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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

Rottok: Transportversuche mit Chronometern. 
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Werden die drei Transporte miteinander verglichen, so ergibt sich ohne 
weiteres, daß das Ergebnis des Dr. Peters’schen Transportes ein sehr viel 
ungenaueres ist wie das der anderen zwei, da bei ersterem ein Vergleich der 
Chronometer mit der Normaluhr erst nach 11 Tagen stattfand, Nur so ist das 
Auftreten solch großer Gangänderungen zu verstehen, 
Zu dem soeben angeführten Umstande tritt noch hinzu, daß die Träger 
in einer unverantwortlichen Weise während des Transportes mit den Chrono- 
metern umgegangen sein müssen, sonst wären nicht zwei Chronometer stehen 
geblieben. Prof. Dr. Peters gibt das letztere auch in seinem Berichte zu, in 
welchem es heißt: »es sei nicht anzunehmen, daß das Tragen in wesentlich vor- 
sichtigerer Weise. als gewöhnlich geschehen sei, weil die große Zahl der Träger 
die Aufsicht erschwert hätte.« 
Das Stehenbleiben der zwei Chronometer ist jedenfalls verursacht worden 
durch eine schnelle oder ruckweise Horizontaldrehung der Instrumentenkasten. 
Bei einem vorsichtigen Tragen wären sicherlich nicht bei 21°, der Instrumente 
große Gangänderungen aufgetreten, 
Die Ergebnisse dieses Transportes dürfen daher nicht als maßgebend in 
Betracht gezogen werden. 
Was den Transport der Seewarte anbetrifft, so gründet sich das Ergebnis 
desselben nur auf den Vergleich der Gänge unmittelbar vor mit denen unmittel- 
bar nach dem Transporte. Ein solcher Vergleich genügt aber nicht zur Fest- 
stellung etwaiger während des Transportes aufgetretener Gangänderungen. Um 
ein richtiges Bild .des Ganges sowie der Güte der Chronometer zu erhalten, muß 
eine größere Gangreihe vor sowie nach dem Transporte in Betracht gezogen 
werden, wie es bei dem Transporte des Chronometer-Observatoriums geschehen 
ist. Bei letzterem sind außerdem die g,-Reihen, nicht die Gangreihen heran- 
gezogen worden; auch wohl wieder ein Vorteil, da die g,-Reihen einen genaueren 
Vergleich gestatten wie die Gangreihen, natürlich unter der Annahme, daß die 
Temperatur-Korrektionen stimmen, . 
Bei allen diesen Erwägungen ist anzunehmen, daß durch den Transport 
des Chronometer-Observatoriums, nicht aber durch die anderen zwei Transporte 
ein richtiges Bild zustande gekommen ist.!) 
Durch den Transport des Chronometer-Observatoriums ist festgestellt worden: 
i. Chronometer leiden ‚nicht durch den Transport, wenn sie vorsichtig 
getragen, vor allen Dingen während des Transports nicht schnell oder ruckweise 
gedreht werden. 
2. Nennenswerte Gangänderungen kommen in diesem Falle nicht vor. 
3, Eine übergroße Ängstlichkeit und Furcht vor großen Gangänderungen 
ist bei Chronometertransporten über Wasser nicht angebracht. Nur bei unvor- 
sichtiger Behandlung während des Transports werden die Gangwerke der Chrono- 
meter Schaden erleiden bzw. wird sich der Gang nennenswert ändern. 
gleichsarten wurden fallen gelassen, da sie keine bestimmten Resultate brachten infolge der häufig 
wechselnden Vorzeichen sowie der unregelmäßig schwankenden Größe der Gangänderung von einem 
Vergleiche zum anderen. Überhaupt bietet der ganze Verlauf ein unregelmäßiges und ohne nachweis- 
bare Ursachen hin- und herschwankendes Bild, 
1) Um nicht nur über Transporte auf dem Wasser durch Boote usw., sondern auch über Land- 
transporte Erfahrungen zu sammeln, ist das Chronometer-Observatorium augenblicklich mit Transport- 
versuchen über Land — und zwar auf längere Wegstrecken von 1 bis 2 Stunden — beschäftigt, be- 
hufs Sammlung von Aufschlüssen über das Verhalten der Chronometer bei dieser Fortschaffungsart, 
Derartige Transporte können bei Küstenvermessungen in den Kolonialgebieten notwendig. werden, und 
dürften daher wertvolle Aufschlüsse aus der Erweiterung der Versuche zu erwarten sein, Das Ergebnis 
wird. falls es sich als lohnend erweist, veröffentlicht werden.
	        
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