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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

Pellehn, G.: Gnomonisches Absetzen des Poldreiecks, II, 
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der Bogen mit PS’ um P ergibt das Gestirn S auf demselben und X ZPS = Stunden- 
winkel t. Wird auch die Höhe gesucht, so ergibt der Bogen mit CZ um Z den 
Schnitt &’ und X U’SZ — Höhe h. 
Durch geeignete Vereinigung des Prismas mit dem Dreieckskörper ergibt 
sich auch eine graphische Lösung des Zweihöhenproblems, d. h. 
Breite und Länge aus 2 Gestirnshöhen zu einer bestimmten Grw.-Zt. 
Gegeben seien 2 Sterne S! und ST mit den Daten 0,, x, und Zenitdistanz z, 
bzw. 0, a» und z„. Fig. 16 (Taf. 38) mag der gelösten Aufgabe entsprechen und 
Z den Schiffsort darstellen. Da @ unbekannt ist, kann der Horizont zu Z nicht 
als Projektionsebene benutzt werden, Diese muß vielmehr bei einem der beiden 
Sterne z.B. S! die Sphäre tangieren, Mit S! als Hauptpunkt (Fig. 17, Taf, 38), 
ö, als 9, «4, — a, als t und 6, als ö wird genau wie in Fig. 11° verfahren und 
SI! innerhalb der Projektions- bzw. Entwurfsebene in seiner Lage zu SI fest- 
gelegt: In Fig. 16 betrachten wir nun den Dreieckskörper ZSISXC und er- 
innern uns der früheren Beobachtungen an dem zum Poldreieck gehörigen 
Körper, Bekannt ist die rechte Seite A CSISH und daß darin der Winkel 
bei S! — 90°. Die linke Seitenfläche A CSIZ ist ebenfalls bei S! rechtwinklig, 
und bekannt ist ferner die Kathete CS! sowie der Winkel bei C = z,. Die 
obere Seitenfläche ist ein schiefwinkliges Dreieck, von dem bekannt ist Seite 
CSA (aus dem ersten Dreieck), der Winkel bei C=z, und der andere Schenkel 
CZ dieses Winkels (als Hypotenuse aus der linken  Seitenfläche). Jedes der 
3 Seitendreiecke ist demnach bestimmt, mithin sind auch von dem Dreieck in 
der Projektionsebene alle 3 Seiten bekannt; 2 Punkte liegen bereits fest; es ist 
also nur noch Z festzulegen, ; 
In Fig. 17 entspricht hierzu S! dem Punkt C aus Fig. 16, A==A, V=S1 
Z=Z und SH1= SH, Die übrigen bekannten Buchstaben haben, wie auch schon 
V und A, dieselbe Bedeutung wie bisher, nur 6Ö, ist an die Stelle von @ ge- 
treten, Wir setzen die Zenitdistanzen z, und z, ab wie angedeutet und erhalten 
Schnitt 1 und Strahl S!2, Abgesteckt wird VO = SISM und S12= 810. Bogen 
mit V1 um S! und mit 12 um ST" ergeben Z. Kehren wir nun den Werdegang 
des ersten Teils dieser Figur (bzw. Fig. 11) um, so ist die Parallele zum Meridian 
durch Z der geometrische Ort für D.. & wird gleich erhalten. ZC’ von. V aus 
auf der Projektionsgeraden abgesteckt, gibt S, und die Parallele hierdurch zu 
(8? gibt D und D’. X DSTA ist dann der Stundenwinkel t des Gestirns SI, aus 
dem die Länge sich ergibt. Auf dem Lot zum t-Strahl durch D wird DS, =, 
abgesteckt; alsdann ist X DS!S, = der Breite g. 
Die verlangte Arbeit des Absetzens in dieser Weise für jede einzelne Auf- 
gabe würde natürlich ein Zuviel bedeuten und doch kaum ein genügendes Resultat 
erzielen. Bei 2 Sonnenhöhen verteilt sich jedoch die Arbeit, und durch Ver- 
wendung von Millimeterpapier mit einer Kreisteilung am Rande entlang — nach 
Art etwa der Sumnernetzkarten von Eckardt & Meßtorff — dürfte doch 
manche Vereinfachung erzielt werden können, Bei Fixsternhöhen liegen die Stern- 
orte unter sich jedoch so gut wie fest und lassen sich auf besonderen Karten vor- 
sehen. Erhalten diese das. zugehörige Gradnetz, so kann daraus für Z, sobald 
dieser Punkt durch 2 Bogenschläge erhalten worden ist, unmittelbar die Breite 
und die Sternzeit am Schiffsort entnommen werden, Durch entsprechende Blatt- 
größe läßt sich für nautische Zwecke hinreichende Schärfe erzielen, und durch 
eine besondere Randskala sowie durch Vorbereiten auch der Kreisbogen mit dem 
Radius S!10-(Fig. 17) für jeden der innerhalb einer Karte abgebildeten Haupt- 
sterne läßt sich die ganze Arbeit vereinfachen bis auf folgende Handgriffe: 
Sind gemessen die Höhe h, des Hauptsternes I und die Höhe h, des 
Sternes II, dann wird (Fig. 18, Taf. 38) 1. der Zirkel beim Teilstrich für h, ein- 
gesetzt, bis 90° geöffnet und damit der Bogen um I nach Z geschlagen. 2. Beim 
Teilstrich für h, — h, und dem in die Projektionsebene mit dem Hauptstrahl IC 
hineingeschwenkten Kugelmittelpunkt C wird ein Lineal angelegt und der Schnitt s 
mit dem zum Stern II gehörenden Kreis erhalten. 3, Der Zirkel wird von s bis 
h, geöffnet und damit der Bogen um II geschlagen. Sternzeit und Breite sind 
dann dem (in der Figur fortgelassenen) Gradnetz der Karte unmittelbar zu ent- 
nehmen, Näheres Eingehen auf diese Karten dürfte wohl erst nach Fertigstellung 
derselben angebracht sein. Oktoher 1906.
	        
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