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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

Kleinere Mitteilungen. 
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Südatlantischen Ozeans gegenüber. dem südöstlichen Teile des Südatlantischen 
Ozeans. - 
Es kommt, um den Gegensatz zu steigern, hinzu, daß höchstwahrscheinlich 
in der Bouvet-Region und südlich davon ein direkt aus dem Südpolargebiet nord- 
wärts ziehender Strom vorhanden ist, Freilich genügt m. E. die Annahme eines 
solchen Stromes allein noch nicht, um die Abnormität der Wärmeverhältnisse 
der Bouvet-Region, zumal auch die der tieferen Schichten, in ihrem ganzen 
Betrage erklären zu können. Es müssen noch viel weiterreichende, wirksamere 
Faktoren, z. B. noch unbekannte Wind- und Wasserbewegungen hereinspielen, 
die ihrerseits von der Lage und Gestalt des südpolaren Festlandes unter diesen 
geographischen Längen bedingt sein dürften. Dr. G.v. Neumayer hat in seinem 
Vortrage auf der Naturforscherversammlung zu Meran 1905 in einem höchst 
beachtenswerten vergleichenden Überblicke über die Ergebnisse der letzten Süd- 
polar-Expeditionen!) ganz ausdrücklich auf die Notwendigkeit künftiger For- 
schungen südlich von der Bouvet-Insel, also zwischen Coats Land und Enderby 
Land, hingewiesen; ebenso hat Sir Clements Markham 1905 in seiner bekannten 
Abschiedsrede als Präsident der Geographischen Gesellschaft?) seine Meinung 
dahin zusammengefaßt, daß die nächste Südpolar-Expedition vom Südatlantischen 
Ozean ausgehen müsse. Die vorstehenden, bei weitem nicht erschöpfenden Zeilen 
über einige Temperaturen des Oberflächenwassers des südlichsten Südatlantischen 
Ozeans dürften, in innerer Übereinstimmung mit diesen Äußerungen der zwei 
bedeutenden Autoritäten auf dem Gebiete südpolarer Fragen, nebenbei soviel 
erkennen lassen, daß in der Tat im Weddell-Meer und östlich davon fundamentale 
Fragen nach dem Wärmehaushalt des Weltmeeres noch zu lösen sind. ; 
Man sollte — schwerwiegende Fragen der Bodengestaltung?) u. a. m. drängen 
auch dazu — während einer künftigen Periode südpolarer Unternehmungen, sie 
mag in einzelnen Expeditionen oder, wie Optimisten annehmen, in internationalem 
Verbande zur Wirklichkeit werden, das Augenmerk in erster Linie auf den 
zwischen Coats Land und Enderby Land gelegenen Meeresteil richten. 
Schott. 
2. Über die Ableitung der Deviationsgleichung für horizontales weiches 
Eisen. Es soll im vorliegenden gezeigt werden, wie die KEisentypen, welche 
der Ableitung der Deviationsgleichung zugrunde liegen (a, b, d, e), als spezielle 
Fälle des ganz allgemein gehaltenen Problems dargestellt werden können, um 
auf diese Weise die Ableitung abzukürzen und die Schwierigkeiten möglichst zu 
umgehen, welche die doppelte Zerlegung der magne- 
tischen Kräfte der klaren Darlegung des Problems, 
besonders Anfängern gegenüber, öfters bereitet. 
Während die Poissonschen Typen sozusagen 
nur Vertreter gedachter Kräfte sind, soll hier um- 
gekehrt vorgegangen und die Kraft berechnet werden, 
welche jedem einzelnen Typus innewohnt, 
Bezeichnet S die magnetische Kraft einer hori- 
zontalen weichen Eisenstange im magnetischen Meridian, 
so wird ihre magnetische Kraft gleich S cos 8 = s sein, 
wenn sie den Winkel @ mit dem Meridian einschließt, 
Sei in Fig. 1 »s« der mit der gleichnamigen 
Kraft ausgerüstete Pol, während das zweite Ende 
der Stange die Nadel nicht beeinflusse, Der Winkel 
im Rosenzentrum, O, zwischen der Stangenrichtung 
und der Richtung zum Pol s heiße y. Nun ergeben 
sich für die beiden Komponenten der Kraft s, die ablenkende, q, und die richtkraft- 
verändernde, r, die Beziehungen: 
a = ssin(8+7) und | == 8cos(ß8 +»). 
A 
ı) Vol. z. B. »Geograph. Journal« 1906, S, 259 ff., bes. S, 264. 
2) Ebenda, Vol. XXVI, London 1905, S. 1 ff., bes, 25; auch nach mündlichen Besprechungen. 
3) Vol. z. B. »Petermanns Geogr. Mitteil.« 1905, Heft XI, S. 247.
	        
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