XXIV. Aus dem Bericht des Kommandos S.M.S. »Planet« über die Fahrt von Batavia nach Makassar, 559
Beide Ballons waren völlig dicht und unverletzt, jedoch sehr stark ge-
dehnt — ‚auf etwa 2.3 m Durchmesser. Das Material scheint nach diesem Er-
gebnis allmählich doch durch die Tropeneinflüsse schadhaft zu werden, wenn
auch äußerlich beim Füllen Veränderungen. noch nicht wahrzunehmen sind. Um
so unerläßlicher ist für weitere Aufstiege die Verwendung einer Abwurfvorrichtung.
Der Ballon-sonde-Aufstieg zeigte dieselben Windverhältnisse wie der Pilot-
ballönaufstieg am Tage vorher. N #
Das Drachendiagramm zeigt Ähnlichkeit mit dem auf der Reise Padang—
Batavia erhaltenen. . ;
4. Biologie und Bakteriologie. |
Am 9. August und 11. bis 15, August fanden täglich Planktonstufenfänge
statt. Mittels Helgoländer Brutnetz wurde am 13. und 14. August mehrfach die
ganze Wassersäule von 200 bis 0m durchfischt. Wiederholt wurden durch
Filtration mit Schleicher-Schüllschen Filtern aus je 501 Oberflächenwasser
alle auch die kleinsten Organismen gesammelt und konserviert.
In Batavia wurde eine größere Anzahl Fische auf Otholithen untersucht,
Impfungen zum Nachweis von Bakterien wurden am 11., 15. und 18. August
gemacht. An denselben Tagen wurde Wasser zur Analyse auf Stickstoff-
verbindungen und Kieselsäure konserviert. ;
XXV. Anlage zum Reisebericht S. M. S. »Planet« über die Fahrt von Batavia nach
Makassar.,
Meteorologische und ozeanographische Notizen.
Auf der Fahrt von Batavia nach Makassar wurden folgende Witterungs-
verhältnisse beobachtet: .
Das Wetter war in der Sunda- und Lombok-Straße, sowie an der javanischen
Südküste unbeständig: Windstillen und südöstliche bis südwestliche Winde, Regen
und blauer Himmel wechselnd, nachts starkes Wetterleuchten, stets diesige Luft,
namentlich über Land. Weiter ab von der Küste wehte bei klarem Wetter und
wenig bewölktem Himmel ständig Südostmonsun. Richtung SOz0—0O2zS, in Stärke
zwischen 2 und 4 häufig ändernd. Der Barometerstand blieb dauernd, innerhalb
der täglichen Perioden, konstant: 760.5 bis 763 mm. Auch zwischen Lombok
und Celebes wehte ein frischer Monsun (O0 bis OSO) bei meist klarem Wetter.
Nachts wurde Wetterleuchten beobachtet. Die Witterungsangaben stimmen mit
den vorhandenen Angaben überein.
Die Strömungsverhältnisse waren sehr wechselnde: Zunächst war die
Stromversetzung unter Land, .von Java Head bis Kap Genteng (siehe Karte)
westsüdwestlich (etwa 1 Sm pro Stunde). Von Kap Genteng abdampfend, bis
8° 28’ S-Br., wurde das Schiff mit 0.7 Sm pro Stunde nach Osten versetzt. Von
hier weiter südlich folgte ein schmales stromloses Gebiet bis ungefähr zum
9, Breitengrad. Dann setzte wieder westlicher Strom ein, zuerst mit 1.0 Sm pro
Stunde, bei größerer Entfernung von der Küste (150 Sm) mit 1.5 bis 2 Sm Ge-
schwindigkeit. Mit der Annäherung an die Küste wurde dieser Weststrom all-
mählich schwächer und setzte dann in schwachen östlichen Strom um, der un-
mittelbar unter der Küste (etwa 6 Sm Abstand) wieder in schwachen (0.6 Sm)
Gegenstrom überging. Es wurden somit wieder genau dieselben Stromverhältnisse
angetroffen wie beim Abdampfen von der Küste weiter westlich.
Die Stromkarte im Atlas »Indischer Ozean« (Deutsche Seewarte) gibt auf
Tafel 4 für dieses Gebiet Ost- bis Südoststrom an, der auf 9° S-Br. ungefähr in
Gegenstrom umbiegt. Die Schotitsche Strömungskarte gibt einen Weststrom an,
sowohl direkt unter der Küste wie auch in einer Entfernung von 150 Sm. Die An-
gaben der Stromkarte der Deutschen Seewarte kommen somit den gemachten
Beobachtungen am nächsten.
Es ist wohl anzunehmen, daß die äquatoriale, ungefähr nach Westen setzende
Hauptströmung im Abstande von 60 Sm von der javanischen Küste eine nach
Osten setzende Kompensationsströmung erzeugt, deren Entstehen durch die aus