Kleinere Mitteilungen.
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Annahme eines mittleren Salzgehaltes von 35°) und einer mittleren Dichte
des Trockenrückstandes des Seewassers von 2,5 zu dem wohl für manchen
überraschenden Ergebnis, daß das Volum der im ganzen Meer gelösten festen
Materie größer ist, als das Volum von Europa, Nord- und Mittelamerika,
Australien, Ostindien, Madagaskar und Japan zusammengenommen. Bezogen
auf gleiche Gewichtsteile enthält das Meerwasser etwa 200mal soviel gelöste
feste Bestandteile als mittleres Flußwasser, Noch auffallender aber sind folgende
Zahlen; in 100 Teilen des Trockenrückstandes sind enthalten: ;
im Meerwasser im Flußwasser
unter anderem
Kochsalz ..........
Chlormagnesium ......
Schwefelsaures Magnesium
Kalium .
Natrium.
Kaleium-
* Magnesium .
Kieselsäureanhydrid .... — «
Faßt man die Salze nach den einzelnen Säuren zusammen, so ergibt
sich, daß enthält:
2.29%
Meerwasser Flußwasser
Chloride (einschl. Bromide) ... 88.2 % 2,5 %
Sulfate . ..........000.0. 108 « 11.2 «
Karbonate ............. 03« 57.7 «
Der Gehalt an Karbonaten im Meerwasser ist also ausgedrückt in
Prozenten des Gesamtsalzgehaltes etwa nur !/„,9, von dem im mittleren Fluß-
wasser. Berücksichtigt man aber, daß der Gesamtsalzgehalt sich, wie schon
oben erwähnt, umgekehrt, verhält wie 200 zu 1, so erkennt man, daß beide
Wasser den gleichen absoluten Gehalt an Karbonaten besitzen,
Carl Forch.
4. Zum Vorgang der Absorption von Gas in Seewasser und de-
stilliertem Wasser, Man ist wohl geneigt anzunehmen, daß die Absorption
eines Gases durch Wasser bzw. eine wässerige Lösung, wie sie etwa das See-
wasser darstellt, ein verhältnismäßig einfacher und wenig interessanter Vor-
gang sei. Das Gegenteil hiervon beweisen Versuche von W. E. Adeney.’)
Lange Glasröhren von etwa 2m wurden mit destilliertem Wasser bzw. mit
Seewasser von etwa 35% 9 Salzgehalt gefüllt, ausgekocht und alsdann an der
Quecksilberluftpumpe von den darin enthaltenen Gasresten möglichst befreit,
Das so vorbereitete Wasser enthielt dann noch 1.5 bis 1.75 em* Stickstoff im
Liter. Um während des Versuches die Flüssigkeitssäulen in den Röhren
möglichst vor Strömungen infolge äußerer Temperaturänderungen zu bewahren,
waren die Röhren in ein entsprechend hohes Wasserbad eingesetzt. Ließ man
nun von oben her langsam Luft absorbieren, indem man die Röhre offen
stehen ließ, so zeigte sich, daß die Absorption in Seewasser verhältnismäßig
rascher fortschritt als in destilliertem Wasser, So war nach 75 Tagen See-
wasser auch an dem Boden der Röhre mit Stickstoff gesättigt, während de-
stilliertes Wasser selbst. am oberen Ende nur °/,.,. am Boden gar nur ”/„
gesättigt war. Daß es sich bei dem Vorschreiten der absorbierten Gas-
teilchen nun wenigstens beim Seewasser um einen Vorgang handelt, bei dem
die Gravitation eine gewisse Rolle spielt, ist zwar eigenartig, aber durch
folgende Versuche erwiesen. In einer U-förmigen Röhre wurde in dem einen
Schenkel durch einen Luftstrom am oberen Ende Luft absorbiert; dann war
zwar in dem betreffenden Schenkel bis auf dem Boden Stickstoff in größerer
Menge vorhanden, in dem anderen Schenkel, wo also das Eindringen entgegen
der Richtung der Schwerkraft hätte erfolgen müssen, war sowohl alsbald wie
nach 6 Monaten Stickstoff nur in ganz geringen Mengen — etwa 1/, der
Menge im andern Schenkel — nachweisbar. .
Ferner wurden drei lange mit Seewasser gefüllte Röhren so mitein-
ander verbunden, daß ein Luftstrom nacheinander die einzelnen Röhren in
1) Phil, Mag. 1905, 6 ser... vol. 9, pag. 360.