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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1906. 
Es sind verschiedene Versuche unternommen worden, eine möglichst ein- 
fache und zugleich zuverlässige Abwurfvorrichtung zu konstruieren. Die Ver- 
suche, die noch nicht abgeschlossen sind, werden in einem späteren Berichte 
besprochen werden. Sehr zu bedauern ist, daß Hergesell nirgends eine Be- 
schreibung der von ihm bei einer Reihe seiner Aufstiege mit Erfolg benutzten 
Abwurfvorrichtung gibt. Damit würden uns die Versuche erspart geblieben sein, 
zu denen weder Zeit noch auch brauchbares Material zur Verfügung stehen. 
Während des Füllens werden die Ballons auf Undichtigkeiten abgesucht, 
die sich in kleinen kreisrunden Löchern von höchstens 1 mm Durchmesser zeigen, 
und diese durch kleine Kautschukplättchen verklebt. 
Glaubt man, daß die Ballons die richtige Spannung haben, so werden sie 
provisorisch abgeschnürt und »gewogen«. Eine für dieses Wiegen mitgegebene 
Federwage erwies sich als wenig brauchbar bei Schlingerbewegungen, die Messung 
durch angehängte Gewichte war ungleich genauer. Nach dem Ergebnis des Ab- 
wiegens wird nachgefüllt oder abgelassen. 
Inzwischen ist das Instrument verglichen worden, der Schwimmer darunter, 
die Ballonschnüre darüber befestigt, Die Ballons werden langsam hochgelassen, 
bis sie das Instrument tragen, man läßt dann an der Schwimmerschnur weiter 
aus und gibt schließlich den Schwimmer über Bord, 
Vorherschicken eines Pilotballons. 
Läßt die Zeit es irgend zu, so ist das Vorausschicken eines Pilotballons 
unerläßlich, um sich sofort über das zur Verfolgung geeignetste Manöver klar 
zu werden und um aus der vom Pilotballon oben konstatierten Windgeschwindig- 
keit ungefähr die Steighöhe der Ballon-sonde festzustellen, bis zu der gute Aus- 
sicht zur Wiedererlangung des Instruments vorhanden ist. Wie schon in der 
Einleitung gesagt, waren zu dem Zweck die 0.5 m-Ballons nicht geeignet, wohl 
aber sind es die 1 m-Ballons, die leicht noch auf 15 bis 20 km Entfernung zu sehen 
sind (bei günstigen Verhältnissen, trockener Luft vor allem). Den Pilots wurde 
ein Stück Metallpapier mitgegeben, dessen Blitzen einmal im allgemeinen weiter 
zu sehen ist als der Ballon selbst, dann aber auch das Auffinden nach Aussicht- 
kommen des Ballons hinter einer Wolke wesentlich beschleunigt, 
Verfolgung des Ballons, 
Der Ballonflug wird mit Sextant und Peilapparat verfolgt, zugleich wird 
der Weg des Schiffes auf Millimeterpapier aufgezeichnet. Das letztere ist not- 
wendig, um im Augenblick des Platzens des einen Ballons den Platzpunkt — 
berechnet aus Azimut und Höhe, die zur betreffenden Zeit gemessen sind — ein- 
zeichnen, aus dem vom Ballon beim Aufstieg gemachten Weg den Ort des Wieder- 
kommens feststellen und auf diesen Punkt hin Kurs nehmen zu können. 
Eine Übersicht über die Stationen, an denen bisher Drachen- und Ballon- 
aufstiege ausgeführt sind, wird Gegenstand eines späteren Berichtes sein, der 
auch die Resultate der Pilotballons, soweit sie dann bearbeitet sein werden, 
bringen wird. 
Der Internationale Kongreß für die Erforschung der Polargegenden 
zu Brüssel 1906. 
Dem Plane entsprechend, über den in dieser Zeitschrift!) seinerzeit be- 
richtet worden ist, fand dieser Kongreß in den Tagen vom 7. bis. 11. September d. J. 
zu Brüssel statt. Die Beteiligung war außerordentlich zahlreich und vielseitig; 
über 200 Personen aus den meisten Kulturstaaten vereinigten sich dort zu ge- 
meinsamer Arbeit. , 
Die warmen Begrüßungsworte des belgischen Ministers der auswärtigen 
Angelegenheiten Herrn de Favereau und die weitblickende, die gegenwärtige 
Sachlage klar überschauende Eröffnungsansprache des zum Präsidenten des 
W sAnn, d, Hrydr. usw.« 1906, S. 385.
	        
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