Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1996
Nebeltage über größeren Gebieten waren der 3., 25. und 30. an der
Nordsee, der 2., 7. und 9. an der ostdeutschen Küste und der 8., 21. und 22,
an der ganzen Küste,
Gewitter wurden während des Sturmes am 27. von fast allen Stationen
der Nordsee und nur zwei Stationen der Ostsee beobachtet,
Die monatlichen Niederschlagsmengen schwankten fast durchweg zwischen 30
und 60 mm. Die größte Niederschlagshöhe weist Leba mit 77, die geringste
Wustrow mit fast nur der Hälfte des Normalwertes, mit 19 mm auf. Die
Niederschläge fielen ziemlich häufig; es wurden bis zu 17 Niederschlagstage
(Niederschlagshöhe = 0.2 mm) beobachtet, jedoch fielen nirgends sehr erhebliche,
in 24 Stunden 20 mm übersteigende Niederschläge.
Wetterlage. Die am Schluß des vorigen Monats über Großbritannien
liegende Depression beherrschte noch bis zum 8. dieses Monats den Westen
des Kontinents, während der Osten von einem Hochdruckgebiet überlagert
wurde. Am 7. drang eine neue Depression vom Mittelmeer nordwärts vor,
während gleichzeitig ein von Westen eindringendes Hochdruckgebiet die bisher
über England liegende Depression nordwärts verdrängte. Doch nur einen Tag,
den 10., konnte der Hochdruck seine Herrschaft über den Westen Europas
ausüben, schon am folgenden Tage, dem 11., mußte er einer neuen von Westen
heranziehenden Depression weichen. — Hatte die erste, über England liegende
Depression durch‘die südliche Luftströmung der deutschen Küste Wärme ge-
bracht, so verursachte dagegen diese dadurch, daß sie südostwärts und dann
ostwärts vorrückte, an der deutschen Küste östliche Luftströmung, die bald
ein starkes Fallen der Temperatur mit sich brachte. Die Depression zog von
Ungarn aus am 14, wieder nordwärts, der van Bebberschen Zugstraße V b
folgend, und brachte an diesem und dem folgenden Tage der ostdeutschen
Küste stürmische Nordostwinde und vorübergehende Erwärmung. Während
dieser Tage rückt ein Hochdruckgebiet vom Atlantik ostwärts vor, den Westen
Europas seinem Einfluß unterwerfend, Da am 19. eine Depression über
Spanien und die Biskayasee nordostwärts eindringt, weicht der Hochdruck
vorübergehend westwärts zurück. Die durch den Einfluß der Depression an
der deutschen Küste hervorgerufene östliche Luftströmung bringt die niedrigste
Temperatur dieses Monats, die in Hamburg mit fast — 5? den tiefsten Stand
erreicht. Nach Vorübergang der Depression breitet sich das Hochdruckgebiet
über Mitteleuropa aus, während der Norden Europas dem Einfluß vorüber-
ziehender Depression untersteht. Bei der hierdurch hervorgerufenen west-
lichen und südlichen Luftströmung tritt allmählich schwache Erwärmung ein.
Am 26. erscheint westlich Irland eine neue Depression, die an Tiefe zunehmend,
nordostwärts fortschreitet, jedoch am 28, noch ein Teilminimum über England
bildet, das südostwärts vorrückt. Das Hochdruckgebiet ist südostwärts zurück-
gegangen, der am 27. tief nach Deutschland hineinreichenden Depression
weichend, die an der ganzen deutschen Küste stürmische bis orkanartige
südwestliche Winde, an der Nordsee von elektrischen Entladungen begleitet,
hervorruft. An der ostdeutschen Küste herrschten noch am folgenden Tage
stürmische Südwestwinde, Erst das Vordringen eines Hochdruckgebietes von
der Nordsee nach Südschweden am 29. und 80. bringt auch der ostdeutschen
Küste wieder ruhigeres und etwas kälteres Wetter. An der Nordsee herrschen
unter dem Einfluß einer neuen, von Westen kommenden Depression zunächst
5stliche Winde, die starken Temperaturfall mit Nebel mit sich bringen.
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