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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1906. 
an einem andern Beispiel (Brest, 3. VI. 1903) wie sich das Verfahren ver- 
einfacht, wenn eine der zusammengesetzten Wellen sehr klein wird. Das 
Prinzip, nach dem die Tabellen berechnet sind, ist in einem früheren Jahr- 
gang derselben Zeitschrift!) mitgeteilt. Interessant wäre der Vergleich mit 
dem tatsächlich beobachteten Werte, Eine Nachrechnung nach der holländischen 
Methode (v. d. Stok: Wind, weather, currents, tides and tidal streams of the 
East Indian Archipelago, Batavia 1897) ergab andere Werte, nämlich eine Flut 
etwas nach 8 Uhr abends von 91 cm, gegen 7 Uhr abends und 72 cm nach 
obiger Methode, sowie eine 2. Flut um 10 Uhr morgens von 66 cm Höhe gegen 
9 Uhr und 60 cm nach Rollet de 1’Isles Berechnung. Daß die astronomischen 
Daten sich in dem einen Fall auf Pariser in dem andern auf Greenwicher 
Zeit beziehen, macht nur einen Unterschied von 10 Minuten. Mehr als eine 
halbe Stunde dürfte die Unsicherheit in der Zeitberechnung nicht betragen. 
Ebenso ist eine Differenz von reichlich 20 cm in der Höhe nicht zulässig, 
besonders wenn der Unterschied 25° der Gesamthöhe beträgt. 
Eine oberflächliche Betrachtung der harmonischen Konstanten von 
Djibouti sowie der Phasen der Einzelfluten zeigt, daß die Rolletschen Werte 
ungenau sind, 
Die Einzeltiden: MS, 0 X; 
haben Flut um: 7.8b 8.0R 2.1B 2.00 
bei einer Höhe von: 53 em 23 em 20 em 41 cm 
lie resultierende Höhe um 7 Uhr: 36 + 19 + 7 + 10 = 73 cm 
um SUhr: 53 4+23 + 2+ 0 = 78cm 
um 9Uhr: 42 +18 — 2— 11 = 47 cm 
Die astronomischen Daten beziehen sich hier auf den Meridian von 
Paris. Nach v.d. Stoks Tabellen haben 
die Einzeltiden: MS, OK, 
Flut um: S.4h S0b 37h 20h 
bei einer Höhe von: 53 em 23 cm 16cm 36 cm 
die resultierende Höhe um 7 Uhr: 15 + 20 + 12 + 21 = 65 cm 
um S Uhr: 50 +23 -- 10 + 12 = 95 cm 
um 9 Uhr: 49 +20 4 7-+ 3 = (0 cm 
wobei die astronomischen Daten sich auf den Meridian von Greenwich beziehen, 
was eine Zeitdifferenz von 10 Minuten gegen die Pariser bedeutet. Nach 
beiden Berechnungen liegt aber das Maximum näher bei 8 Uhr als 7 Uhr. 
Vor der holländischen Methode hat diese französische den Vorzug, daß 
die Kombination der Einzelfluten etwas schneller geht. Dafür erhält man aber 
auch nur die Zeit und Höhe der Extremphasen, während v. d. Stoks Ver- 
fahren den ganzen Verlauf der Flut ergibt und obendrein dem Laien ver- 
ständlich ist. Schließlich gestattet diese letztere Methode auch die Lösung 
einer Reihe von Aufgaben, die allerdings mehr theoretisches Interesse 
beanspruchen. Beiden gemeinsam sind die Tabellen zur Berechnung der 
Höhe und Phase der Einzeltiden. Während die französische Methode außer- 
dem noch 2 Tabellen benötigt, erfordert v. d. Stoks Verfahren deren 5 für 
8 Einzelfluten zusammen von etwa dem 4fachen Umfang wie die beiden 
von Rollet de 1’Isle. Wollte man also unseren Gezeitentafeln eine Anleitung 
zur Vorausberechnung der Gezeiten beigeben, so würde diese hier be- 
sprochene Methode wohl Beachtung verdienen, vorausgesetzt, daß ihre Resultate 
genügend genau sind. Dr. Wegemann. 
3. Die festen Bestandteile des Seewassers. Durch Gegenüberstellung 
der Volumina der einzelnen Kontinente und Inseln oberhalb des Meeresniveaus 
und derjenigen der einzelnen Meeresteile kommt Prof. R. D. Salisbury”*) unter 
?) Annales hrdrographiques: Bd. 15, 15893, 8. 295—372. Hatt, De Vanalyse harmonique 
des observations de Marces. — Bd. 18, 1896, S. 196—248. Rollet de l’Isle: Analyse harmonique 
d’une courte periode d’ohbservations, 
2) The Scottish Geographical Magazine 1905, Vol. 21. 8. 132.
	        
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