwasser an den Pegeln sowie die Re- 
duktion der Lotungen auf ein bestimmtes Kartenniveau werden beschrieben, Im folgenden Kapitel be- 
schäftigt sich der Verfasser mit dem Einflusse des Windes und des Luftdrucks auf die Höhe des 
Wasserstandes, und gerade in diesem Abschnitte findet sich viel wertvolles Material über die Höhe von 
Sturmfluten, aus dem hervorgeht, welche bedeutende Wirkung die Stärke und Dauer des Windes auf 
den Wasserstand ausüben. Hierauf folgt ein besonders reichhaltiger Abschnitt über die Gezeiten- 
erscheinungen in Flüssen, in dem die Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Gezeitenwellen, die Strecke, 
bis zu der sich die Ebbe- und Fluterscheinungen stromaufwärts bemerkbar machen, und der Salzgehalt 
Jes Flußwassers infolge des eindringenden Secwassers näher besprochen und mit vielen Beispielen 
belegt werden. In dem nächsten Kapitel werden die durch den Wind im Wasser erzeugten Wellen 
ihrer Größe, Gestalt und Fortpflanzungsgeschwindigkeit nach sowie die Erdbebenwellen und die durch 
Wirbelstürme hervorgerufenen Wellen ausführlich beschrieben. Ein besonderer Abschnitt ist der Flut- 
brandung gewidmet, wie sie im Tsien-tang-kiang, Amazonenstrom, in der Seine, Garome, Fundy-Bai,
	        
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