accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

Wegemann, G.: Rückblick auf die .Gezeitenliteratur seit Ende 1904. 495 
stellungspreis von 10 842 000 Mk., und an der Severnmündung mit 260 000 Pferde- 
kräften und. einem Nutzwert von 23400000 Mk., die das Anlagekapital von 
1 906 800 000 Mk. ebenfalls mit rund 12°, verzinsen. . Bei so günstigen Aussichten 
dürfte die Realisierung eines solchen Planes in nicht allzuferner Zeit zu erwarten sein, 
Zum Schluß seien noch zwei Abhandlungen über Flutmesser erwähnt, eine 
von Darwin,!) ein Bericht über Flutmesser, und eine von Honda,*°) die Be- 
schreibung eines transportablen Luftquecksilber-Flutmessers, der eine Modifikation 
des Richardschen Hydrometers ist und auch als Hochseepegel zu benutzen ist. 
Der vorliegende Rückblick läßt erkennen, daß die Gezeitenlehre, die früher 
eine Domäne der englischen Gelehrten zu sein schien, jetzt auch in das wissen- 
schaftliche Programm der Forscher anderer Nationen übergegangen ist. 
Entwicklung des magnetischen Charakters eines eisernen Schiffes. 
Von Dr. H. Meldau, “and x... W. Bartling, 
Oberlehrer an der Seefahrtschule, Bremen 1. Offizier des Norddeutschen Lloyd, Bremen, 
Während des. Baues des Dampfers »Thüringen« auf der hiesigen Werft 
der Aktiengesellschaft »Weser« haben wir Gelegenheit genommen, die Ent- 
wicklung des magnetischen Zustandes des Schiffes durch eine Reihe von Be- 
obachtungen an dem für den Kompaß in Aussicht genommenen Orte zu verfolgen. 
Die gemachten Beobachtungen lassen die typischen Vorgänge bei der Ent- 
stehung des Schiffsmagnetismus in so klarer Weise hervortreten, daß uns eine 
kurze Darlegung der Hauptresultate unserer Messungen an dieser Stelle an- 
gezeigt erscheint. 
»Thüringen« ist ein Frachtdampfer von 131 m Länge, 16 m Breite und 
10 m Tiefe. Das Schiff ist aus Stahl gebaut. Der Baukurs war mgn. S 53.3°O. 
Mit der Kiellegung war im Juni 1905 begonnen. Zwei Kompasse, ein Steuer- 
kompaß und der Regelkompaß, stehen auf dem in allen Teilen aus Holz her- 
gestellten Kartenhause, an das sich vorne die Brücke, welche von 3 Stahldecks- 
balken‘ getragen wird, anschließt. Unsere Messungen beziehen sich auf einen 
Platz in der Mitte zwischen den beiden Kompassen in Kompaßhöhe. ; 
Sie umfassen zehn Baustadien des Schiffes, Es wurde jedesmal durch 
Deviationsbestimmung und Schwingungsbeobachtungen die gesamte von Erde 
und Schiff ausgeübte Horizontalkraft gemessen. Diese enthält außer der zu be- 
stimmenden festen und halbfesten Schiffskraft zwei von der augenblicklichen 
Vertikalinduktion und Horizontalinduktion herrührende Bestandteile. Der erste 
dieser Teile ist vorerst unbekannt, sein Betrag ist aber nach der Natur des 
Kompaßortes jedenfalls ein sehr geringer. Der zweite Teil kann‘ mit großer An- 
näherung geschätzt werden. Es soll im folgenden 
2=0.9 und D=4° also D= 0.07 
angenommen werden. Gemäß dieser Annahme sind aus den gemessenen Deviationen 
und Horizontalkräften die »polaren« schiffsmagnetischen Kräfte abgeleitet, indem 
das als Dygogramm bekannte Kräftediagramm gezeichnet ist (siehe Fig. 1). 
An der Mehrzahl der Beobachtungstermine wurde auch die Vertikalkraft be- 
stimmt. Die in Figur 1 den Endpunkten der Kräfte beigeschriebenen Nummern 
1 bis 10 entsprechen den im folgenden charakterisierten Baustadien: 
1. April 1. 1906. Die ganze Außenhaut, die Decks und Schotten sind 
fertig eingebaut. Wegen anderweitiger Beschäftigung der Nieter der Werft ist 
jedoch noch die ganze Außenhaut ohne Nietung, von der Nietung der 
Decks und Schotten ist nur etwa !/,„„, ausgeführt; der Doppelboden allein 
liegt fertig genietet, Wir fanden die polare. schiffsmagnetische Kraft zu 0.27 H. 
+‘) Darwin: Report on Tide Gauges. Comptes Rendus des Sc6ances de la XIV. conference 
generale de Association G6odetique internationale. 2 Bd. 1905. Rapports speciaux, p. 326. 
| 2) K. Honda: A portable a&ro-mercuriale tidegauge. Proceedings of the Tokyo Physico- 
Mathematical Society, Vol. II, No. 20. 18. II. 1895.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.