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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

Kleinere Mitteilungen. 
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Um 3%l 15m wurde eine zweite spiegelnde Schicht bemerkt, etwa 20 Bogen- 
minuten über der ersten. Die niedrigen Teile des Landes boten folgenden Anblick: 
Zweite spiegelnde Schicht 
nr 
Erste spiegelnde Schich* 
Kimm 
während die höheren Strecken in einem gleichmäßigen, 40’ .hohen Streifen er- 
schienen, ; 
Inzwischen hatte die Gewitterwolke aus Westen den Zenit erreicht, um 
3h 20win wurde Donner vernommen, um 3% 40min fiel einige Minuten lang Regen, 
während die östliche Hälfte des Himmels unverändert klar blau blieb, bis auf 
den grauen Refraktionsstreifen über der Kimm. Die beiden um 3b 15min be- 
merkten spiegelnden Schichten näherten sich einander 10" später und ver- 
einigten sich, so daß nun wieder nur eine, etwa 30’ über der Strandkimm liegende 
Spiegelung der Gegenstände. zu sehen war. Zur gleichen Zeit wurde über der 
Frischen. Nehrung stellenweise in großer Deutlichkeit das etwa 6 Sm jenseits 
liegende Land von Ermland sichtbar. 
Von 3b 30mia an lief S. M. S. »>Hyäne« mit westlichem Kurse von Pillau ab. 
Zehn Minuten später, in etwa 10 Sm Abstand von Pillau, verschwand die Er- 
scheinung ziemlich schnell. Gegen 5% war die Kimm rund herum klar, und die 
Sichtigkeit betrug etwa 20 Sm. Der Wind war 3h 35mi" auf Süden, Stärke 2, 
umgesprungen, er wechselte im Laufe des Nachmittags noch mehrmals seine 
Richtung, war aber stets schwach und schlief gegen 5h ganz ein. Das Gewitter 
verzog sich. Es blieben nur einzelne Alto-Cumulus-Wolken am sonst klaren 
Himmel sichtbar. In der Zeit von 3% 40min bis 4h wechselte die Temperatur 
häufig und um ziemlich große Beträge. Es wurde innerhalb 20min beobachtet: 
17.2°, 15.7°, 18,9°, . 
In Pillau, das im Gebiet der geschilderten Refraktionserscheinungen lag, 
sind gegen 3hN. am Lotsenhause Temperaturen von 24° und 26° beobachtet worden, 
Seit 5. Mai mittags hatte das Barometer gleichmäßige Höhe, zwischen 770 
und 773 mm, gehabt, es hatten schwache Winde aus nördlichen Richtungen geweht, 
Mit Ausnahme einzelner Wolken war der Himmel meist klar gewesen, die 
Temperatur hatte zwischen 21.5° und 15.0° gleichmäßig geschwankt. 
Ähnliche Strahlenbrechungserscheinungen wurden fast an jedem der vorher- 
gehenden und nachfolgenden heißen und windstillen Tage (meist nur nachmittags) 
beobachtet, Jedoch war die spiegelnde Schicht niemals so hoch wie am 7. Mai, 
und es wurde auch nie mehr als eine spiegelnde Sehicht. beobachtet. 
2. Zu: »Die Bestimmung des Unterschiedes der wahren und der 
scheinbaren Monddistanz durch Zeichnung«, »Ann. d. Hydr. usw.« 1906, S. 431, 
Nach einer Mitteilung des Herrn Navigationslehrers Skalweit ist die mir vom 
Direktor Schreiber mitgeteilte Anweisung, die Berichtigung der scheinbaren 
Monddistanz durch Zeichnung zu finden, »aus S. E. Tuxen 1883, S. 261, woselbst 
aber nur der Divisor 62 gebraucht und anstatt der Zenitdistanzen die Höhen 
abgetragen werden«. Auf meine Bitte um genauere Angaben war Herr Skalweit 
so freundlich, mir eine Abschrift der Stelle mitzuteilen und dabei zu bemerken: 
»Ihre heutige Karte veranlaßte mich, Tuxen vorzunehmen, und da steht, daß er 
die graphische Methode aus dem Handbuch für Schiffahrtskunde (Hamburg) 
entnommen, Hier ist die Lösung nach Ihren Angaben (2. Auflage, S. 376) ent- 
halten, Beide gehen nicht näher darauf ein, weshalb ich von Übersendung des 
Buches Abstand nehme. Der Hamburger bezieht sich auf Dr. Kelly.« 
Bald darauf teilte mir Herr Navigationslehrer Meyer aus Apenrade die- 
selbe Aufgabe mit. Diese stimmte selbst in den Buchstaben mit der mir von 
Herrn Skalweit zugesandten überein, jedoch werden darin die Divisoren 62 
und 53 so benutzt. wie ich angegeben habe. Die Überschrift der Aufgabe lautet:
	        
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