Meldau-Bartling: Entwicklung des magnetischen Charakters eines eisernen Schiffes, 497
6. Juni 2. Eisenmassen wie im fünften Stadium. Zwischen den Be-
obachtungen 5. und 6. war der auf dem Helgen an. der Backbordseite der
‚Thüringen« (28 m vom Beobachtungspunkte) erbaute kleine Dampfer »Pylades«
abgelaufen, Um festzustellen, ob etwa dieses Schiff unsere Beobachtungen in
erheblichem - Maße beeinflußt hatte, wurde unmittelbar nach dem Stapellauf
wieder beobachtet und dabei festgestellt, daß in der Tat ein gewisser, verhältnis-
mäßig aber geringer Einfluß vorhanden gewesen war.
7. Juni 15. Außenhaut fertig genietet, Schotten. fertig, Decks %,, fertig,
Kommandobrücke fertig. Diese Schlußbeobachtung vor dem Stapellauf der
»Thüringen« ergab nur noch eine geringfügige Vergrößerung der polaren schiffs-
magnetischen Kraft, die jetzt den Wert 0.52 H erreicht hatte... ;
Mit anerkennenswerter Bereitwilligkeit - ging die Werftleitung auf den
Vorschlag ein, das Schiff nach dem Stapellauf herumzudrehen und zur Aus-
rüstung auf einen dem Baukurse nach Möglichkeit entgegengesetzten Kurs zu
legen, Der Ausrüstungskurs war mgn. N31.3°W. Der Erfolg dieser Maß-
regel spricht sich in dem bedeutenden und stetig mit der Zeit fort-
schreitenden‘ Abnehmen‘ der schiffsmagnetischen Horizontalkraft
deutlich genug aus und wird durch die Punkte 8, 9 und 10 der. Fig. 1° ver-
anschaulicht.. Diese Punkte beziehen sich auf die folgenden Termine, an denen
die Eisenmassen des Schiffes um die angegebenen Gegenstände. vermehrt waren.
(Diese Gegenstände haben aber‘ keinesfalls einen‘ erheblichen Einfluß auf die
magnetische Natur des Kompaßortes gehabt)‘ © 8
„8. Juni 18. ‚Kessel an Bord, ebenso die beiden Masten und die Hälfte ‚der
Hauptmaschine. - ; ; . Le
9, Juni 26. Schornstein, Ventilatoren, Ladebäume und Winden an Bord;
Hauptmaschine fertig.
10. Juli 8. Schiff fertig. Sa |
Um die Entwicklung. der polaren schiffsmagnetischen Kraft vor und nach
dem Stapellauf übersichtlich darzustellen, ist sie in‘ Fig. 2 nochmals in ihrer
relativen Lage zum Schiff gezeichnet,
Wie nach diesen Beobachtungen nicht anders zu erwarten war, erwiesen
sich. bei der Kompaßregulierung die magnetischen Verhältnisse für beide Kom-
passe als sehr günstig; von der Anbringung von Magneten‘ zur Kompensation
konnte Abstand genommen werden. .
Für unsere - Beobachtungen stand uns ein Deviationsmagnetometer von
Bamberg (Modell der Kaiserlichen Marine) zur Verfügung. Daneben haben wir
mit einem einfachen .‚zweckentsprechend eingerichteten Kompaßnadelsystem und
mit einer Vertikalkraftwage beobachtet; das Magnetometer wurde als Kontroll-
instrument benutzt.‘ Die mit den primitiven Mitteln erhaltenen Resultate lagen
völlig im möglichen und erstrebenswerten Genauigkeitsbereich, und es dürften
derartige, mit einfachen Hilfsmitteln während des Baues ausgeführte
magnetische Messungen sich als sehr nützlich erweisen, um wesent-
liche von unwesentlichen Maßnahmen zur Erzielung eines magnetisch einwandfreien
Kompaßortes zu scheiden und erkennen zu lassen. Besonders wertvoll wären
derartige Beobachtungen in solchen Fällen, wo die magnetischen Verhältnisse
des Kompaßortes erheblich ungünstiger liegen als es auf »Thüringen«’ der Fall war.
Der Werftleitung der Aktiengesellschaft »Weser« sind wir für ihre bereit-
willigest gewährte Unterstützung zu Danke verpflichtet.
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A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben.
Deutsche Seewarte: Internationaler Dekadenbericht. F. 4 S. Dreimal
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Derichten« der Deutschen Seewarte erschien. wird von jetzt ab zu den obengenannten Bedingungen auch