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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

506 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1906. 
wesen. Die Instrumente haben sich bisher tadellos bewährt, verlangen allerdings 
eine sehr peinliche Behandlung. 
Die Instrumente befinden sich in einem Korkkasten, auf dessen obere 
Decke eine Flügelrad-Anemometer aufgeschraubt werden kann, und der an der 
Stelle, wo die Federn auf der Trommel schreiben, ein Glimmerfenster hat. 
Die Federn der Meteorographen schreiben auf berußtem Papier. Die 
Registriertrommeln haben dreistündige Umlaufszeit. Die Trommeln wurden mit 
transparentem Papier und Blaupause darunter belegt — ein Verfahren, das 
Professor Koeppen angegeben hatte —, Man erhält dadurch sofort beim Auf- 
stieg eine Kopie, und das Verfahren hat den weiteren wesentlichen Vorteil, bei 
mehr als dreistündigem Aufstieg die Entzifferung der eventuell ineinander- 
gelaufenen Kurven (besonders Anemometer) zu erleichtern, da auf der Kopie die 
einzelnen Umdrehungskurven durch die Stärke der Belichtung sich unterscheiden, 
Auch geht, was für Bordaufstiege wichtig ist, bei Unfall — Brechen des Drahtes 
oder Schießen des Instrumentdrachens —, durch den der Instrumentdrache und 
damit das Instrument ins Wasser kommt, die Registrierung nicht verloren, 
sondern bleibt in der durch das Wasser fixierten Kopie erhalten, während die 
Rußschrift meist so weit abgewaschen ist, daß ein Entziffern der Kurve schwer 
oder unmöglich wird, 
Außer diesen Bosch-Instrumenten — die in die Drachen eingebaut werden 
und von denen neun Exemplare mitgegeben wurden — ist ein russisches In- 
strument von Kusnetzow an Bord. Das Instrument hat bisher noch keine Ver- 
wendung gefunden, Es unterscheidet sich von dem Bosch-Instrument im wesent- 
lichen durch die längere Umlaufszeit der Trommel — sechs Stunden anstatt drei —, 
die Verwendung von Tintestiften auf unberußtem Papier, eine andere Konstruktion 
des Anemometers — Schaufelräder, durch deren Umdrehung eine Feder gespannt 
wird, während bei Bosch die Anzahl der Umdrehungen in der Zeiteinheit registriert 
wird — und dadurch, daß es an den Drachendraht angehängt wird. 
Ein umfangreicher Vorrat an Werkzeug und Material zum Ausbessern und 
eventuell zur Neuanfertigung von Drachen, Reserveteile für die Winde, Schnur, 
eine Luftpumpe mit anzuschließendem Manometer zur Eichung der Barographen, 
Glasskalen zur Auswertung der Kurven, einige Führungsrollen usw. vervoll- 
ständigen die Ausrüstung. An Bord angefertigt wurde ein Glastisch, der, 
elektrisch von unten her beleuchtet, die Auswertung der Kurven wesentlich er- 
leichterte, 
b. Ballons. 
Ausrüstung: Die Ausrüstung — zunächst nur für den Atlantischen 
Ozean berechnet, Nachsendung weiterer Vorräte wurde von dem von Kap Verden 
aus einzusendenden Bericht abhängig gemacht — bestand in zwölf Ballons zu 
1.5 m Durchmesser für Ballon-sonde-Aufstiege und 30 Pilotballons a 0.5 m Durch- 
messer. Der erwähnte Bericht befürwortete trotz der stattgehabten Mißerfolge 
im NO-Passat die Fortsetzung der Versuche und bat um entsprechende Nach- 
sendung von 1,5 m-Ballons. Die 0.5 m-Ballons mußten als für Versuche von 
Bord aus — bei der Unmöglichkeit der Verwendung eines Theodoliten mit gutem 
Fernrohr bzw. eines festen Fernrohrs — als völlig untauglich bezeichnet werden. 
Es wurde gebeten, als Pilotballons solche von 1m zu bestellen und nachzusenden. 
Die Nachsendung traf in Kapstadt ein und bestand in 24 Ballons ä& 1.5 m, 
20 ä1m und 30 ä 0.5 m. Letztere waren wohl schon vor Eingehen unseres 
Berichtes beschafft worden. 
Unterbringung. Die erst gelieferten Ballons waren eingelötet gewesen. 
Da die Ballons bei dieser Aufbewahrung keine Materialveränderung zeigten, 
wurde die Nachsendung — die Ballons befanden sich in Kartons — sofort ein- 
gelötet. Bisher hat das Kautschuk noch keinerlei Veränderung gezeigt. 
Wasserstoff. Der zur Füllung der Ballons nötige Wasserstoff wurde 
vom Luftschifferbataillon in Tegel-Berlin zur Verfügung gestellt. Auch von 
diesem mußte ein großer Vorrat nachgesandt werden, der in Durban an Bord 
yenommen wurde.
	        
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