504 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1906.
gebiet erschienen (Typus V), während das Östliche nach Norden vorgerückt ist,
Da das westliche Minimum nordöstlich vordringt, drehen die Winde an der
Nordsee allmählich nach Südwesten, wobei die Temperatur langsam sinkt. Ein
Ausläufer der Depression liegt am 16. über Schottland und rückt ostwärts nach
der Nordsee vor. Das Hochdruckgebiet im Südwesten breitet sich nordostwärts
aus, während das östliche sich ostwärts zurückzieht. Auch an der Ostseeküste
tritt nunmehr Abkühlung ein, nachdem am Nachmittage des 16. vielfach Gewitter
aufgetreten sind. Das südwestliche Hochdruckgebiet zieht sich im Süden west-
wärts zurück, breitet sich aber nordwärts aus, so daß am 18. das Hochdruck-
gebiet den Westen der britischen Inseln bedeckt, gegenüber der Depression, die
ostwärts verlagert Teilminima über Jütland, Süd- und Nordschweden, sowie über
dem südlichen Teil des Bottnischen Meerbusens aufweist (Typus I).
Das Wetter ist an der Küste bei schwachen veränderlichen Winden trübe
und kühl, an der Ostsee mit Gewittern, Da die nördliche Depression nord-
ostwärts abzieht und das Hochdruckgebiet einen Keil weit ostwärts vorschiebt,
tritt am 19. wieder Typus V in Erscheinung, der nach kurzer Dauer dann eine
Verbindung mit Typus IV eingeht. — Am 20. rückt nämlich das Hochdruck-
gebiet weiter ostwärts vor, sein Maximum über Frankreich aufweisend. Ein
neues Tiefdruckgebiet zieht vom Ozean heran. An beiden Tagen, 19. und 20,,
hat die Küste bei mäßigen bis frischen westlichen Winden wolkiges, kühles
Wetter, am 19, an der Ostsee stellenweise mit Gewittern, — Die neue Depression
reicht am 21., ostwärts verlagert, vom hohen Norden nach dem Süden der Öst-
see; ein tiefes Minimum liegt an der mittleren norwegischen Küste, gegenüber
dem ostwärts vordringenden Maximum über Mittelfrankreich und Süddeutschland.
An der Küste wehen mäßige bis steife westliche Winde, an der Nordseeküste
mit steigender Temperatur. — Am 22, lagert das Maximum über Böhmen, das
nördliche Minimum liegt über Finnland, ein Ausläufer bedeckt Schottland; eine
neue Depression ist vor dem Kanal erschienen. Die Winde sind an der Nordsee-
küste unter Abnahme an Stärke nach Südwesten zurückgegangen, an der Ostsee
wehen noch mäßige bis frische westliche Winde. Die neue Depression ist am
23. nordöstlich vorgedrungen, der Ausläufer von Schottland nach Südschweden
fortgeschritten und das Hochdruckgebiet südlich zurückgewichen. Das Wetter
ist bei schwachen bis frischen Winden an der Küste trübe, an der Ostseeküste
warm, an der Nordseeküste bei normaler Temperatur, Am Abend erscheint im
Südwesten ein neues Hochdruckgebiet, das über Südschweden gelegene Tief
wandert ostwärts und liegt am 24. über Westrußland, das westliche Tief nord-
westlich von Schottland. Da sich über Mitteldeutschland ein Maximum aus-
gebildet hat, herrscht an der Küste im Bereiche des Hochdruckgebietes wolkiges,
kühles Wetter. Am 25, liegt ein tiefes Minimum der westlichen Depression über
Südschottland, Hochdruck über Südfrankreich und Spanien. An der Nordsee-
küste frischen die Winde auf und nehmen beim Fortschreiten des Tiefs ostwärts
bis Memel am 26. an der ganzen Küste bis Sturmstärke zu. Am 25, finden sehr
ergiebige Niederschläge statt. Da am 27. das Tief bis Innerrußland fort-
geschritten ist, breitet sich das Hochdruckgebiet über den ganzen Westen aus.
An der Küste wehen westliche und nordwestliche Winde bei trübem, kühlem
Wetter. Das Hochdruckgebiet wandert unter dem Einfluß eines vom Ozean
herannahenden Tiefs allmählich nach Osten; am 28, lagert es mit seinem Kern
über Südengland, am 29. über Mitteldeutschland. Im Küstengebiete ist das
Wetter bei schwachen bis frischen westlichen Winden wolkig und kühl. Am 30.
zeigt sich das neue Tief über der Biskayasee, das Hochdruckgebiet südostwärts
verlagert; im Norden ist eine neue Depression erschienen, Bei südwestlichen
und südlichen Winden ist die Temperatur etwas gestiegen. Der letzte Tag des
Monats zeigt die nördliche Depression südostwärts verlagert über Westrußland,
die westliche Depression über England mit einem Minimum westlich von Schott-
land, hohen Druck von Nordskandinavien nach Südosteuropa reichend mit einem
Maximum über Südostdeutschland und Österreich und dementsprechend an der
Küste ruhiges, heiteres, trockenes, ziemlich warmes Wetter.
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