Rottok: Transportversuche mit Chronometern.
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Werden die drei Transporte miteinander verglichen, so ergibt sich ohne
weiteres, daß das Ergebnis des Dr. Peters’schen Transportes ein sehr viel
ungenaueres ist wie das der anderen zwei, da bei ersterem ein Vergleich der
Chronometer mit der Normaluhr erst nach 11 Tagen stattfand, Nur so ist das
Auftreten solch großer Gangänderungen zu verstehen,
Zu dem soeben angeführten Umstande tritt noch hinzu, daß die Träger
in einer unverantwortlichen Weise während des Transportes mit den Chrono-
metern umgegangen sein müssen, sonst wären nicht zwei Chronometer stehen
geblieben. Prof. Dr. Peters gibt das letztere auch in seinem Berichte zu, in
welchem es heißt: »es sei nicht anzunehmen, daß das Tragen in wesentlich vor-
sichtigerer Weise. als gewöhnlich geschehen sei, weil die große Zahl der Träger
die Aufsicht erschwert hätte.«
Das Stehenbleiben der zwei Chronometer ist jedenfalls verursacht worden
durch eine schnelle oder ruckweise Horizontaldrehung der Instrumentenkasten.
Bei einem vorsichtigen Tragen wären sicherlich nicht bei 21°, der Instrumente
große Gangänderungen aufgetreten,
Die Ergebnisse dieses Transportes dürfen daher nicht als maßgebend in
Betracht gezogen werden.
Was den Transport der Seewarte anbetrifft, so gründet sich das Ergebnis
desselben nur auf den Vergleich der Gänge unmittelbar vor mit denen unmittel-
bar nach dem Transporte. Ein solcher Vergleich genügt aber nicht zur Fest-
stellung etwaiger während des Transportes aufgetretener Gangänderungen. Um
ein richtiges Bild .des Ganges sowie der Güte der Chronometer zu erhalten, muß
eine größere Gangreihe vor sowie nach dem Transporte in Betracht gezogen
werden, wie es bei dem Transporte des Chronometer-Observatoriums geschehen
ist. Bei letzterem sind außerdem die g,-Reihen, nicht die Gangreihen heran-
gezogen worden; auch wohl wieder ein Vorteil, da die g,-Reihen einen genaueren
Vergleich gestatten wie die Gangreihen, natürlich unter der Annahme, daß die
Temperatur-Korrektionen stimmen, .
Bei allen diesen Erwägungen ist anzunehmen, daß durch den Transport
des Chronometer-Observatoriums, nicht aber durch die anderen zwei Transporte
ein richtiges Bild zustande gekommen ist.!)
Durch den Transport des Chronometer-Observatoriums ist festgestellt worden:
i. Chronometer leiden ‚nicht durch den Transport, wenn sie vorsichtig
getragen, vor allen Dingen während des Transports nicht schnell oder ruckweise
gedreht werden.
2. Nennenswerte Gangänderungen kommen in diesem Falle nicht vor.
3, Eine übergroße Ängstlichkeit und Furcht vor großen Gangänderungen
ist bei Chronometertransporten über Wasser nicht angebracht. Nur bei unvor-
sichtiger Behandlung während des Transports werden die Gangwerke der Chrono-
meter Schaden erleiden bzw. wird sich der Gang nennenswert ändern.
gleichsarten wurden fallen gelassen, da sie keine bestimmten Resultate brachten infolge der häufig
wechselnden Vorzeichen sowie der unregelmäßig schwankenden Größe der Gangänderung von einem
Vergleiche zum anderen. Überhaupt bietet der ganze Verlauf ein unregelmäßiges und ohne nachweis-
bare Ursachen hin- und herschwankendes Bild,
1) Um nicht nur über Transporte auf dem Wasser durch Boote usw., sondern auch über Land-
transporte Erfahrungen zu sammeln, ist das Chronometer-Observatorium augenblicklich mit Transport-
versuchen über Land — und zwar auf längere Wegstrecken von 1 bis 2 Stunden — beschäftigt, be-
hufs Sammlung von Aufschlüssen über das Verhalten der Chronometer bei dieser Fortschaffungsart,
Derartige Transporte können bei Küstenvermessungen in den Kolonialgebieten notwendig. werden, und
dürften daher wertvolle Aufschlüsse aus der Erweiterung der Versuche zu erwarten sein, Das Ergebnis
wird. falls es sich als lohnend erweist, veröffentlicht werden.