556 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1906.
neuerdings auch die auf dem Indischen Ozean angestellten Beobachtungen,
und nach einem kürzlich zwischen diesem Amt und der Deutschen Seewarte ge-
troffenen Abkommen gehen sämtliche, in deutschen Schiffsjournalen enthaltenen
meteorologischen Aufzeichnungen, die vom Januar 1905 ab südlich von 10° N-Br.
zwischen Afrika und Australien angestellt worden sind und künftig angestellt
werden, abschriftlich nach Simla.
Liefert die Deutsche Seewarte diese indischen Beobachtungen nach Indien
vorzugsweise im allgemeinen Interesse, so ist die ununterbrochene Kontrolle der
Witterungsvorgänge über dem Nordatlantischen Ozean eine die Anstalt unmittelbar
berührende Forderung. Hiervon war schon oben!) die Rede; der »Internationale
Dekadenbericht«, der alle 10 Tage erscheinend, die 3 Wochen zurückliegenden
Wetterlagen über diesem Meere Tag für Tag abbildet, ist die hierfür zunächst
bestimmte Veröffentlichung. Zugleich werden aber die diesen sehr provisorischen
und manchmal noch sehr unvollständigen Karten zugrunde liegenden Arbeits-
blätter handschriftlich auf der Deutschen Seewarte durch das neu eingehende
Material fortwährend vervollständigt und auf dem laufenden erhalten. Daher
ist es möglich, jederzeit jedem Interessenten die bis zu einem be-
stimmten Zeitmoment eingegangenen Beobachtungen des nordatlan-
tischen Wetters in einer Karte oder in Text zur Verfügung zu stellen;
als solche Interessenten kommen häufig die Reedereien, Versicherungsgesellschaften,
Gerichtsbehörden, Seeämter usw, in Betracht,
Als Endergebnis vorstehender Darlegung wollen die nautischen Mitarbeiter
der Seewarte die Tatsache entnehmen, daß sie durch die: ununterbrochene Fort-
setzung der maritim-meteorologischen Beobachtungen in allen Meeren der Erde
sich ein sehr großes Verdienst erwerben; auch die Versicherung kann ent-
nommen werden, daß das der Deutschen Seewarte zugehende Material für immer
neu auftretende Bedürfnisse der Wissenschaft und der Praxis eine von Jahr zu
Jahr sich steigernde und vielgestaltigere Benutzung erfährt. Früher oder später
kommt jede Beobachtung zur Verwendung. Daher hat endlich die Deutsche
Seewarte in einigen Fällen, in denen es notwendig erschien, über die Art und
Weise der Anstellung der Beobachtungen an Bord und über die Führung des
meteorologischen Tagebuches ihre bestimmte Ansicht auseinandergesetzt und
durch die Klarlegung der Zwecke, für die die Beobachtungen bestimmt sind,
diese besonderen Wünsche und Ansichten begründet.”)
Die Deutsche Seewarte.
Die Forschungsreise $. M. S. „Planet“.
XXI. Aus dem Bericht des Kommandos S. M. S. »Planet« vom 3. August 1906 über
die Fahrt von Padang (Sumatra) nach Batavia, 29. Juli bis 2. August 1906.
ei
Se +
A
Bros
3
Enaano
2m
Bafayı-
1. Allgemeines,
Von Padang wurde über die Mitte des
Mentavei-Beckens hinweg, deren Tiefe durch
eine Lotung festgestellt wurde, nach der Sikakap-
Straße gedampft und hier zu ethnographischen
und biologischen Zwecken für einige Stunden
Aufenthalt genommen. Nach Vornahme eines
Drachenaufstieges südlich Trieste wurde
zwischen Engano und Sumatra zur Feststellung
des Bodenreliefs hindurchgesteuert. Dann unter
Anlaufen von Krakatao Kurs auf Batavia (siehe
Kurskarte).
„ Siehe 8. 553. N
23 Man vgl. hierzu z. B. den Aufsatz »Über die Berechnung von Besteckversetzungen« in
dieser Zeitschrift 1904, S. 145; ferner »Über die Temperatur der Meeresoberfläche, ihre Beobachtung
und ihre Bedeutung«, auf der Rückseite der Monatskarte für den Nordatlantischen Ozean, April 1905.
3) Mitteilungen I bis XXII »Ann. d. Hrdr. usw.« 1906, S. 145, 220, 259, 305, 353, 409, 457 u. 505.