560 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1906.
der Sunda-Straße laufende, auf den Äquatorstrom senkrecht auftreffende Strom-
menge noch begünstigt wird und die nun ihrerseits wieder direkt unter der
Küste eine Kompensation nach Westen bewirkt.
Beim Passieren südlich der Bali-Straße wurde das Schiff mit 1.5 Sm Ge-
schwindigkeit nach SO versetzt bei nach NW setzendem Flutstrom, durch den also
der aus der Bali-Straße nach SO laufende Strom nur zum Teil aufgehoben wurde,
In der Lombok-Straße und von dort bis zur Südspitze von Celebes setzte
der Strom südwestlich mit einer Geschwindigkeit von 2 bzw. 1.5 Sm, Unter der
Westküste von Süd-Celebes lief ein nach Nord setzender Flutstrom (1 Sm pro
Stunde). Die in der Bali- und Lombok-Straße angetroffenen Strömungen ent-
sprechen den Angaben der Segelhandbücher. In der Schottschen Stromkarte
ist zwischen der Lombok-Straße und Süd-Celebes Weststrom angegeben, ebenso
in dem Atlas »Indischer Ozean«, außerdem im letzteren ein nach Westen und
Osten setzender Gegenstrom. Der unter der Küste von Celebes angetroffene
Flutstrom, nach Norden setzend, ist auch im englischen Segelhandbuch angegeben.
XXVI Lotungen und andere ozeanographische Arbeiten auf S. M. S. »Planet« im
Indischen Ozean.
Bearbeitet durch Dr. W. Brennecke.
(Hierzu Tafel 35.1)
1. Lotungen.
Von Rodriguez führte der Kurs S. M. S. »Planet« zunächst nach Colombo.
Auf dieser Fahrt wurden fünf Lotungen Nr. 124 bis 128?) an die Ostseite des
Maskarenen-Rückens gelegt, welche ergaben, daß die Verflachung der Saya de
Malha-Bank sich bis über den 66. Grad O-Lg. nach Osten erstreckt.
Eine größere Anzahl von Lotungen, Nr. 129 bis 142,% diente alsdann zur
Nachforschung nach dem von der Valdivia-Expedition vermuteten Korallenriff
in 2° 57’S-Br. und 67° 59’ O-Lg.;*) die Positionen und Tiefen der einzelnen
Lotungen sind aus der nebenstehenden
Skizze zu ersehen. Die Nachsuche nach
dem Riff wurde erschwert durch die
herrschende trübe Witterung, bei der es
weder am Abend des 25, noch in der
Frühe des 26. Juni gelang, die Position des
Schiffes durch. Besteck festzulegen. Als
es mittags aufklarte, so daß der Schiffs-
ort festgelegt werden konnte, stellte sich
heraus, daß die um die gefundene flachste
Stelle von 2295 m gelegten Lotungen süd-
Sstlich von dem vermuteten Riff lagen,
30 daß eine neue Lotungsserie weiter westlich
zelegt werden mußte, Als Ergebnis der
14 Lotungen ist anzusehen, daß in der von
Chun angegebenen Position oder in der
Nähe derselben kein Riff existiert, daß aber
der Meeresboden bis auf 2295 m ansteigt.
Da mehrfach die Schlammröhren beschädigt
herauf kamen, so ist felsiger Boden anzunehmen, auf dem seinerzeit das Netz
der »Valdivia« festgekommen sein kann.
Die folgenden Lotungen Nr. 145 bis 158°) auf der Fahrt zwischen Colombo
und Padang führten zur Feststellung einer bislang nicht bekannten Schwelle in
) Nach Fertigstellung der Tafel und des Textes ist von Herrn Dr. Brennecke eine Be-
richtigung seiner Skizze tür die Tafel eingegangen. Auf der hier vorliegenden Tafel 35 gibt die Kurve
der vertikalen Verteilung des Sauerstoffs irrtümlicherweise für S00 m 0.0, für 1000 m 0.2 cem:1 an;
die richtigen Werte sind für S00 m Tiefe 1.0, für 1000 m 1.2 ccm'l. Die Kurve der Tafel ist dem-
entsprechend zu berichtigen, — ?) Siche »Ann, d. Hydr. usw.« 1906, S, 458. — 3) Ebenda, &. 457 u. 455.
— 4 Vgl. Chun, Berichte der math.-phys. Klasse der Ges, f. Wissensch. zu Leipzig, 1905, I. —
5) Siehe »Ann. d. Hydr. usw.« 1906, S. 460.