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Full text : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

Kleinere Mitteilungen.

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annehmen, daß hier gemessene Temperaturen des Oberflächenwassers nur in
beschränktem Maße und unter Anrechnung erheblicher Abweichungen für eine
Beurteilung des Wärmeganges in der benachbarten freien See verwertbar sind.
[mmerhin ist es lehrreich, die Kurve des Hai gun Ar Wß *
jährlichen Ganges der Temperatur zu ent- Qt SA
werfen — 's. Textfigur Kurve F”; die
Regelmäßigkeit ihres Verlaufes spricht für
die Güte der Beobachtungen — und einen
Vergleich mit benachbarten Gegenden zu
versuchen. Als solche bieten sich erstens
die Gewässer eben außerhalb des Hafens,
also auf gleicher geographischer Breite,
und zweitens der Moltke-Hafen in der
Royal-Bucht auf Süd-Georgien. An letztgenannter
 Stelle sind vom der deut schen F” : Falkland-Inseln, Stanley-Harbour; 51,7° S-Br.
Expedition unter Dr. Schrader während w ; Offener Ozean, Falkland-Länge; 51.7° S-Br.
des internationalen Polarjahres 1882 bisF : Offener Ozean, Falkland-Länge; 54,5° S-Br.
1883 Bestimmungen der Temperatur desG@ :Süd-Georgien; 545° S-Br.
Oberflächenwassers ausgeführt, die von ® : Bouvet-Insel: 54.5° S-Br,
Dr. Neumayer und Dr. Börgen im Polarwerk (Band II, S. 65, Berlin 1885)
veröffentlicht sind. Die Beobachtungsstation auf Süd-Georgien ist für die Beurteilung
 der Wärmeverhältnisse des südlichsten Südatlantischen Ozeans insofern
wesentlich günstiger als Stanley-Hafen, weil sie viel freier zum Ozean liegt und
tiefes Wasser mit 22 m ganz nahe an das Ufer heranreicht, Allerdings ist die
geographische Breite von Moltke-Hafen nahezu drei Grad südlicher als die von
Stanley-Hafen: es wurde deshalb, um eine strenge Vergleichbarkeit der Wärmeverhältnisse
 der Meeresoberfläche unter den verschiedenen Längen des südlichsten
Südatlantischen Ozeans zu ermöglichen, mit‘ Benutzung der in dem Atlas der
Deutschen Seewarte (2. Auflage, Hamburg 1902, Taf. 5 bis 8) und in sonstigen
Quellen verfügbaren Materiales eine Kurve des jährlichen Ganges der Temperatur
für die offene See sowohl vor Stanley-Hafen wie auch auf 54,5° S-Br. (der Breite
von Moltke-Hafen), aber unter der Länge der Falkland-Inseln, abgeleitet — es
sind dies die Kurven F’ und F der Textfigur.
Die im Moltke-Hafen beobachteten Temperaturen ergeben nach der angezogenen
 Veröffentlichung folgende Werte:

Anr. Mai

Mai | Juni | Juli | Aug. | Sept. | Okt. | Nov. | Den
— _ NL
arl as ar | 121 01 [1 05 | 12 | — | 10 | 22 | 32

Die hiernach entworfene Kurve G läßt in den Wintermonaten Juni bis September
einen durchaus ungewöhnlichen Gang erkennen; es ist ungewöhnlich, daß das
winterliche Minimum schon im Juni erreicht wurde, und besonders ungewöhnlich
ist, daß die mittlere Temperatur des August höher war als die des Oktober!
Es sind da sicherlich bedeutende Abweichungen von dem durchschnittlichen langjährigen
 Mittel und Störungen in diesem Jahre vorgekommen, und es ist wohl
berechtigt, die Kurve der Wassertemperatur für Süd-Georgien nach dem sonst
gültigen Gang für diese Monate zu interpolieren (Kurve G, gestrichelt).
Die geographische Länge der Ostküste der Falkland-Inseln ist rund 58° W,
die von Moltke-Hafen auf Süd-Georgien rund 36° W; die Entfernung der für die
Kurve F anzunehmenden Stelle von der für Kurve G gültigen Position beträgt
daher etwa 1400 km. Geht man von Süd-Georgien 2600 km weiter nach Osten,
so trifft man unter auch genau 54,5° S-Br. in 3.4° O-Lg. auf die Bouvet-Insel.
Aus der Region dieser Insel sind bis heute wohl nur die Messungen der deutschen
Tiefsee-Expedition bekannt, welche sowohl für die Oberfläche, als auch für die
Tiefsee ein ganz außerordentliches Wärmedefizit gegenüber den benachbarten,
auf gleicher Breite liegenden Meereszonen ergeben haben; es ist hierauf im
            
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