468 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1906.
Stellen, und in Gefle wurde die Schiffahrt am 14, April mit der Abfahrt der
Lotsendampfer nach den Stationen Eggegrund und Bönan eröffnet. In Sunds-
vall konnten die Hafendampfer ihre Fahrten am 16. April wieder aufnehmen,
und am 18. April kam der erste Dampfer von See ein. Die Eisverhältnisse sind
aber noch eine Zeitlang sehr unsicher gewesen, denn das Feuerschiff Grund-
kalle, das seine Station, wie oben bemerkt, schon am 16. März eingenommen
hatte, mußte am 21. April nach Arholma flüchten und wird wie das Feuerschiff
Grepen seine Station erst am 28, April wieder haben einnehmen können.
Auf der finnischen Seite des südlichen Nordbottens erfolgte die Eröffnung
der Schiffahrt beträchtlich später als auf der schwedischen Seite in gleicher
Breite, In Abo ist die Schiffahrt für Dampfer am 25. April, in Kristinestad am
5. Mai und im Björneborg-Distrikt erst am 7. Mai eröffnet worden. Nicolaistad
zu erreichen, war einem Dampfer schon am 3. Mai gelungen, Relandersgrund-
F-Sch. ist aber erst am 6. Mai wieder ausgelegt worden,
Wurde im südlichen Teile des Nordbottens die Schiffahrt an der finnischen
Seite später eröffnet als an der schwedischen, so schien es nach einigen Meldungen,
als vollzöge sich die Eröffnung nördlich von den Nord-Quarken umgekehrt.
Schon am 2. Mai ist ein Dampfer in Jacobstad angekommen, der da meldete,
daß er auf See kein Eis angetroffen habe, und am 7, Mai ist in Uleaborg ein
Segler aus Karlö, auch ohne Eis angetroffen zu haben, angekommen. Damit
hörten die Meldungen von der Ostseite des Finnischen Meerbusens zunächst aber
wieder auf, erst am 22. Mai meldete Uleaborg, daß mit der Ankunft eines
Dampfers, der sich an der schwedischen Küste entlang durch das Eis durch-
gearbeitet habe, die Schiffahrt eröffnet sei. Da der Lule-Elf seine Eisdecke
schon am 9. Mai abgestoßen hatte, das erste Schiff in Lulea bereits am 12, Mai
angekommen und die Schiffahrt, wie aus der Tabelle ersichtlich, in den süd-
licheren schwedischen Häfen noch etwas früher erfolgt war, so ist auch im
Gebiet des nördlichen Nordbottens die Eröffnung der Schiffahrt an der
schwedischen Seite etwas früher erfolgt als auf der in entsprechenden Breiten
gegenüberliegenden finnischen Seite.
Damit stimmen im wesentlichen auch noch die später aus Neufahrwasser
eingegangenen Meldungen der in Erzfahrt zwischen Lulea und Neufahrwasser
beschäftigten Swinemünder Dampfer »Hispania«, »Holsatia« und »Bavaria« über-
ein. Diese Meldungen seien hier wiedergegeben, weil sie einen Anhalt über die
spätere Gestaltung der Eisverhältnisse draußen auf dem Nordbotten geben.
Die »Hispania« meldete am 23, Mai, daß nördlich von den Nord-Quarken
noch große Felder hoch übereinander geschobenen Packeises vorhanden seien,
dessen Tiefgang man auf etwa 6 m schätzte. Die Feuerschiffe Südostbrotten
und Snipan lägen zwar auf ihren Stationen, aber der Sachlage nach sei es
nicht ausgeschlossen, daß sie noch wieder flüchten müßten. Weiter nördlich
seien noch keine Seezeichen ausgelegt.
Die »Holsatia« meldete am 25, Mai, sie habe von Norströmsgrund bis
etwa 10 Sm nördlich von Bjuröklubb viel Eis angetroffen, die schwedische Küste
sei aber eisfrei gewesen. Dasselbe Schiff meldete noch am 6. Juni, also von der
nächsten Reise, es habe von Norströmsgrund noch 15 Sm weit naclı Süden sehr
viel Eis angetroffen.
Die »Bavaria« meldete am 10. Juni: Viel Treibeis im Nordbotten. Mit
dieser Meldung schließen die Schiffs- und Zeitungsmeldungen aus der Ostsee.
III. Ergebnisse und Beziehungen zum Wetter.
Nördlich von den Nord-Quarken ist der Nordbotten bis Mitte November
eisfrei gewesen, Von da an war die Schiffahrt als geschlossen anzusehen, es
ist aber einzelnen Schiffen gelungen, noch Mitte Dez. dortige Häfen zu er-
reichen, und einzelne Fahrten sind noch später unternommen worden. Südlich
von den Nord-Quarken waren die schwedischen Häfen am Nordbotten bis Ende
Dezember, die südlichen davon sogar bis Mitte Januar zugänglich.
Die Wiedereröffnung der südlichen schwedischen Nordbotten-Häfen fand
Mitte Avril statt und schritt schnell nach Norden fart Nördlich von den Nard-