XXVI. Lotungen und andere ozeanographische Arbeiten auf S. M. S. »Planet« im Indischen Ozean. 561
etwa 2° 50’N-Br. und 90° 59’ O-Lg., welche sich aus 4000 m zu 2100 m erhebt,
jedoch nur geringe horizontale Ausdehnung aufweist.
Die im Valdivia-Werk für die Westküste Sumatras gezeichneten Isobathen
erfahren im Norden durch die Lotungen Nr. 152 bis 156 noch beträchtliche
Änderung; im Süden bestätigen die auf der Fahrt nach Batavia gemachten
Lotungen im wesentlichen die Zeichnung des Bodenreliefs von Schott.
Von Batavia aus wurde der Kurs wieder durch die Sunda-Straße ge-
nommen, um den Abfall der Südküste Javas zur Tiefsee zu klären und um fest-
zustellen, ob der von Supan auf Grund der im Osten geloteten 6200 m- Tiefe
angenommene »Sunda-Graben« tatsächlich vorhanden ist. -
Die Lotungen Nr. 165 bis 185’) ergaben (siehe die beigefügte Textkarte)
zunächst einen Abfall des Bodens auf etwa 3400 m, alsdann ein Ansteigen auf
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Tiefenverhältnisse südlich von Java
nach den neuen Lotungen SMS. „Planet uam
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etwa 2000 m, dem ein rasches Absinken auf 7000 m folgt; durch eine weitere
Lotung konnte darauf wieder Ansteigen auf 5700 m festgelegt werden. Da
weiter Östlich die Lotungen dasselbe Relief ergaben, so ist die Existenz eines
schmalen Grabens, dem eine durch eine Schwelle von etwa 1300 m relativer
Höhe getrennte Einsenkung vorgelagert ist, erwiesen, Die Lotung von 7000 m
stellt gleichzeitig die größte Tiefe vor, welche bis jetzt im Indischen Ozean ge-
lotet ist; die größte Tiefe war bislang 6459 m nordwestlich von Australien.
Die dem Sunda-Graben vorgelagerte Einsenkung findet ihre Analogie in
dem Mentawei-Becken, der Sunda-Graben selbst in dem Mentawei-Graben.
2, Serienbeobachtungen.
Zwischen Mauritius und Java wurden 6 Serien ausgeführt, welche in der
Hauptsache die obersten 1000 m berücksichtigen und möglichst gleichmäßig über
das Gebiet verteilt sind.
Als Beispiel für die vertikale Verteilung von Temperatur, Dichte und
Sauerstoffgehalt im tropischen Indischen Ozean sind die Resultate der Station 158
(Mentawei-Graben) in nebenstehender Skizze wiedergegeben. Diese Station bietet
besonderes Interesse, da sie in unmittelbarer Nähe einer kombinierten Station
der Valdivia-Expedition liegt, welche Schott zur Erklärung der Sprungschicht ?)
mit heranzieht. Das vollständig gleichsinnige Verhalten der drei Kurven, be-
sonders die überall vorhandene starke Änderung in der Schicht von 100 bis
125 m, deuten auf einen ursächlichen Zusammenhang hin und finden ihre Er-
klärung in dem konvektiven Wasseraustausch, welcher in der oberen Schicht
bis zu einer zwischen 100 und 125 m liegenden Tiefe statthat. Das durch Ver-
dunstung schwerer werdende Oberflächenwasser kann nur bis zu dieser Tiefe
absinken und die Erwärmung demgemäß fortpflanzen. Daß dieses tatsächlich
stattfindet, beweist der bis zu dieser Tiefe gleichmäßige Gehalt an Sauerstoff
‘) Siehe »Ann. d. Hydr. usw.« 1906, S. 558.
7 Wiss. Erg. der Deutschen Tiefsee-Expedition auf dem Dampfer »Valdivia«, Bd.I, 8. 1784£f.