Ekman, V. W.: Beiträge zur Theorie der Meeresströmungen. 575
Die Kurven zeigen, daß die Bewegungsrichtung in einem Keile von Küsten-
wasser immer eine beträchtliche Ablenkung von der Kraftrichtung erleidet. : Die
Ablenkung ist 45°, wenn die Brackwassertiefe d unendlich klein ist, und wächst
dann sehr schnell mit d, so daß sie schon für d = 0.5 D im Mittel 79° beträgt.
Schon : dieser Um- Fie. 33
stand erklärt zum Teil die Br 0
Tatsache, daß das leichte
Küstenwasser als keilför-
mige Schicht in der Nähe
der Küsten bestehen bleiben
kann, anstatt sich über die
ganze Meeresoberfläche zu
verbreiten. Eine noch
stärkere Ursache hierfür
werden wir unten in den
Winden finden,
Bezüglich der Wir-
kung auf das darunter-
liegende Meerwasser sind
zwei Fälle zu unterscheiden
je nach der Tiefe d der Oberflächenschicht. Ist diese Tiefe kleiner als 0.5 D,
so wird nach Fig. 33 das Meerwasser vom OÖberflächenwasser seewärts mit-
geschleppt, und wir haben unterhalb der Oberflächenschicht einen ausgehenden
und darunter einen eingehenden Strom. Ist dagegen d gleich oder größer als
0.5 D, so gibt es in der unteren Schicht — zwischen den Niveaus d und
d +D — nur einen eingehenden Strom, dessen ganze Wassermenge also mit Süß-
wasser gemischt als Küstenwasser wieder ausströmt.
Problem g. Deckschicht von unten nach oben abnehmenden spezifischen
Gewichtes,
Da eine Sprungschicht, wie im vorigen Probleme angenommen, im all-
gemeinen der Wirklichkeit nicht entspricht, so wurde auch die folgende Modi-
fikation des Problemes untersucht: die Grenzfläche zwischen der unteren und
oberen Schicht sei wie im Probleme f eine mit der Küstenlinie parallele schiefe
Ebene. Das spezifische Gewicht soll in der unteren Schicht konstant sein, in der
oberen Schicht aber von unten nach oben stetig und gleichmäßig abnehmen, und
zwar soll es unmittelbar oberhalb der Grenzfläche dasselbe wie in der unteren
Schicht sein. Unter diesen Annahmen sind die Solenoide über einen durch die
Oberflächenschicht gelegten Vertikalschnitt gleichmäßig verteilt, Im übrigen seien
die Voraussetzungen des vorigen Problems unverändert,
Die ziemlich komplizierten Fig. 34.
Rechnungen, die hier nicht be-
schrieben werden können, sind zum
großen Teile von Dr. Elisabeth
Stephansen ausgeführt. Das Re-
sultat derselben ist durch die Kurven
in Fig. 34 dargestellt. Es ist, wie
auch im Falle von Fig. 33, an-
genommen, daß auf jedes Kilometer
eines senkrecht zur Küste gezeich-
neten Schnittes im ganzen 1000000 w
sin g Solenoide kommen. m übrigen
sind die Kurven in ganz Ähnlicher Weise wie die Kurven in Fig. 383 zu
deuten, Das Mitschleppen des Meerwassers mit dem Küstenwasser ist in dem
jetzt behandelten Falle geringer als im Falle einer homogenen Küstenwasser-
schicht; wenn d gleich 0,3 D ist, liegt .die Grenze zwischen eingehendem und
ausgehendem Strome in der Tiefe d, und wenn d größer ist, liegt sie in der
Oberflächenschicht selbst. Wenn die Tiefe der letzteren groß ist — etwa größer
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