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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

Kleinere Mitteilungen. 
»Wurfboje« beiwohnten und nach der Mitteilung des Konstrukteurs, namentlich 
auch nach den Versuchen der Kaiserlichen Marine mit der schwereren »Heck- 
boje« geglückt zu sein, so daß die Boje berufen ist, eine bisher vorhandene 
Lücke in den Rettungsgeräten an Bord auszufüllen. Dieser Auffassung hat 
auch der »Verein deutscher Seeschiffer ‚zu Häamburg« Ausdruck gegeben. 
Angeschafft und probiert ist der Apparat von der Kaiserlichen Marine, der 
Hamburg-Amerika-Linie, vom Norddeutschen Lloyd, von der Woermann-Linie. 
Die »Wurfboje« scheint dem Schreiber noch verbesserungsfähig. Die 
kardanische Befestigung der Leuchtröhre mit der Leuchtpatrone ist vorerst 
noch derartig, daß die vollständige Umdrehung des Lichtes beim verkehrten 
Auffallen auf das Wasser durch die vorstehenden Befestigungsbolzen des 
Röhrenhalters an der Boje in verschiedenen Stellungen behindert wird. Dem 
könnte leicht abgeholfen werden, 
Schließlich gebe ich zu überlegen, ob die Vorzüge der Rettungsboje 
von Kapitän Brunswig sich nicht mit der Leuchtboje von Korvettenkapitän 
Meller vereinigen ließen. Kapitän Frhr. v. Schrötter. 
Neuere Veröffentlichungen. 
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben. 
Ferdinand Freiherr von Richthofen: Ergebnisse und Ziele der Süd- 
polarforschung. Mit einer. Südpolarkarte. Gr. 8°. 29 8, Berlin 1905, 
Dietrich Reimer (E., Vohsen). 
Diese nächgelassene kleine Schrift des am 6. Oktober 1905 verstorbenen großen Geographen 
verdankt einem unmittelbaren Auftrage unseres Kaisers ihren Ursprung: F. v. Richthofen sollte 
Sr. Majestät in zusammenhängendem Vortrage die Leistungen und Ziele der in den letzten Jahren 
ausgeführten Südpolar-Expeditionen darlegen. Der Tod nahm dem Forscher mitten in der Arbeit 
die Feder aus der Hand, Aber auf Befehl des Kaisers ist, was niedergeschrieben vorlag, veröffentlicht 
worden. Wie für alles, was Richthofen schrieb, kann auch hierfür die Wissenschaft nur dankbar 
sein, Er spricht nicht nur von der fesselnden Entdeckungsgeschichte des großen Südpolarlandes, 
von Cook, Bellingshausen, Weddell und Ross, von dem erneuten Interesse, das der Bremer 
Geographentag 1895 an der Frage der Südpolarforschung wachrief, und von dem langsamen Heran- 
reifen dieser Reihe gleichzeitiger Expeditionen der letzten Jahre, auf die es dem Kaiser besonders 
ankam und von denen nur die deutsche und schottische neues Land entdeckten, die englische aber 
den glänzendsten äußeren Erfolg errang, sondern Richthofen war aus der Abwägung der vor- 
liegenden Ergebnisse zu der gewichtigen Folgerung gelangt, daß die Versuche, den Schleier von 
der Südpolarwelt weiter zu heben, notwendig fortgesetzt werden müßten. Nicht nur, weil das, was 
bisher an höchster Breite jenseit des Südpolarkreises erreicht ist, überboten werden könne und müsse, 
oder weil die räumliche Kenntnis von der Erdoberfläche, insbesondere von der Verteilung des 
Wassers und Landes darauf, abgeschlossen zu werden verdiene, sondern vor allem, weil unser Einblick 
in den Zusammenhang der irdischen Erscheinungen unzureichend bleibt, solange noch die Südpolar- 
welt ihre Geheimnisse verschlossen hält. Den Beweis hierfür hat er dann im einzelnen in der ihm 
eigenen großzügigen Weise mit treffenden Worten auszuführen begonnen, leider aber nicht mehr zu 
Ende geführt. Äber gewiß ist doch: je klarer die Ergebnisse der letzten großen Südfahrten hervor- 
treten werden, desto lebhafter wird sich auch der Ruf nach ihrer Fortführung erheben. Daß 
Richthofen noch selbst mit seiner großen Autorität dafür eingetreten ist, wird der Sache ganz 
wesentlich zur Förderung gereichen. Möge die kleine Schrift die weiteste Verbreitung finden! 
. Krümmel. 
Davis’s Requisite Tables (Logarithmic). Requisite Tables containing tables 
of logarithms of numbers (1 to 10800), sines, tangents, and secants to 
five places of decimals, and a special table of logarithmic and natural 
haversines, arranged specially for the use of seamen. By Perey L. H. 
Davis, F.R. A.S, of his Majesty’s Nautical Almanac Office, 8° 178 p. 
London 1905. J. D. Potter. 
Verfasser weist an drei typischen Beispielen nach, daß zu den täglichen nautischen 
Rechnungen fünfstellige Logarithmen genügen. Nach Maskelyne’s Ausführungen in der Vorrede zu 
»Tables requisite to be used with the Nautical Ephemeris for finding the longitude and latitude at 
sea« würden fünfstellige Logarithmen reichlich genügen, wenn nicht die Reduktion der Monddistanzen 
sechsstellige Logarithmen der Sinus erforderte. Monddistanzen kommen aber bei der heutigen Zu- 
verlässiekeit der Chronometer nur in außergewöhnlichen Fällen zur Verwendung, so daß auch der
	        
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