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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

Ekman, V. W.: Beiträge zur Theorie der Meeresströmungen, 539 
Da die Zyklonen und’ Antizyklonen in den außertropischen Breiten beider 
Hemisphären in den allermeisten Fällen eine östliche Bewegung (zwischen NE 
und SE) haben, so empfiehlt sich die folgende Formulierung der Regel: 
Die von einer Zyklone oder Antizyklone bewirkten Abweichungen 
von der mittleren Stromversetzung am Orte sind im allgemeinen 
größer auf der Äquatorseite als auf der Polseite des Wirbelzentrums, 
wenn dieses eine östliche Bewegungsrichtung hat. Das entgegen- 
gesetzte gilt, wenn das Wirbelzentrum eine westliche Bewegungs- 
richtung hat. 
Bestimmung der Reibungstiefe D. 
In den oben erhaltenen Resultaten tritt die Reibungstiefe fast immer als 
ein Faktor ein; um die Theorie wirklich ausnutzen zu können ist es daher not- 
wendig, die Größe derselben zu kennen. Ich habe in der englischen Abhandlung 
zwei Methoden vorgeschlagen, durch welche D bestimmt werden könnte. Es soll 
an dieser Stelle hierüber ein kurzes Referat gegeben werden; für Einzelheiten 
und Beweise muß auf die Originalabhandlung verwiesen werden, 
Die erste einfache Methode ist, die Veränderung der Stromrichtung und 
Stromgeschwindigkeit mit der Tiefe zu beobachten. Diese Methode wird ver- 
mutlich gute Resultate geben können in Fällen, welche dem Probleme b, S. 532, 
ziemlich genau entsprechen. Auch könnte sie vielleicht im offenen Meere mög- 
lichst bald nach dem Einsetzen eines neuen Windes benutzt werden, wenn dies 
vom technischen Gesichtspunkte‘ ausführbar ist. Strombeobachtungen, die für 
diesen Zweck anwendbar sind, liegen, meines Wissens, bis jetzt nicht vor, 
Die zweite Methode wird auf den beobachteten Zusammenhang einerseits 
zwischen Windgeschwindigkeit und Stauwirkung, anderseits zwischen den Ge- 
schwindigkeiten von Wind und Windtrift basiert. Bei dieser Methode war es 
schon möglich, eine, wenn auch äußerst mangelhafte Schätzung der Größen- 
ordnung von D mit Hilfe von vorliegenden Beobachtungsergebnissen zu machen. 
Zuerst wurde aus Beobachtungen während der Sturmflut in der Ostsee im No- 
vember 18721) abgeleitet, daß der Tangentialdruck T des Windes in C.G. 5. Ein- 
heiten ungefähr 
T = 0.0000032 h? 
ist, wenn h die Windgeschwindigkeit in Zentimetern pro Sekunde ist. Diese Be- 
stimmung ist wahrscheinlich ziemlich zuverlässig. 
Zweitens wurde in Übereinstimmung mit den Berechnungen von Nansen 
und von Mohn die durchschnittliche Relation 
V=0.019 hsing 
zwischen der Windgeschwindigkeit h und der Geschwindigkeit V des Triftstromes, 
beide in cm p. Sek,, abgeleitet;. es wurde ferner angenommen, daß in dieser 
Gleichung V gleich 1.5 Vo sei, wo V, die durch die Gleichung (1) S. 475 be- 
stimmte Größe bedeutet. Also 
Vo == 0.0127 h/Vsin (6)] 
Hieraus und aus den zur Theorie der reinen Triftströme gehörenden 
Formeln ergab sich endlich , 
7.6 
D = Yo h 
(6) 
wo D die Reibungstiefe in cm bedeutet. (Dieselbe Gleichung bleibt gültig wenn 
D in Meter und h in Meter pro Sek. gemessen werden.) Dieses Resultat ist wie 
oben angedeutet, ziemlich unsicher, und zwar liegt die Unsicherheit in der 
Relation zwischen Vo und h. Wenn V, im Verhältnisse von m größer als nach 
der Gleichung (5) ist, so ist D in demselben Verhältnisse kleiner, als oben 
gefunden wurde.) a 
In Ermangelung besserer Bestimmungen kann jedoch die Gleichung (6) 
dazu dienen, eine Vorstellung über die Größenordnung der Triftstromtiefe zu 
\ A. Colding: L e. Fußnote 8. 533.
	        
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