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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1906. 
»Eine leichte Methode die scheinbare Distanz des Mondes von der Sonne 
oder einem Fixstern von dem Einfluß der Refraktion und Parallaxe zu befreien 
und die wahre Distanz zu finden nach Dr. Kelly, London 1812.« 
Hiernach scheint also Dr. Kelly die von mir mitgeteilte Vorschrift zuerst 
gegeben zu haben. Ob derselbe über die Divisoren 62 und 53 nähere Mitteilungen 
gemacht hat, habe ich nicht ermitteln können. Vielleicht ist ein Leser der 
Annalen in der Lage, nähere Auskunft über die betreffende Abhandlung des 
Dr. Kelly zu geben. W. Reuter, Leer. 
3. Nordlicht auf dem Nordatlantischen Ozean am 15. November 1905. 
Am Abend des 15. November beobachtete ich ein auffallendes Nordlicht. Wir be- 
fanden uns auf 49° 22’ N-Br. und 27° 58’ W-Lg. Der ganze nördliche Horizont war 
von Wolken bedeckt, so daß auch der Mond nicht zu sehen war. Um 6h 20min 
schossen helle weißliche und gelbe Streifen hinter der am Horizont lagernden 
Wolkenbank, bis zum Zenit, hervor. Die Helligkeit dieser Streifen begann etwa 
bei 30° über dem Horizont und nahm an Intensität zu, je näher dieselben dem 
Zenit kamen. Um 7% hatte sich im Zenit eine herrliche Krone gebildet, dieselbe 
sah ähnlich einer der bekannten (Cirro-Cumulus) Wolken, von welchen sich 
andere Wolken strahlenförmig nach allen Richtungen ausbreiten, Scharf ab- 
gegrenzte rote Streifen zeigten nach SW und W, vom Zenit auslaufend bis etwa 
45° über dem Horizont. Nach NW, N und NO hatten die Strahlen und Streifen 
eine weiße oder weißlich gelbe Färbung. Nach etwa 20 Minuten löste sich 
die Krone auf, wobei zuerst die weißen und gelben Streifen verschwanden. Die 
nach W und SW laufenden roten Streifen schienen in einen breiten Streifen zu- 
sammenzufallen, wobei die rote Farbe mehr ins Violette überging und das Ganze 
sich langsam zum westlichen Horizont bewegte; zur selben Zeit kam der Mond 
hinter den Wolken hervor. Bis 8% sah man noch einzelne rote und violette 
Streifen in W und NW, dann verschwand die Erscheinung ganz und wurde auch 
während der Nacht nicht wieder bemerkt. Es herrschte zur Zeit mäßige Brise 
aus NOzO und war, wie schon erwähnt, nur der Horizont von Wolken bedeckt 
und im übrigen sternenklarer Himmel. 
J. Schmidt, Kapt. des D. »Charlois«, 
American Petroleum Company Antwerpen. 
Neuere Veröffentlichungen. 
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben.) 
Meteorologische Zeitschrift. MHann-Band. Zum 40jährigen Redaktions- 
jubiläum J. Hann’s von Freunden und Kollegen gewidmet. Redigiert von 
Dr. J. M. Pernter und Dr. G. Hellmann. Gr. 8% VIII, 404 S. m. Bild u. 
Faks. von J. Hann, 76 Textfig. u. 5 Taf. Braunschweig 1906. Fr. Vieweg 
u. Sohn. Preis 20 Mk. 
Der Abschluß des 40. Jahrganges der Zeitschrift, die unter dem Titel »Zeitschrift der öster- 
reichischen Gesellschaft für Meteorologie« ihre Entstehung gefunden hatte, gab eine willkommene Ge- 
Jegenheit, dem Altmeister der Meteorologie Hofrat Professor Dr. Julius Hann eine besondere Ehrung 
zu erweisen. Kaum ist eine andere der Persönlichkeit und Tätigkeit Hann’s entsprechendere Ehrung 
als die Widmung des vorliegenden Ergänzungsbandes zur Meteorologischen Zeitschrift zu denken. Nicht 
nur als Begründer und Schriftleiter der Zeitschrift, sondern auch dureh die überaus zahlreichen und 
wertvollen eigenen Veröffentlichungen Hann’s in ihr, ist seine Person aufs engste mit ihr verbunden; 
in ihr spiegeln sich sein ganzes Wesen und seine ganze Schaffenskraft wider. So haben denn auch 
die hervorragendsten Meteorologen des ganzen Erdballs sich vereinigt, um durch Beiträge zu diesem 
Bande dem ‚Jubilar ihre Verehrung und Sympathie auszudrücken. 
Nicht weniger als 42 Autoren haben sich in ebensoviel Abhandlungen an dieser Publikation 
beteiligt. Auf jede der einzelnen Abhandlungen einzugehen, verbietet sich bei dieser großen Anzahl 
von selbst; auch würde es sachlich nicht zu rechtfertigen sein, einzelne derselben besonders hervor- 
zuheben, da dadurch die anderen zurückgesetzt erscheinen würden. KEs liegt auf der Hand, daß jeder 
Autor ein Thema aus dem speziellen (jebiete gewählt hat, in dem er bisher vorzugsweise gearbeitet hat, 
Der Band enthält daher nur mustergültieste Abhandlungen der verschiedensten Gebiete der Meteorologie 
1) ”Berichtigung: Bei der Überschrift der Besprechung von »Nautische Tafeln usw.« ist 
hinter »Ann. d. Hydr, usw.« einzufügen 1903.
	        
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