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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

Behrmann, W.: Die Entstehung nautischer Kartenwerke Niederdeutschlands und ihr Einfluß usw. 527 
niederländischen Einfluß nicht verhehlen. Eine fast genaue Kopie der Waghenaer- 
schen Generalkarte zeigt uns endlich eine Karte ohne Jahreszahl von John Bowles 
engraved. by Hermann Moll (+ 1732); trotzdem sie am Rande eine Liste der geogr. 
Breite und Länge von Orten angibt, trägt sie dasselbe projektionslose Bild mit 
der verwirrenden Nordrichtung (Königsberg 201/,° 5. v. Gr.,. nördlich Pisa 101/,°). 
Ja von dieser gibt es sogar noch aus dem Jahre 1782 eine französische Kopie: 
Carte de tous les ports de ’Europe von L. Denis. ; 
War es gewissermaßen ein Leichtes, in der nautischen Spezialliteratur 
den Waghenaerschen Einfluß auf Schritt und Tritt nachzuweisen, so wird die 
Aufgabe schwierig, die Resultate nicht so zwingend, wenn wir auf die Weltkarten 
des 17. Jahrhunderts übergehen, Es kann für diese Betrachtung nur die General- 
karte in Betracht kommen, für die aber das Charakteristikum die falsche Längen- 
bestimmung war. Aber gerade diese mußte, sowie Landkarten gezeichnet wurden, 
sofort verschwinden; gab es doch genug Landkarten mit weit besseren Längen- 
bestimmungen. Es hat also nur die Außenküste Europas bestimmend wirken 
können. Nun aber ist bekannt, wie die Darstellung Norwegens in den älteren 
Werken krankt, man vergleiche nur die Darstellungen!) Zieglers, neuerer 
Ptolemaeus Karten, Mercators, Olaus Magnus; Ortelius, Apians, Bureus usf. Um 
das Jahr 1600 hingegen tritt hierin ein Umschwung ein. In einigen Werken, 
wie z. B. dem des Hoeius 1640, ‚wird man einen Einfluß Waghenaers nicht 
leugnen können. Es ist seine Generalkarte zwar in anderer Projektionsart ge- 
zeichnet und bedeutend verkleinert; an einzelnen Punkten, wie dem Sogne Fjord, 
besonders aber durch die sagenhafte Insel »Brazil«, gibt sich deutlich das Bild 
zu erkennen, wie es Waghenaer entworfen oder wie Blaeuww nach ihm verbessert 
hat. Dasselbe gilt von den Weltkarten eines Hondius 1630,  Vischer 1639, De 
Witt 1660,2) ferner von den Planigloben in Blaeuww Novus ‚Atlas 1635, Geogr. 
Blaviana und den Weltkarten der Seeatlanten, die ziemlich ein gleiches Gepräge 
aufweisen, nämlich eines Goos 1667, v. Loon 1667, Colom 1669, Keulen (er bringt 
1681 noch die Insel Brazyl), ferner von der Karte in Mercator-Projektion aus 
Pene-Cassini: Neptun Frangais (abgebildet Periplus LIX). 
Somit möchte ich jedenfalls die naturgetreue Darstellung der Küste Nor- 
wegens für veranlaßt durch die Seeatlanten der Niederdeutschen, besonders 
Waghenaers halten. Man wird sich in Zukunft bei der Beurteilung der Küsten- 
linien der Karten des 17. und 18. Jahrhunderts einem Studium der: nautischen 
Werke Niederdeutschlands nicht entziehen können. 
Beiträge zur Theorie der Meeresströmungen. 
Von YV. Walfrid Ekman, Kristiania, 
[Fortsetzung.] 
IV. Ströme und Stromsysteme, die vom Winde unter dem Einfluss der 
Kontinente verursacht werden. vi 
Mit Hilfe der im vorigen Abschnitte ermittelten Resultate sind wir im- 
stande, die vierte und wesentlichste der im Abschnitte II S. 480 gemachten Be- 
schränkungen fallen zu lassen, Der Einfluß der Kontinente auf die Meeres- 
strömungen sowie die Wirkung und Gegenwirkung zwischen verschiedenen 
Strömen ist nämlich fast ausschließlich als eine sekundäre Wirkung des Wind- 
staues zu betrachten. Das Land kann niemals das‘ Wasser in endlicher Ent- 
fernung in irgendwelcher beliebigen Richtung zu fließen verhindern, solange die 
Wasseroberfläche horizontal. ist; die primäre Wirkung wird vielmehr eine Nei- 
gung der Oberfläche sein, die so lange zunimmt, bis die vom Druckgradienten 
und vom Winde verursachten Strömungen senkrecht zur Küste einander aus- 
gleichen. 
‘') Facsimile Atlas p. 57, 59. Periplus p. 79, 98, 152, Tafel XLVII. 
2 ef Fr Frederik Muller Remarkable Mans. usw. Amsterdam 1892.
	        
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